Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 4. Teil
Entstehung
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einer Urkunde vom 28. Sept. 1381 ¹⁴½) doch Gerhard da schon tot ist; Stein dagegen nimmt ¹⁵), wie Wenck ¹⁶) und andere, einen Gerhard(VI.), also Gemahl der Mena, der zum letzten Mal in einer Urkunde vom 18. Mai 1366 vorkomme ¹⁷), an und von da bis 1382 einen Sohn desselben, Gerhard(VII.), dessen Todestag der Grünsfelder Grabstein angebe. Schon wegen des eben verzeichneten Widerspruchs zwischen Urkunde und Grabstein wird letzteres für das Richtige zu halten sein, ausserdem weil nach Stein ¹⁸) den 23. Mai 1371 ¹⁹) und den 12. Aug. 1373 20) Wieland hat l. c. in seinen Re- gesten nichts davon Graf Johann von Wertheim, der Gemahl von Gerhard's VI.(V. nach Wieland) Tochter Margaretha ²¹), als seinen Schwager bezeichnet Gottfried von Rieneck, der seinerseits wiederholt Bruder eines Gerhard, eines jüngeren also(VII. nach Stein), genannt wird 2²2²).

8. Ausser Gerlach II. nimmt Wenck ¹), dem Reck und Simon folgen, irrig noch einen älteren gleichnamigen Bruder aus derselben Ehe Johanns I., der nach Wenck Gerlach entspross, an infolge unrichtiger Auffassung zweier Stellen von Limburger Ueberlieferungen, worin bei den Jahren 1343 und 1347 ²) ein Gerlach,unseres junkeren bruder, undGerlach der eldeste unsers hern bruder genannt, wo aberGerlach III., der Bruder des dem Erzähler zeitlich näher stehenden letzten Herrn von Limburg (Wyss), Johanns II.(III. nach unserer Zählung), gemeint ist. Die Isenburger Standes- herrnvereins-Tafel hat also mit Recht nur den einen Gerlach II. Wenn sie aber bei diesem bemerkt, er heisse den 26. Juni 1323 Graf, was sich nur beziehen kann auf eine Urkunde dieses Datums im Nass. Urkundenbuch ³), so wäre das besser weggelassen worden. Die Urkunde ist nämlich dem Falkensteiner Kartular im Wiesbadener Archiv entnommen, ist also eine Abschrift und beweist den Mangel voller Genauigkeit durch die Verwechselung eines Namens(es steht Gerloch statt Bertheld), sowie dadurch, dass der zuletzt alsGrave von Lymporg bezeichnete Gerlach vornher von Limpurg genannt ist. Dieselbe Verschiedenheit findet sich auch bei dem zweimal unmittelbar vor Gerlach von Limburg stehenden Gottfried von Eppenstein 4). Bis zur Herausgabe der Todestag und-jahr bestimmt nennenden Limburger Annalen bei der Limburger Chronik durch Wyss 1883 galt 1354) als Todesjahr Gerlachs II. Die Angabe des Franziskaner-Nekrologs): 2. April 1355 stimmt auch insofern nicht dazu, als er da Gemahl der Elisabeth von Falkenstein genannt ist, die aber mit Gerlach III ver- mählt war. Für die Richtigkeit der Annalen-Angabe(14/4 1355) spricht, dass nach einer Urkunde vom 27. April 1355) Gerlach III. den Limburgern verspricht, ihre Rechte, Privilegien etc. nach den Briefen von Königen, Kaisern, seinem Vater etc. zu achten. Das geschah doch wohl sofort nach des Vaters Tode bei Antritt der Herrschaft. Die Urkunde über den Verkauf der Hälfte von Limburg vom 24. Mai 1344 (Montag nach Pfingsten) befindet sich im Staatsarchiv zu Wiesbaden ³). An den ver- schiedenen, seither als Verkaufstage angenommenen Tagen wurde, am 22. Mai(Pfingst- abend) ²) dem Landgrafen von Hessen bei dessen Einwilligung in den Verkauf die Ach- tung seiner Rechte versprochen, am 26. Mai(Mittwoch nach Pfingsten) ¹⁰) schon Lim- burg von Balduin seines Schutzes versichert u. s. wW. Vom 30. Mai aber(Sonntag nach

14) S. 254. ¹⁵) Arch. f. Untfr. XX, 3, S. 101 ff. ¹⁶) I, S. 421 A. c. 17) Mena starb d. 10. Apr. 1367. Wenck, l. c. ¹s) l. c., S. 103 f. ¹⁹) Reg. Boic., IX, S. 279. ²⁰) bei Simon, Gesch. d. Grafen v. Erbach, Urkde Nr. 90. ²¹) Wenck, I, S. 428. ²²) Wieland, I. c., S. 252 ff.

¹) I, S. 404, 6 und 406. ²) Limb. Chron., Ausg. v. Wyss, S. 99 mit A. 6 u. S. 101 mit A. 1. ³) I 3, S. 127 f.° Auch Reck erteilt übrigens verschwenderisch den Grafentitel ganz unverdienter Weise den Limburgern, wie den üurigen Isenburgern, den Runkel-Westerburgern, Eppsteinern u. a. 5) nach der Chronik, S. 41. ³ Wenck, I b, S. 83.*) bei Corden, II,§ 211.) S. Bahl, Pr. II, S. 11. *) Wenck, I b, S. 309 f. ¹⁰) Görz, Reg. der Erzb. v. Trier, S. 84; die ganze Urkde jetzt bei Bahl, Pr. II, S. 29; Wyss wirft Limb. Chr. S. 28 A. 6 irrtümlich das Datum davon und das der Wenckschen Urkde zusammen.