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Australien aber liegt in der Region der allgemeinen Senkung und nur die sehr weit östlich gelegenen Inseln lassen eutschiedene Hebungen nicht verkennen.
Amerikas äusserster Norden deutet gleichfalls auf Landzunahme, der übrige Theil Nord- amerikas scheint langsam in die See zu sinken; wogegen Mittel- und Südamerika mit Ausnahme von dessen südlichstem Theile das grossartige Bild eines sich hebenden Erdtheils zeigt.
Nehmen wir noch vorläufig zu einer der bei Gelegenheit der Besprechung der säcularen Bewegungen Europas gezogenen Hülfslinien unsere Zuflucht und zwar azu jener von Abo nach dem Kaspisee gelegten und verlängern diese in gerader Richtung bis zum Naturalistenkap von Australien, so berührt sie ohne Ausnahme in grösserer oder geringerer Aufwärtsbewegung be- griffene Länder.
Vollziehen wir die Verlängerung auch in entgegengesetzter Richtung nach der Nordost- küste von Grönland, so weist sie auch dort auf einen sich hebenden Erdtheil hin, sobald sie von da an aber nach Südwesten ausgedehnt wird, verläuft sie entweder über sinkendem Lande oder sie bildet die Grenze zwischen diesem und dem aufwärtsstrebenden. Ein Blick auf die Karte führt uns ein eigenthümliches Bild vor Augen: Was im Westen an festem Land ver- loren geht, das wird im Osten wieder ersetzt, und umgekehrt, was der Süden einbüsst, gewinnt der Norden. Es finden also stete Landverschiebungen statt, deren Gang im Grossen und Ganzen ein an den Bau der Erde gebundener, im Einzelnen aber ein von vielen Nebenumständen bedingter und abhängiger ist.
Den Hebel der ganzen Bewegung haben wir im tiefsten Innern der Erde zu suchen:»in ihrem feurig-fliissigen Kerne.«
II.
Das feurig-flüssige Erdinnere ist der Urheber der säcularen Bewegung der Erdoberfläche.
Schon Leopold von Buch stellt die Hypothese von dem Bestehen eines feurig-flüssigen Erdkernes auf und vindicirt dieser Masse eine wellenförmige Bewegung gleich der des Meeres oder eines Sees. Mit dieser Voraussetzung begründet er auf sehr einfache Weise, dass die Rinde über dieser Masse durch die oscillirende Bewegung der unter ihr flutenden Glutwoge in ewiger Schwankung sich befinden müsse und zwar in ähnlicher Weise wie die glühende Masse. Nach Buch haben unsere grössten und bedeutendsten neueren Geologen dieselbe Hypothese aufgenommen und durch sie den ganzen Bau der Erdoberfläche mit ihren Gebirgen und Thälern zu erklären versucht.
Die Ansichten und Beweise der sogenannten Vulkanisten werden durch die unzühligen dafürsprechenden Erscheinungen auf der Erde nicht nur vollinhaltlich bestätigt, sondern durch die letzteren gerade genügende Gründe erbracht, dass es nur so und nicht anders sein kann, und dass unser Planet in seinem Innern jene gewaltige Kraft beherbergt, die die Wälle unserer Gebirge aufbaute, die dem Meere die Abgründe schuf, in denen es flutet und wogt und die heute noch mit gleich ungebrochener Stärke das Geschäft des Bauens und Zerstörens fortbesorgt, wie vor tausenden von Jahren.
Das glühend-flüssige Erdinnere ist also der Hebel a
ller Bewegungen seiner über ihm ausgebreiteten Hülle.


