Aufsatz 
Über die Ausdehnung der säkularen Bewegungen des festen Erdbodens : 1. Teil
Entstehung
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scheinung, die Hebung beobachtet wurde. Die beiden Phänomene hatten die Entstehung des sogenannten»Aldahbund«, einer grossen Lagune von 2000 Quadratmeter zur F olge.

Im Persischen Meere wird nur der Insel Kerak als einer sich hebenden Erwähnung ge- than, von den Küsten sind uns keine Beobachtungen bekannt.

Die Ufer des Rothen Meeres müssen zu den sich hebenden gerechnet werden. Der be- kannte Hafen von Dschidda an der Küste der Arabischen Halbinsel ist versandet und vollkommen unfahrbar; auch die gegenüberliegende Seite Afrikas theilt das gleiche Schicksal. Diese Hebung erstreckt sich bis auf die Sinai-Halbinsel, wo sie ihren Culminationspunkt zu erreichen scheint, denn die Erhebung des Bodens soll dort bis 40 Fuss im Jahrhundert betragen. Hat vielleicht dieser Umstand mehr zur Versandung des einst schon bestandenen Kanals von Suez beigetragen, als der Sand der syrisch-arabischen Wüste?

Der Nordküste des afrikanischen Continents haben wir schon oben Erwähnung gethan. Sie zeigt fast ohne Ausnahme Spuren der Hebung. Die Häfen von Carthago und Tunis sind unbrauchbar geworden, die Verbindung des Schot Kebir mit dem Golf von Gabes hat sich ge- schlossen, nachdem sie noch im dritten Jahrhundert nach Chr. bestanden hatte. 1)

Eine Ausnahme von der Hebung macht nur das Deltaland des Nil, das sich allmälig ins Meer senkt. ²) Auch die Ostküste Afrikas und die sie begleitenden Inselgruppen nehmen an der Hebung Theil.

In der ältesten Zeit der Erde hat im Indischen Ocean wahrscheinlich eine Landsenkung stattgefunden, denn es wird als ziemlich sicher angenommen, dass zwischen Ceylon und Mada- gaskar eine Landbrücke bestanden, ja dass sich dieser Continent vielleicht sogar bis zu den Killings-Inseln an der Westküste der grossen Sundagruppe erstreckt habe und dass zu ihm auch die Seychellen gehört haben mögen. Alle Inseln, mit Ausnahme der letztgenannten führen nun die Gegenbewegung aus; d. h. sie steigen aus den Fluthen der See empor.

Eine Senkung ist sonst kaum noch irgendwo an dieser Stelle bemerkbar. Von der Süd- und Westküste des Continents liegen für unsern Zweck sehr geringe Beobachtungen vor. Die Westseite Afrikas wird aber für uns dadurch wieder bedeutsam, dass in nicht allzugrosser Ent- fernung von der Küste jener grosse Vulkanring vorüberzieht, dessen Culmination im Pico de Teyde zu suchen ist, dessen Genossen wir im Osten Asiens schon begegnet sind, und im Westen Amerikas wiederfinden werden. Vulkanische Hebungen sind also an Afrikas Westküste jeden- falls zu vermuthen, und Hallier berichtet auch von einer solchen bei Lanzarote, wo beim Aus- bruch des Vulkans Temaufage zwei Basaltfelsen aus dem Meere emporstiegen und durch Hebung des dazwischen liegenden Landes mit der Insel verbunden wurden. Auch Tillard erzählt von einem ähnlichen Falle in der Nühe der Azoren.

Eine Hebung des Festlandes selbst könnte man vermuthen, ist aber nicht festgestellt.

¹) Von hier aus soll nach einem französischen Projecte auch das»Meer« der Sahara wieder hergestellt werden.

²) Oskar Peschel sagt über diese Stelle:»Wir belauschen hier das Ringen zweier ebenbürtigen Natur- kräfte, einer schöpferischen und einer zerstörenden. Der Nil rückt beständig seine Ufer ins Meer hinaus; denn Damiette welches 1243 noch ein Mittelmeerhafen war, ist jetzt eine Nilstadt geworden, gleichzeitig aber senkt sich die Flur des frisch angeschwemmten Landes. So sind die sogenannten Cleopatrabäder bei Alexandria bereits wieder unter Wasser gesetzt, so entstand zwischen dem Mariut- und Edkosee die Lagune bei Abukir 1784 durch einen Einbruch des Meeres, so ist endlich der ehemals dicht bewohnte Boden des M enyaleh-Sees überschwemmt worden und noch jetzt sieht man nach Versicherung Sir Gardner Wilkingson's, auf den sich Lyell in einem neuen Werke beruft, unter dem Wasser nicht nur die versunkenen Ortschaften, sondern auch noch die hohen Uferleisten der ehemaligen Nilarme.