Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 4. Teil
Entstehung
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Pfingsten), wo nach der Limburger Chronik ¹¹), auch nach Dominicus ¹²) der Verkauf stattgefunden haben soll, existiert keine Urkunde. Gerlach kommt als verheiratet in einer Urkunde vom 9. Okt. 1314 ¹3) vor, und da er in derselben seine Gemahlin Agnes bewittumt, so hat bereits Wenck daraus geschlossen ¹⁴), dass die Vermäh- lung kurz vorher stattgefunden habe. Mit Recht also vermutet Wyss ¹⁵), dass in der Urkunde des Marburger Staatsarchivs vom 24. Juli 13...(die anderen Ziffern sind von Mäusen abgefressen), in welcher Gerlachs Vater gelobt, binnen Jahresfrist Agnesen, der Tochter Heinrichs von Nassau, seinen Sochn Gerlach zum Manne zu geben, die Jahreszahl des Datums gewesen sei 1312. Agnes war nach Arnoldi 16) eine Schwester des um 1300 ¹⁷) geborenen Otto II. und älter als dieser, was zum obigen stimmt und einen Anhalt für das Alter Agnesens geben kann. Sie starb der Limburger Chronik zufolge ¹s) nach der Geburt einer Tochter ¹³), da sie aber in einer Urkunde vom 29. Febr. 1316 noch mitsiegelt ²⁰), nach diesem Tage. Dass sie den 25. Nov. 1318 tot gewesen sei, sagt Arnoldi ²¹), freilich ohne Quellenangabe; als Todestag nennt der Franziskaner-Nekrolog den 29. Okt. Nun heisst Johann II. bei dessen Verlobung 1325 ²²) der Sohn Gerlachs. und Kunigundens und erscheint da als noch nicht heirats- fähig. Corden hält jenen daher ²³) für einen Sohn aus Gerlachs zweiter Ehe. Man wird aber wohl mit Wenck ²⁴) und Simon Agnes für seine Mutter zu halten haben. Denn die Heirat der Verlobten kam zu Stande ²⁵) und zwar, wie wohl aus dem Bünd- nisse zwischen Gerlach II. und Wilhelm I. von Katzenellenbogen, Vater von Johanns II. Braut Anna, vom 31. Juli 1329 ²⁰) geschlossen werden darf, worin Gerlach dem Grafen Hülfe verspricht,da iz in und sine Kint und auch unse Kint anget, um diese Zeit ²*). Ist das aber richtig, dann muss Johann ein Sohn der am 29. Febr. 1316 noch lebenden Agnes gewesen sein.(Der Verfasser der Limburger Chronik nennt ihn nicht und kennt ihn also wohl gar nicht Er beginnt eben gerade mit dem Todesjahre Johanns). Anna's von Katzenellenbogen Schwester Elisabeth(jünger als jene nach Wenck) von derselben Mutter, aus der zweiten, 1314 geschlossenen Ehe ²⁸), wurde ja. auch schon 1330 vermählt ²⁸). Ihr Bruder Diether wurde freilich erst volljährig 1339 ³⁰). Dass aber andererseits Agnes auch nicht mehr lange nach dem 29. Febr. 1316 gelebt habe, etwa den 29. Okt. 1316 gestorben sei, dafür spricht, dass Gerlachs zweite Ge- mahlin Kunigunde am 9. Apr. 1301, wenn auch noch unmündig, doch bereits in erster Ehe verheiratet erscheint, also etwa schon um 1288 geboren war, ihre zweite Ver- mählung demnach doch möglichst kurz nach Agnesens letztem Vorkommen anzunehmen sein dürfte, etwa 1317, nicht, wie Bahl will ³¹), zwischen 1325 und 1328, zumal die ihrer Ehe mit Gerlach II. entsprossene Tochter Uda seine erste Gemahlin Agnes hatte ja nach der Limburger Chronik ³²) nur eine Tochter Jutta) schon 1325, wie- wohl noch minderjährig, mit Johann von Katzenellenbogen verlobt wurde, der freilich vor der Vermählung, wahrscheinlich nicht lange vor dem 19. Juni 1331 starb 33). Ueber Kunigunde von Wertheim und Konrad von Boxberg s. Aschbach, Geschichte der Grafen von Wertheim, 1843 ³⁴). Als Gemahlin Gerlachs II. ist sie Mitsieglerin einer Urkunde vom 17. Aug. 1322 nach Roth ³⁵). Der Limburger Chronik zufolge ³⁶) starb

¹1) S. 28. ¹²¹) Baldewin v. Lütz., S. 506 A. 1. ¹³⁵) Wenck, I b, S 85. ¹⁰) I a, S. 462 A. I. ¹) Limb. Chr., S. 27, A. 2. ¹⁰⁶ I, S. 145, vgl. auch III b, S. 171. ²²) nach I, S. 187. ¹⁸) 3. 27. ¹) Gutha(oder Jutta? 8o Wenck, I a, S. 461 f., A. l.) ²⁰) bei Bahl, Pr. II, S. 21.) I, S§. 145. ²) Wenck, I b, S. 102. ²*) II,§ 120. ²⁰ Ia, S. 404, A. 7. ²) Wenck, I a, S. 404, A. 7 u. 414 mit A. q. ¹*) Wenck, I b, S. 117. ²⁷) Die Angabe in der Is. St. bei Johann II.:verm. 1329 stützt sich wahr- scheinlich ebenfalls auf die Wencksche Urkunde. ²) Wenck, I, S. 385. ²*) Wenck, I, S. 414, Lehmann, Spanh. Gesch., I, S. 176. ³⁰) Wenck, S. 415, A. y u. w. ¹) Pr. II, S. 19. ²³) S. 27. ²*) Wenck, I a, S. 413 u. Anm. o. ¹¹) I, S§. 105 f. u. II, S. 61 f., 67 ff., 72. ²³⁵) Korrespondenzbl. des Gesamtver. d. dtsch. Geschichts- u. Altertsvereine, 1891, S. 141.*) S. 41.