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mahl der Elisabeth von Hanau, der d. 10. Apr. 1343 starb), aber bis dahin und vor Philipp VI. der Aelteste genannt wurde. Die Bezeichnung Gerlachs als Schwager von Philipp dem Aeltesten 1357 würde sich dann darauf gründen, dass Philipp VI. (n. Eigenbrodt) seit 1355*) in dritter Ehe mit Elisabeths Schwester Agnes vermählt war. Lehmann'’s Annahme ⁵), dass Else eine Tochter Philipp's III.(IV. bei Eigenbr.) gewesen sei, ist mit der Schwägerschaft Gerlach's und Philipp's des Aeltesten von 1357 nicht zu vereinigen. Eigenbrodt und Köllner haben übrigens Elisabeth gar nicht. Die Isenb. Stammtafel nennt richtig Elisabeth von Hanau und deren Gemahl Philipp von Falk. als ihre Eltern, nur dass sie den letzteren nicht näher bezeichnet.— Dass Gerlach's Ehe kinderlos war, sagt die Limburger Chronik ⁹), welche die Notiz über seinen Tod dem Bericht über das„dritte grosse Sterben“ seit 1349 anfügt. Nach dem Franziskaner-Nekrolog ¹⁰) wäre er den 2. April 1355 gestorben. Nicht nur das Jahr ist da infolge von Verwechselung mit Gerlach II. unrichtig angegeben ¹¹), sondern auch der Tag. Nach Böhmer-Huber ¹²) erteilte Karl IV. am 15. Juli 1365 noch dem Gerlach, Herrn von Limburg, die Befugnis, Florstadt(Niederflorstadt bei Staden) zu befestigen. Dass Gerlach erst nach dem 15. Juli 1365 gestorben sei, dafür spricht auch, dass er in diesem Jahr sich noch an dem Zug gegen die„welsche Gesellschaft“ nach dem Elsass, der Ende Juni und Anfang Juli statttand ¹³), nach der Chronik beteiligte.— Dass Elisabeth drei Wochen nach ihrem Gemahl hinweggerafft wurde, meldet ebenfalls die Limb. Chronik.
13. Ueber Rudolf als Pfarrer in Büdingen s. Simon ¹). Er hatte wohl blos den Titel und bezog die Einkünfte. Denn nach Wyss ²) wurde er 1353 als zwanzigjähriger Würzburger Domherr erst von der Schule emancipiert d. h. nach Phil. Schneider ³) aus der Gewalt und Aufsicht des Scholasters entlassen. Nach demselben Wyss erscheint er als Archidiakon zu Würzburg 1357, 1362, 1363. Im Nass. Urkundenbuch ⁴) ist er d. 8. Nov. 1356 als Mitsiegler Chorbischof zu Würzburg genannt. Domherr zu Köln war er ebenfalls nach der Chronik, nach dem Anhang bei Wyss S. 101 zu Würzburg auch Dompropst.
14. Dass Johann Domherr zu Köln und Trier war, wissen wir aus der Lim- burger Chronik ¹). Nach dem plötzlichen Tode Gerlachs III. 1365 übernahm er das verschuldete Erbe, nachdem er, wie Mechtel im Pagus Logenahe berichtet, von Papst Urban V.(1362— 70) Dispens für die Niederlegung der geistlichen Würde erhalten. Und so siegelt er denn den 14. Jan. 1366 einen Verkauf in Limburg ²). Er starb nach dem Franziskaner-Nekrolog am 26. Febr. 1406, was die Isenb. Stammtafel angenommen hat, nach den Limburger Annalen aber ³) den 8. März 1406„stil. Trevir.“, also 1407. Die Angabe Mechtels ⁴), das Todesjahr sei 1403, sowie die von Brower ⁵) und Grüsner ⁹), es sei 1404, sind falsch, da Johann ja 1405 noch Staden verkauft; die der Annalen aber scheint auf einem der zwei Memorienbücher des Stifts, aus denen Corãen Auszüge gibt 7), zu beruhen, dem jüngeren, in welchem ⁸) der Cyrillus-Tag, eben der 8. März nach Corden, als Gedächtnistag Johanns von Limburg, seiner Gemahlin Hildegarde, ihrer Töchter und Vorfahren bezeichnet ist. Für den Sterbetag der einzelnen, selbst
6) Mitteilgen des Han. Bezirksver., VI, 1880, S. 38 und Lehmann I. c., der nur d. 11. April hat. Eigenbrodt sagt: † c. 1346. 7) Nass. Urkdb., I 3, S. 293. ⁸) l. c., S. 36 u. 44. ⁹) S. 54. 1⁰) auch bei Wenck, I b, 8. 83. 1¹) 8. oben unter 8. 1¹²) Reg. Karls IV., 1877, S. 342. ¹³) Böhmer-Huber, l. c., S. 341. Vgl. auch Sugenheim, Gesch. des dtsch. Volkes, III, S. 343.
¹) III, S. 132 f. ²) zur Limb. Chr., S. 41, A. 9. ³) Die bischöfl. Domkapitel, 1885, S. 65. ⁴) I 3, S. 304.
¹) S. 41. 2²) bei Corden, II,§ 254. ³) 3. Anh. zur Chron. bei Wyss, S. 113. ⁴) Honth. Prodr. S. 1115. ⁵) II, S. 213, 262. 6) S. 49. ⁷) II,§ 30 ff. ⁸) Corden II,§ 44.—


