Aufsatz 
Über die Ausdehnung der säkularen Bewegungen des festen Erdbodens : 1. Teil
Entstehung
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21 Erdepochen viel weiter nach Süden, sie standen mit dem antarktischen Erdtheil ohne Zweifel im Zusammenhange; es ist also in den ältesten Epochen unseres Planeten auf der Südseite desselben allmälig ein Land in die See gesunken, das vom 40. Parallel südlicher Br. bis zum Pol reichte.

Diese jedenfalls sehr lang andauernde Katastrophe trennte in ihrem Verlaufe auch das Feuerland, die Falklands-Inseln, sowie Süd-Georgien von Amerikas Süden, der also früher nicht in einer Spitze, sondern in einer Breite von vielen Graden dem antarktischen Pole sich näherte.

Ein ähnliches Schicksal ereilte jenes Land, über das nun der grosse Ocean seine Wogen schlägt. Ein grosses Stück Erde, wenn es so genannt werden kann, hat im Westen vor allem übrigen Lande zuerst bestanden, sein Entstehen ist ein viel rascheres gewesen, als das der nach- folgenden Erdtheile, aber auch sein Untergang ein schnellerer, ein bei seinem Werden bedingter. Dass dieser Continent kreisförmig begrenzt war, beweist die Stellung seiner Ueberreste, der Inseln der Südsee, zu einander, die aus der kreisartigen Gruppirung gar nicht herauskommen und die zusammen ja wieder einen grossen Kreis bilden. Die erste Erstarrung schritt vom Süd-Westen der Erde nach dem Nord-Osten vor und muss diese Primordialepoche jedenfalls im Verhältniss zu den übrigen Folgenden eine sehr kurze gewesen sein. Der Planet war zu einer und derselben Zeit über seiner ganzen Oberfläche erstarrt. Da aber sein feurig-fflüssiges Innere in Bewegung mit der Erstarrung gerathen war, so musste es eine Wirkung auf die damals sehr dünne Erd- rinde ausüben, die darin bestand, dass sie dieselbe ins Schwanken brachte, hob und senkte.

Auch kann nach dem Gesagten sicher vorausgesetzt werden, dass in diesem ersten Zeit- raume keine Gebirge die Erde durchzogen, diese sind vielmehr ein Resultat der nachfolgenden Perioden. 4

Die Richtung der Bewegung der feurig-flüssigen Masse war ebenfalls gegeben, durch die erste Landbildung im Westen und durch die darauf erfolgte Rotation des Weltkörpers. Die glühende Woge hatte im Westen an Raum zur Ausdehnung verloren, dieser war aber im Osten noch reichlich vorhanden und somit erfolgte ihre erste Verschiebung von Westen nach Osten, wobei die Achsendrehung des ganzen Körpers die Direction der Bewegung stark beeinflusst hat. Durch das Entweichen der sich immer nachbildenden Wogen auf der einen Seite musste noth- wendig hier für eine gewisse Zeit ein leerer Raum entstehen, der aber nicht lange ein solcher blieb, da er wieder ausgefüllt wurde von der durch ihr eigenes Gewicht herabgedrückten erstarrten Rinde; während also die fortschreitende Welle auf ihrem Wege Land bildete, sank hinter ihr solches wieder in die Tiefe, nicht momentan, sondern nur allmälig, da der Auflösungsprozess der in die Glut gesunkenen Erdmassen ebenfalls kein augenblicklicher, sondern nur ein sehr sachte fortschreitender sein konnte und sein kann. Auf diese Weise hat daher einmal dieser, ein anderes Mal jener Theil der Erdoberfläche einen grösseren oder geringeren Druck zu ertra- gen, woraus mit zwingender Nothwendigkeit hervorgeht, dass, wo das Erste der Fall, Land ge- hoben, wo das Letzte, Land verloren gehen muss. Und gleicht unsere Erde nicht vollkommen diesem Bilde? ISt enicht ihr ganzer Bau ähnlich einer erstarrten Woge, die hoch aufgethürmt wieder in die eigenen Abgründe stürzt, um sich jenseits derselben wieder zu erheben und bald darauf wieder nieder zu stürzen? Selbstverständlich ist der gesammte Vorgang der Landbildung und Landvernichtung kein so einfacher, schon deshalb nicht, weil nicht eine Woge den feurigen See durchflutet, sondern gar viele; und weil Land auf allen Theilen des Planeten vorhanden ist, so wird auch von überall hin Druck ausgeübt werden, der immer neue Störungen des glut- flüssigen Erdinnern zur Folge haben muss. Wol nur diesem Umstande lässt sich die Erhebung der Gebirge und Hochländer zuschreiben und warum dieselben nicht alle nach einer Richtung