15
Kunigunde zehn Jahre nach Gerlach II. Das wäre 1365, im Jahre des„dritten grossen Sterbens“ seit 1349 ³7), in welchem auch Gerlach III., seine Gemahlin Elisabeth von Falkenstein und sein Bruder Hermann hingerafft wurden. Die Angabe der Chronik mag aber wohl auf Verwechselung Kunigundens mit der genannten Elisabeth beruhen, die ja auch in dem Franziskaner-Nekrolog Gemahlin Gerlachs II. genannt ist ³s). Denn dieser Nekrolog hat ³ĩ) zum 8. Oktober bei der Todesangabe für Kunigunde und ihre Tochter gleiches Namens den Zusatz: Mater vero prioris Cunegondis, nata de Wertheim, anno Dai 1362 obiit. Damit wird nun zwar nicht gemeint sein, dass Kunigunde von Wertheim auch den 8. Okt. gestorben sei, wie es bei Wyss ⁴⁰) heisst, ganz abgesehen davon, dass es ein merkwürdiger Zufall wäre, wenn Grossmutter, Mutter und Kind denselben Sterbetag gehabt hätten. Aber das Jahr 1362 wird man doch wohl gelten lassen können, mag der Zusatz auch mit anderer Tinte und Feder geschrieben scheinen, wie Corden bemerkt 4¹), der sich für 1364 als Todesjahr entscheidet. Nach Mechtel im Pagus Logenahe ⁴²) wohnte Kunigunde als Witwe zehn Jahre im Hause Castel (Cassel) 43), wie später Hildegard von Saarwerden, die Witwe Johanns III ⁴⁴). Diese
zehn Jahre sind wohl nach den von der Limburger Chronik Kunigunden zugeschriebenen zehn Witwenjahren angenommen.
9. Mena(=Imagina) kommt vor bei Gudenus, Cod. diplom., III, S. 1192 ¹).— Der consensus omnium puerorum in der Urkunde Johanns I. vom J. 1298 2²) weist, wenigstens für dieses Jahr, auf eine grössere Zahl Kinder desselben hin, als wir nach- weisen können. Nun kommt 1347 eine Aebtissin Imagina im Kloster Clarenthal bei Wiesbaden vor, von der Schliephake vermutet ³), dass sie dem Limburger Hause an- gehöre. Sollte sie eine Tochter Johanns I. gewesen sein und dieser etwa zwei Töchtern den Namen der königlichen Schwester gegeben haben? Die Annahme wäre immerhin eine gewagte; schon Schliephake's Vermutung ist eine ähnlich gewagte, wie wenn man den nach dem Franziskaner-Nekrolog 1370 gestorbenen„Dominus Gerlacus Prepositus Collegii in Limborgh“ bloss des Namens wegen für einen Herrn von Limburg halten wollte ¹).— Auch der in der Urkunde vom 29. Jan. 1380(1379 Trier. Stils), einem Vertrag zwischen Erzbischof Cuno von Trier und Johann III. von Limburg, bei Grüsner ³) als Stiftsdechant zu Oberwesel, aber ohne irgend eine Angabe von Verwandt- schaft mit dem Limburger Dynasten, erwähnte„Johann von Limburg“ wird zu den omnes pueri Johanns I. nicht gerechnet werden können, obgleich ihn Grüsner, Wenck, Reck, Simon und die Tafel des Standesherrn-Vereins dazu zählen. Nach der letzteren soll dieser vermeintliche Sohn Johanns I. am 20. Dez. 1314 und 4. Jan. 1348 von der Abtei Fulda mit Burg und Stadt Staden und Zubehör belehnt worden sein, was Schannats Clientela Fuldensis S. 314 entnommen ist, wo Johann Herr zu Limburg heisst, und wo auch S. 313 steht, dass auf Staden etc. d. h. doch wohl nur auf einen Anteil daran ⁹) 1368 die Schwestern Johanns I. als Allodialstücke Anspruch machten*). 1314 aber war, wie Wenck bereits dagegen erinnert hat ⁵), Johann I. tot und lebte kein Johann, der Herr von Limburg war, auch 1348 noch nicht. Mit dieser Zubenennung wird es daher in der von Schannat genannten Quelle, einem Lehensregister, nicht genau zu nehmen, und 1314 wird, da Gerlach II. als dominus de Lympurch schon den 21. Okt.
²) nach der Limb. Chron., S. 54 u. Anhang III, S. 112; vgl. dort S. 31 u. für das zweite Sterben v. 1356 S. 46. ³³) Vgl. Wyss zur Limb. Chron., S. 41, A. 5. ³*) auch bei Wenck, I b, S. 83. Vgl. Bahl, Pr. II, S. 19. ⁴⁹) Limb. Chr., S. 41, A. 8. ¹¹) II,§ 205. ¹²) S. 47 der Wiesb. Abschr.*) Limb. Chr., S. 28 mit Anm. 2, Progr. III, S. 13, A. 183, Bahl, Pr. I, S. 6. ⁴) Honth. Prodr., S. 1115, Corden II,§ 88.
¹) Vgl. auch Rhein. Ant. II, 3, S. 790. ²) Wenck, I b, S. 67. ³) IV, S. 51.* Vgl. auch Wenck, I a, S. 405, A. 8. ⁵) S. 76 ff. ⁶) ratione eorundem feodorum, heisst es dort, a sororibus nostris, quae dicta affirmant esse propria, minus juste impetimur et gravamur. 5 Vgl Grüsner, S. 23 u. 25, so- wie Zimmermann, Gesch. der Ganerbschaft Staden im Hess. Arch., XIII 1, 1872, S. 5. ³) I, S. 403, A. 3.


