Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 4. Teil
Entstehung
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gewesen sein. Ich glaubte daher der Wahrheit am nächsten zu kommen, indem ich alle drei Töchter der zweiten Ehe den Söhnen vorangehen liess, auch dem ältesten, Gerlach III., zumal dieser sich erst 1356 vermählte, sonst aber dem der Zeit selbst nahe stehenden Chronisten folgte. Uda's Verheiratung nehmen Grüsuer ³) und Wenck 4) wohl deswegen c. 1338 an, weil da nach derKurzgefassten Geschichte des Wild- und Rheingräflichen Hauses) Wildgraf Gerhard II. von Kirburg neben seinem Vater Friedrich den Vergleich mit Wildgraf Johann von Dhaun unterschreibt). Die Isen- burger Stammtafel sagt:vermählt 1336, worauf gestützt, ist mir nicht bekannt. Dass Gerhard II. 1358 starb, geht aus der Urkunde vom 23. Okt. 1358 hervor, durch welche Uda sich verpflichtet, sich nicht mehr zu verheiraten*). Nach Wenck) und der Isenburgischen Stammtafel soll Uda 1361 gestorben sein. Worauf sich diese An- gabe gründet, die Wyss ²) auch ignoriert, ist nicht angegeben und mir unerfindlich. Grüsner sagt ¹⁰), nach einer Archivalnotiz sei sie 1361 noch am Leben gewesen. Dass sie es den 16. Juli 1360 noch war, ist ersichtlich aus Günther's Codex diplomaticus 1¹¹). Andererseits wird sie als verstorben erwähnt in einer Urkunde vom 14. August 1376 ¹²). Zwischen beiden Jahren also starb sie sicher, und wenn Corden ¹³) meint, die in Mechtel's Chronik ¹⁴) genannte, sonst aber ganz unbekannte und von Mechtel selbst bei Auf- zühlung der Kinder Gerlachs II. nicht aufgeführte weitere Schwester Johanns III. mit dem auffälligen Namen Vela, die 1385 auf dem Refektorium des Limburger Doms ge- wesen, sei Uda und dieser Name nur verschrieben, so wird dies durch das Gesagte hinfällig.

11. Ueber Kunigunde merkt Wyss zur Limburger Chronik S. 42 an:Sie wird 1373 den 20. Mai erwähnt Urk. 10(in den Beilagen zur Chronik, S. 126);1382 d. 27. Jan. vermachte Elisabeth, Gemahlin des Pfalzgrafen Ruprecht des Aelteren (er war als Enkel der Königin Imagina ein Urenkel Gerlachs I. von Limburg, wie Kunigunde selbst, und Kurfürst 1353 90)in ihrem Testament ihrer Dienerin, der edlen Kunigunde von Limpurg 300 Gulden. Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrheins, XXII, 186.

12. Da Rudolf 1353 zwanzig Jahre alt war ¹) und Gerlach erst 1357 sich ver- mählte, so mag der letztere wohl c. 1331 geboren gedacht werden. Das Datum der Ehe- beredung gibt das Nassauische Urkundenbuch ²). Ebendort ³) findet sich die Bewitt- mung derFrau Else durch Gerlach vom 28. April 1357. Kurz vorher also wird die Vermählung stattgefunden haben. Elsens Vater heisst in der zwischen Gerlach und Else selbst, also wohl nach des Vaters Tode geschlossenen Eheberedung Philipp von Falkenstein der Aelteste. Am 17. Mai 1357 aber heisst dort) Philipp von Falkenstein, der Aelteste und das war damals Philipp VI. 5), Schwager Ger- lachs von Limburg, und diesem Schwager stellt Gerlach bei Elsens Bewittmung Bürg- schaft, woraus wohl ebenso zu schliessen ist, dass der Vater nicht mehr lebte, wie auch aus der Eheberedung. Schwager des ältesten Philipp konnte Gerlach aber 1357, soweit die Falkensteinische Genealogie ermittelt ist, nur dann heissen, wenn der Vater seiner Gemahlin Philipp V.(nach Eigenbrodt und Lehmann, VII. nach Köllner) war, der Ge-

³) S. 34.) I, S. 413.) v. J. M. Kremer(nach Lamey's Vorrede zu Chr. J. Kremer's Gesch. des rheinischen Franziens, 1778, A. d), 1769, S. 46.) S. Schneider, Gesch. des Wild- u. Rheingräflichen Hauses, 1854, S. 67, 10, b und Dominicus, Baldewin v. Lützelb., S. 395, A. 2; der Vergleich bei Günther, Cod. dipl., III, S. 371.)(Kr.) Wildgr. Gesch., S. 47; Corden gibt eine Abschrift II,§ 223 ½2. 8) I, S. 406.) zur Limb. Chron., S. 42, A. 2. ¹0) 8. 34. 11) III, S. 663. ¹2)(Kr.) Wildgr. Gesch. etc., S. 47, A. 4, wo auch eine solche von 1378 angeführt steht, in der sie als tot bezeichnet ist. ¹1³) II,§ 134. ¹4) Honth. Prodr., S. 1104.

¹) S. unter 10, A. 2. ²) I 3, S. 304. ³) S. 308.) S. 309.) nach Eigenbrodt im Hess. Arch. I 1, 1835, Tafel zu S. 84 u. Lehmann, Falk. Gesch., Tafel I; VIII. bei Köllner, S. 384.