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ging zur See den 25. August 1248 ²¹))— und in einer Urkunde dreier Brüder vom Waldmannshausen Zeuge ⁹²) Und wenn Brower, wie oben Anm. 67 gesagt, ein Schreiben vom J. 1250 kannte, das mit päpstlicher Ermächtigung denen, die das Jahrgedächtnis der Einweihung der Franziskanerkirche in frommer Weise feierten, einen Ablass verheisst, so setzt das schon für den Beginn der Kirche ein früheres Jahr als 1248, wo aber Ludwigs Kreuzzug auch erst begann, voraus, eine noch frühere Zeit also tür die Ankunft der Minoriten in Limburg, zumal wenn, wie Mechtel in seinem später als. seine Limburger Chronik geschriebenen Pagus Logenahe sagt ³³), sie nach ihrer ersten Ankunft wegen ungenügender Unterstützung auf einige Zeit wieder abzogen. Uebrigens berichtet der Pagus Logenahe, von Johann, dem„Bruder domini Gerlaci“, nicht von diesem, er habe auf der Rückkehr vom Kreuzzuge aus Apulien einen Gefährten des bl. Franziskus mit einem socius nach Limburg mitgebracht, wohin sie nach der er- wähnten Entfernung bald und zwar unter dem Ordensgeneral Elias ²⁴) zurückgekehrt. seien. Reck lässt(nach welcher Quelle, weiss ich nicht) Gerlach die zwei Franziskaner aus dem Elsass mitbringen. Aus diesem Gewirre der Ueberlieferungen und Ansichten ist es schwer, einen Ausweg zu finden. Jedenfalls liegt auch hier, wie bei so vielen Klostertraditionen, die Tendenz vor, der Ordensgründung ein höheres Alter, als ihr that- sächlich zukommt, beizulegen ⁹⁵). Koch erklärt ⁵⁰) wohl mit Recht auch das Geschichtchen von dem durch Gerlach oder seinen angeblichen Bruder Johann von der Kreuzfahrt mitgebrachten Franziskaner(einen Bruder Gerlachs, Johann genannt, kennen wir gar nicht) für eine„Anekdote“. Dafür spricht auch, worauf Bahl 97) aufmerksam macht, dass ein Gerlach(oder Johann) aus dieser Zeit in dem Nekrolog der Franziskaner gar. nicht erwähnt wird. Am wahrscheinlichsten noch kommt mir die von Hueber angegebene Zeit um 1230 als die für die Niederlassung der Minoriten in Limburg vor. Einigen Anhalt bietet dafür auch der Umstand, dass, nachdem 1227 der Vergleich u. a. wegen des Patronats des Pfarraltars in der Nikolauskirche zu Gunsten der Stiftskirche durch Schiedsrichter zu Stande gebracht und durch den Erz- bischof von Trier gutgeheissen ⁹⁸), 1232 uud 1234 der Pfarraltar mit seinen Gefällen u. a. den Stiftskapitularen zur Aufbesserung ihrer Präbenden durch die Erzbischöfe von Mainz(Patron der Propstei, s. Pr. I, S. 19) und Trier überwiesen ⁹⁹) und 1235 die Verzichtleistung des Propstes Eberhard von Isenburg auf das Patronatsrecht der Skt. Nikolaus- und Pfarrkirche bestätigt war ¹⁰⁰), die Stiftskirche nun und zwar schon in einer Urkunde von 1235 Georgen- und Nikolaikirche genannt wird ¹⁰¹½»j. Auch der Nikolaus-Altar selbst wurde in die Stiftskirche übertragen und führt hier noch 1345 in einer Urkunde den Namen„Pfarraltar“ ¹⁰²), Das scheint doch auf ein Aufgeben der Nikolauskirche d. h. auf Abtretung derselben, die ja, wie Busch meint ¹⁰³)„, klein und baufällig gewesen sein mag, an die Minoriten hinzuweisen, die auch Lotz-Schneider und Götze annehmen. Nach dem Pagus Logenahe Mechtels S. 34 erhielten diese frei- lich zur Erbauung einer Kirche nur einen grossen, feuchten Platz. Allein, wie Mechtel in seiner Limburger Chronik ¹⁰⁴) vermutet und auch Corden annimmt ¹⁰⁸), stand die spätere Barfüsserkirche(die nach Götze und Lotz im Anfang des 14. Jahrhunderts abgebrochen und durch die jetzige grössere ersetzt wurde ¹⁰⁶), was, wenn richtig, schon
91¹) Dietsch-Kohl, II 3, S. 356. ⁹²) M. U., III, S. 719. ¹³³) und nach ihm Marx IV, S. 365. 94) 1232— 39 nach Voigt, Denkwürdigkeiten des Minoriten Jordanus von Giano, S. 78. Nach Wadding freilich folgte, wie Voigt zeigt, Elias schon 1227 für einige Zeit auf den hl. Franziskus(† 1226). Ob das etwa Mechtel auch annahm?) Vgl. Koch, S. 7. Beispiele gibt der Minorit Eubel in der Geschichte der oberdeutschen Minoriten-Provinz, 1886, S. 7. ⁹⁶) S. 35. 97) Pr. v. Limbg., I, S. 17 A. 7. ⁹⁸) Nass. Urkdb., I, S. 286. ⁹⁹) Nass. Urkdb., I 1, S. 296 u. 302. ¹⁰⁰) Nass. Urkdb. I 1, S. 306 f. 1¹⁰¹) S. Kremer, Or. N., II, S. 274. Vgl. auch Vogel, S. 781 u. Götze, Nass. Ann., XIII, S. 246. 1¹⁰²) Götze, S. 258. 106) Einige Bem. über das Alter d. Domk. z. L., S. 19 f. 1¹⁰4) Honth. FProdr., S. 1070. 105) I,§ 413. 106) Götze, S. 246; Lotz, S. 292.


