Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 4. Teil
Entstehung
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1313 urkundlich vorkommt ²), dessen damals ältester Sohn, Johann II.( 1336), mit Staden d. h. wohl gleichfalls nur mit einem Anteil daran beliehen worden sein, 1348 aber Johann III., von dem es hier nur heisst:er erhielt sein Lehen, und dessen Bruder Gerlach III. 1358 ein Burglehen zu Staden vergibt ¹⁰). Unmöglich kann der Dechant von 1380, der noch 1393 lebte(s. unten), schon 1314 Herr von Limburg heissen. Ur- kundlich ist dieser Dechant von Wesel als zur Limburger Dynastenfamilie gehörig überhaupt nicht bezeugt, und Corden ¹¹), die Metropolis ¹ꝛbo), sowie von Stramberg im Rheinischen Antiquarius) lassen ihn dafür auch nicht gelten. Und wohl mit Recht. Der Oberweseler Dekan von 1380 heisst nämlich nach der Metropolis ¹⁴) Johannes Koet von Limburg und wenn er bei Vuy ¹⁵) Johann Krato von Limburg genannt wird, so- steckt in dem Krato wohl auch der Name Koet(Koeth). Dieser Johann wird ferner in der Metropolis ¹⁶), wo er als Propst des Florinsstifts zu Coblenz, 1391 und 1393 vor- kommend, aufgeführt ist(1391 ist er nach Görz' Regesten der Erzbischöfe von Trier S. 122 auch erzbischöflicher Geheimsekretär), als Bruder des Trierer Domdekans Gerlach bezeichnet, den man jetzt meist mit Mechtel ¹¼) und Brower ¹18) zugleich für den letzten Dynasten von Limburg und für einen Bruder Johanns III., also für einen Bruderssohn des Weseler Dekans ansieht, wie auch ich es that im Programm I,§ 2, S. 4. Und Gerlach ist ebenfalls nicht nur in der Metropolis ¹⁹½) unter den Trierer Dom- dechanten als Gerlacus Koet de Limburg bezeichnet, sondern auch in der Zusammen- stellung der Mitglieder des Trierer Domkapitels von dem Domdechanten v. Kerpen (+ 1795), herausgegeben von Wegeler ²⁰), steht:Gerlacus, Decan, 23. März 1414 ²¹) unterKolten von Limburg, natürlich Koeten. Arnoldi hat in den Miscellaneen ²²) ebenfalls unter den Köthen von Wanscheid einen, der Werner von Limburg ge- nannt ist und 1401 und 1420 vorkommt, ebenso Humbracht ²⁸) Werner Köth von Lim- burg 1311 und Eberhard Köth zu Limburg 1335. 1356 ist einHeinrich Kot von Limburg Zeuge ²⁴), und noch im 15. Jahrhundert ist einSyfridus Koete de Limpurg Abt zu Bleidenstadt 25). Auch die Elisabeth von Limburg, die in der Urkunde vom 8. April 1311 alsbone memorie pedissequa, d. h. wohl Lebensgefährtin ²⁰),strenui militis Waltheri de Cronenberg bezeichnet wird 2⁷). könnte etwa eine Köth von Limburg gewesen sein. Denn die vier ungenannten Mädchen, die ihre Erben dort heissen und von Elisabeth's Gütern in Lahnstein(Oberlahnstein) 10 Mark Heller an Eberbach geben sollen, sind offenbar die bei Roth ²⁸) in einer Urkunde vom 19. April 1332 mit Namen genannten vier TöchterWidekind's von Wanscheyt, die danach das Gut in Lahn- stein, worauf ihreMuhme Elsebet zehn Mark angewiesen, ganz dem Kloster Eberbach vermachen. und Elisabeth von Limburg war also vielleicht eine Schwester des Wide- kind von Wanscheid. Nach der gewöhnlichen Bedeutung von Muhme aber( Mutter- schwester) müssten Widekind's Gemahlin und Elisabeth als Geschwister gedacht werden. Jedenfalls gehörte diese Elisabeth und nach dem Obigen gehörten auch Johann, der Weseler, und Gerlach, der Trierer Dechant, nicht der Limburger Dynasten- familie an. Wenn jedoch von Stramberg ²⁹) die von Limburg, welche seit 1184

*) Arnoldi, Histor. Denkwürdigkeiten, S. 99. ¹) Zimmermann, 1. e., S. 7. ¹¹) II,§ 90 u. 50. ¹2) I, S. 224 in Verbindung mit S. 151. 13) II, 3, S. 546 u. 586. ¹¹) I, S. 253. ¹⁵) Gesch. des Trechir- gaus und von Oberwesel, 1885, S. 150, A. 2. ¹⁶) I, S. 224. ¹⁷) Honth. Prodr., S. 1072, auch im Pagus Logenahe(Wenck gibt die Stelle I, S. 405, A. 8.) ¹²⁸) Ant. Trev. II, S. 122 und 262. ¹9) J,§. 151. ¹⁰) in denBeiträgen etc. II, S. 51. ²¹⁹) Nach der Metropolis l. c.occurit usque ad a. 1412%, nach Mechtel im Pag. Log. s. Wenck l. c. stiftete er d. 7. Jan. 1414 noch eine tägliche Messe. ²²) Misc. aus d. Diplomatik u. Geschichte, 1798, S. 316. ²⁵) D. höchste Zierde Deutschlands, 1707, Tafel 53. *) Nass. Urkdb., I 3, S. 304; vgl. Corden, II,§ 207. ²⁵) Will, Monumenta Blidenstatensia, 1874, S. 38. ) wie es auch Stoff fasst, Fortsetzg v. Bär, Gesch. v. Eb., 1886, S. 16, A. 23 u. S. 24. ²⁷) Roth lässt Fontes, I, S. 145 im Regest den Zusatz weg, Sauer gibt ihn im Nass. Urkdb. nur lateinisch. ²) Fontes, II, S. 66. *) Rhein. Ant., II, 3, S. 586.