10 unten.— Uda von Ravensberg wird, wie von Lamey ¹⁰) infolge eines Versehens— denn er verweist selbst auf unseren Grüsner ¹⁹—, so von Haarland ²⁰) und noch von Fricke ²¹) fälschlich einem Grafen Johann von Limburg-Styrum zur Frau gegeben. Sie kommt seit 1276(nach Haarland) und bis zum 10. Sept. 1310 ²²) urkundlich vor. Obschon Johann und Uda im April 1298 ²³) vom„consensus omnium puerorum nostrorum“ sprechen, so kann damals ihre Ehe doch noch nicht lange bestanden haben. Denn Uda war nach Lamey und Haarland das zweitjüngste der bekannten acht Kinder und die zweitjüngste Tochter des beim Tode seines Vaters 1249 noch minderjährigen Grafen Otto; sie und ihre jüngste Schwester Hedwig werden bei einer Stiftung 1285 ²¹) neben den übrigen sechs Geschwistern nicht als zustimmend genannt, doch wohl weil noch zu jung— denn verheiratet, mit Johann wenigstens, war sie noch nicht, dessen Gemahlin Elisabeth lebte ja 1285 noch—; ihre jüngere Schwester Hedwig ist 1294 noch unvermählt(später wurde sie Gemahlin eines schwedischen Marschalls); die ältere Schwester Adelheid aber wurde nach Rommel ²⁵) an den 1272 geborenen Landgrafen Otto I. von Hessen erst 1297 oder 1298 verheiratet. Wenn nun König Albrecht unserem Johann erst am 15. Nov. 1298 ²⁰) die Bewittmung seiner Gemahlin Uda ge- nehmigt, und zwar dem Wortlaute nach offenbar zum ersten Mal, während den 19. März 1309 Heinrich VII. die Genehmigung nur seinerseits bestätigt, so wird das, da die Bewittmung gleich nach der Heirat zu geschehen pflegte, wie sie nach Corden ²⁷) auch bei Gerlach II. geschah, auch den Schluss erlauben, dass die Vermählung Udas mit Johann nicht lange vorher stattgefunden habe. So muss man denn wohl nach dem erwähnten„consensus omnium puerorum“ vom April 1298 noch andere von den uns bekannten Kindern als der ersten Ehe Johanns entsprossen und die omnes pueri als Stiefkinder Uda's denken, auch, entgegen Wenck ²⁸), Corden ²⁹), Reck ³⁰) und der Is. Stammtafel ³¹)y den nach 1. oben schon am 1. Juli 1292 in Aachen, wie es scheint, anwesenden Gerlach II. und Mena. Dem scheint bezüglich Gerlachs freilich der Wortlaut einer Bemerkung in der Limburger Chronik über ihn ³²) zu widersprechen. Es heisst dort:„Der— blinde Herre hatte ein wip von Rabensperg uss Westfalen, genant frauwe Uda; der son Was..... Gerlach(II.) unde waren die... lantgreben zu Hessen Henrich unde Ludewig unde her Gerlach zu Limpurg zweier rechter ge- suster kinde.“ Allein der auch sonst von Irrtümern nicht freie Chronist ³³) scheint Elisabeth von Geroldseck, die er nicht erwähnt, eben gar nicht gekannt zu haben, wie denn auch Reinhard, Fischer und Grüsner sie nicht kannten.— In dem Franziskaner- Nekrolog heisst es zum 25. Juni: O(obiit) Nobilis Domina Uda de Limpurg sepulta in Choro apud Dominum suum 1313. Nun gibt aber Schannat ³⁴³) eine Urkunde vom 18. Januar 1336 über Stiftung einer Kapelle in der Vorstadt von Staden, worin es heisst: Nos Uda, relicta quondam Nobilis Viri Domini Joannis de Lympurg et. Nos Gerlacus eius Filius, Dominus ibidem in Lympurg.... fundavimus.... et dotavimus..... praesentibus et dotamus.... Danach muss Johanns Gemahlin Uda doch wohl 1336 noch gelebt haben. War etwa jene Uda des Franziskaner-Nekrologs eine andere? Etwa die Witwe von Johanns Bruder Gerlach?
3. Zu dem, was gegen Mechtel's Ueberlieferung ¹), die Wenck ²) gelten lassen will, dass nämlich Agnes die zweite Gemahlin Heinrichs von Westerburg gewesen sei,
¹19) Gesch. d. Grafen v. Ravensberg, 1779, S. 51 u. Stammtafel dort zu S. 68. 18a) in der S. 51 angezogenen Anmerkg e von S. 48. 2²⁰) Gesch. d. Burg etc. Rav., 1838, S. 145 ff. ²¹) Gesch. d. Stadt Bielefeld u. d. Grafsch. Ravensb., 1887, S. 42. ²²) Nass. Urkdb., I 3, S. 74. 2²³) Wenck, I b, S. 67. 2²4) Lamey l. c., II(Urkdb.), S. 56; vgl. I, S. 42 u. 49. 2²⁵) II, S. 130. ²⁶) nach Böhmer's Regesten. 27) II,§0 116. ²⁸) I, S. 406. ²⁹) II,§ 88 f. ³⁰) S. 96. 3¹) Simon lässt das II, S. 133 unerwähnt. 3²) bei Wyss S. 27. ³³) Vgl. Wyss, L. Chron., S. 13. 34) Dioecesis Fuldensis, 1727, Cod. Prob., p. 312, Nr. 121.
¹) im Pag. Log.(die Stelle gibt Wenck, I, S. 403 A. 2) u. in d. Chronik bei Honth., Prodr. S. 1081. 2²) I, S. 476 A. 2.


