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Seiten, vielleicht die ernſteſten und wichtigſten Seiten der Menſchenbildung, für welche alle Schätze der Welt kein Surrogat für Eltern⸗Herz und Eltern⸗Auge und Eltern⸗Wort und Eltern⸗Beiſpiel zu erkaufen vermöchten. Stünde in ſo ernſter Angelegenheit ſchon traurig, wenn wir das durch Andere unſeren Kindern„gut“ angedeihen ließen, was durch uns unſtreitig„beſſer“ ihnen geleiſtet werden könnte, traurig, wenn wir irgend etwas unterließen, womit wir die von uns veranlaßten Bemühungen Anderer um das geiſtige und ſittliche Wohl unſerer Kinder zu unterſtützen vermöchten, am traurigſten, wenn wir in unüberlegter Weiſe dieſem Bemühen, ſomit unſeren eigenſten Zielen ent⸗ gegenwirkten.
Gewiß wäre es ebenſo traurig, wenn etwa auch die Schule des von ihr übernom⸗ menen Bildungs⸗Antheils nach Umfang und Gränze ſich nicht immerfort mit entſchiedener Klarheit bewußt bliebe, traurig, wenn ſie irgend etwas unterließe, womit ſie dem, dem Hauſe verbliebenen Bemühen um der Kinder Wohl zu Hülfe kommen könnte, oder dieſem geradezu entgegenhandeln würde. Allein auf Seite der Schule liegt die Gefahr des Verkennens und Verſäumens ihrer Obliegenheiten nicht ſo nahe. Das der Schule von der Jugendbildung überwieſene Arbeits⸗Penſum, ſo groß und umfaſſend es iſt, hat doch zu ſehr den Vortheil einheitlicher Eigenartigkeit, um verkannt zu werden, und was die Schule für die Aufgabe des Hauſes hilfreich zu leiſten vermag, iſt bei Weitem einfacher und geringer als das, was ſie ihrerſeits von der Förderung des Hauſes für die von ihr zu pflegenden Bildungszwecke zu erwarten berechtigt ſein dürfte.
Eser kenegdo, bei aller Verſchiedenheit, ja eben mit derſelben und durch dieſelbe die innigſte, ſich gegenſeitig hilfreich ergänzende Harmonie, dieſer Grundzug, auf welchem die Einheit und das Glück des Mannes und des Weibes in der Ehe, die Einheit und das Glück von Vater und Mutter in der Kinder⸗Fürſorge beruht, er iſt es auch, der das Verhältniß des Hauſes und der Schule zu geſtalten hat, wenn durch Beider Zu⸗ ſammenwirken die Wohlfahrt der Kinder erzielt werden ſoll. Wie Mann und Weib, wie Vater und Mutter müſſen Schule und Haus zuſammenſtehen und zuſammenwirken für das gemeinſame Ziel, müſſen ſich der Verſchiedenheit ihrer Aufgaben und gleichzeitig des hohen gemeinſamen einheitlichen Zieles, für welches ſie arbeiten, und des Beitrages des beiderſeitigen Wirkens für das gemeinſame Eine voll bewußt bleiben und müſſen dieſen Beitrag, dieſen Arbeitstheil, mit nie endender Treue und mit ewig friſcher Be⸗ geiſterung alſo leiſten, daß, wenn einſt Sohn und Tochter, Schüler und Schülerin in geiſtiger Tüchtigkeit und ſittlichem Adel„ſtark wie die Cedern und blühend wie die Aloe“ an die Löſung der Menſchenaufgabe im Leben hinantreten, ſie für das ſich gegen⸗
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