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in welcher nach Böhmers Regesten durch Rudolf von Habsburg Graf Gerhards IV. Tochter Jutta von Diez, und falls diese ohne Leibeserben stürbe, Mechtilden. Ger- hards IV. Schwester, Gemahlin Werners I. von Münzenberg-Falkenstein ³), sowie deren Kindern das Anrecht auf die Grafschaft Diez zugesprochen wird, worin also von Ger- hards IV. anderer Schwester Adelheid und Kindern derselben keine Rede ist. Sein kinderloses Absterben vor dem 2. April 1285 wird aus der oben unter 5 erwähnten Urkunde dieses Tages geschlossen. Arnoldi freilich meint ⁴), die Aussteller einer Urkunde vom 5. November 1340 ⁵)„Eberhard, Herr von Lymburg und Crafft, sein Bruder, seien vielleicht Söhne von Heinrich und Adelheid, da die Grafen von Diez im Greifensteinischen Güter und Zehnten besessen, die Besitzungen der genannten Brüder dort aber vermutlich ein Erbgut ihrer Mutter gewesen seien. Sie sprechen in der Urkunde von ihren„Neffen von Greifenstein“, es handelt sich um Ansprüche auf ein „Gut von Greifenstein“, der Name Crafft kommt bei den Greifensteinern öfter vor; sonst aber haben wir für Vermutungen zu wenig Anhaltspunkte in den wenigen Ur- kunden und Nachrichten. die, nachdem„der wichtigste Teil des Solmsischen Archivs verbrannt ist“ ⁶), über die Greifensteiner vorliegen.
7. Ueber das Vorkommen Elisabeths s. Wenck ¹). Dafür, dass sie einige Jahre vor 1312 vermählt wurde, spricht die Verheiratung der ältesten ihrer zwei Töchter und einzigen Kinder, Agnes, 1326 ²). Ueber ihren Gemahl Ulrich s. ebenfalls Wenck 3), dessen Vermutung es auch ist ⁴), dass Ulrichs Ehe mit ihr vielleicht seine zweite Ehe war. Was die Töchter Elisabeths angeht, deren ältere eben 1326 Graf Eberhards III. von Katzenellenbogen Gemahlin wurde ⁵). so sei nebenbei noch bemerkt, dass die zweite, Mene(oder Amene) ⁶), ehe sie den von Wenck*) als einzigen Gemahl genannten Grafen Gerhard von Rieneck(Reineck, wie er sagt, er war aber Graf von Rieneck in Ostfranken) ehelichte, nach Bodmann ⁵) 1331 die ihrer Herkunft nach Eigenbrodt ³) unbekannte Gemahlin Mene Cuno's II. von Falkenstein(tot 1334) war, der in dem Urkundenauszug dort Ulrich von Bickenbach seinen„sweher“, Schwiegervater ¹0), und seine Gemahlin Mene noch ausdrücklich dessen Tochter nennt. Gerhard von Rieneck war also auch ihr zweiter Gemahl, mit dem sie seit 1339 als vermählt auftritt und, wie Wenck wohl richtig sagt ¹¹), auch erst 1339 oder kurz vorher vermählt wurde. Nach Wieland's Beiträgen zur Geschichte von Rieneck ¹²) erscheint sie zwar erst 17/9 1342 urkundlich als Gemahlin Gerhards, doch steht dort S. 240 das Regest eines In- struments schon vom 11. Juni 1339 über die Verhandlung vor Menens Vater Ulrich von Bickenbach in einer Streitsache des Erzstifts Mainz mit den Grafen von Hohenlohe und Hanau, die Herrschaften Rieneck und Bartenstein betreffend. Uebrigens setzt Wieland ¹³) die Lebenszeit des Gemahls der Mena, Gerhards(V. bei ihm), bis zum 26 Juni 1382 nach dem Grabstein in der Pfarrkirche zu Grünsfeld an, obgleich nach
3) Kölluer, S. 380 u. 386. Vgl. auch Arnoldi, II, S. 66 f. ⁴) Histor. Denkwürdigkeiten, 1817, S. 96. ⁵) bei Arn. l. c. ⁶) Arnoldi, Nass. Gesch., I, 217. Gemeint ist wohl der Brand vom 10. Mai 1679, über welchen der Rbein. Ant. I, 3, S. 742 berichtet, auch Graf Rud. zu Solms-Laubach, Gesch. des Hauses Solms, S. 92 f. Zu dem Gesagten vgl. sonst Reinhard, Kl. Ausf., II, S. 326 ff. A., Arnoldi, I, S. 82 ff., 217 ff., III b, S. 126 ff., Weigand, Gesch. d. Deutschen, II, 1836, S. 223, Vogel, S. 249 ff.
l) I, S. 420, A. w, 423 f. Vgl. auch S. 301 mit A. i und die Tafel zu S. 450. ²) Wenck, I, S. 398 ff. und 420. ³) I, S. 299— 301 u. 417— 420. ⁴) I, S. 418 A d. ⁵) Wenck, I, 8 398, 400, 420. ⁴)= Imagina. Denn auf ihrem Siegel zu einer Urkunde v. 20/4 1352 heisst sie Megine, in der Ein- weihungsurkunde einer Kirche v. 12/10 1365 Ymago. S. Wielaud im Arch. f. Untfr., XX, 1 u. 2, S. 245 u. 250 Anm.*) S. 421 u. auf d. Tafel S8. 450. ³⁸) Rheing. Altert., 1819, S. 74 f. ⁹) im Hess. Archiv, I 1, Gesch. d. Dynasten v. Falkenst. ¹⁰) also nicht Schwager, wie Bodwann selbst u. Graf R. v. Solms in d. Gesch. des Hauses Solms(Falkenst. Stammtafel zu S. 122, Anm.) sagen. Vgl. auch Nass. Urkdb. I, 3, S. 159. ¹1¹) I, S. 421 A. c u. Tafel zu S. 450. ¹²) Arch. f. Untfr., XX, ½ S. 84(vgl. S. 241). 13) l c., S. 84 f.


