Aufsatz 
Über die Ausdehnung der säkularen Bewegungen des festen Erdbodens : 1. Teil
Entstehung
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18 so ist die Ursache in der Arbeit des Meeres zu suchen. Die Natur bleibt sich auch darin stetig gleich, wie sie vor Tausenden von Jahren gebaut hat, so thut sie es heute noch.

Alle Hebungen an den Küsten folgen der ursprünglichen Form derselben wie nicht minder die Senkungen.

So ist das Becken des Indischen Oceans in seinem Umfange einem Kreise nicht unähn- lich, und an Afrikas Ostrand wiederholt sich die peripherische Einbuchtung deutlich fünfmal, während der gegenüber liegende Westen Australiens nur deren drei aufweist.

Die Golfe an Asiens Südküste machen davon keine Ausnahme. Der Osten dieses Erd- theils liefert ebensogut die Beispiele für unsere Behauptung, wie der Westen und der Norden Europas. Die Dollartbucht und die Ufer der Ostsee sind selbstredende Beweise; am ausgeprägtesten aber hierin ist die Abendseite der neuen Welt; vier sehr bedeutende halbkreisförmige Ein- schnitte in den Continent zeigen sich dort dem Beschauer, der eine im Süden mit dem östlichsten Punkt Arica, der zweite in Central-, der dritte und vierte in Nord-Amerika und zwar jene zwischen Aljaska und Kap Mendocino, diese in der Behringsbucht zwischen dem äussersten Osten Asiens und dem früheren Russischen Amerika; endlich folgt die kreisförmige Bucht der Hudsonsbai ebenso dem allgemeinen Gesetze wie der Golf von Mexiko.

Noch einer anderen Erscheinung muss hier Erwähnung gethan werden, sie würde zweck- entsprechend die»allgemeine Ergänzung« heissen können. Der nach Westen ragende Theil Afrikas entspricht danach der ihm gegenüber liegenden grossen Ausbuchtung von Westindien. Grönland und Island scheinen vom Norden her das»atlantische Thal« füllen zu sollen; dem Golf von Guinea strebt die Ostspitze von Südamerika zu, sowie der Osten der Halbinsel Labrador dem biscayischen Golfe, und den Buchten von Nordamerikas Westen entsprechen die nach Osten gekrümmten japanischen Inseln. Im kleineren Massstabe wiederholt sich das Schauspiel auch in der Nord- und Ostsee. Die Halbinsel Jütland entspricht der Ausbuchtung des Christiania-Fiords und des Skagerrack, das südliche Norwegen der Weitung der Nordsee, endlich Kola der des Weissen Meeres. Und versenket sich der Blick noch tiefer in die Configuration der Küstenlinien, so findet er die allgemeine Ergänzung oft bis in das kleinste Detail durchgeführt.

Die kleine Halbinsel zwischen dem Randers- und Clarhuus-Fiord auf Jütland liegt der halbkreisförmigen Laholms-Bucht auf Schweden gegenüber, wie Bornholm nicht minder der von Karlskrona.

Englands Süd- und Frankreichs Nordküste zeigen aber eine Homogenität in ihrem Ver- laufe, die wahrhaft staunenerregend ist.

Zwischen Dover und Dunge-Ness bildet das Meer einen ziemlich bedeutenden Einschnitt, in dessen südwestlicher Ecke bei New-Romeney derselbe sich wiederholt, allerdings nur in einem sehr schwachen Verhältniss zum ersteren. Die Sehne des Halbkreises geht von Dover nach Dunge-Ness.

Auf der französischen Seite verläuft die Küste von Calais nach Boulogne entsprechend der gegenüber liegenden englischen.

Die Sehne der beiden Bogenstücke hat die gleiche Lünge, und was das Auffallendste ist, die kleine Bucht bei New-Romeney findet im Kap Grisness ihre Ergänzung.

Auf ähnliche Weise lässt sich im Verlaufe der beiden Ufer Stück für Stück für den

Meereseinschnitt an der einen Küste, der entsprechende Landvorsprung an der andern auffinden oder nachweisen.