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populari ⁸³) anno 1242 demolitum est. Und so neige ich denn zu der Ansicht, die vor- wiegend hohenstaufisch gesinnte Stadt habe sich anfangs, wie 1279 8⁴), mit Glück gegen Angriffe der Päpstlichen. wohl auch des Stiftsvogts oder noch beider Brüder, insbe- sondere auch gegen die Grafen von Diez und Weilnau verteidigt, sei aber später durch Gerlach's Verbündete und die Gegenkönige zum Paktieren mit Gerlach unter für sie selbst ziemlich günstigen Bedingungen, wie dieselbe später thatsächlich sie genoss, ge- zwungen worden.
Nach der Stammtafel des Standesherrnvereins soll Gerlach 1248 an dem Kreuz- zug des Königs Ludwig IX. von Frankreich teilgenommen haben. Mir scheint das Reck nachgeschrieben zu sein, der es wohl nur vermutet hat, übrigens auch schon 1217 mit Georg von Wied zum Zug nach Holland, England, Portugal und Aegypten einen „Gerlach von Isenburg“ abgehen lässt, womit er wohl den freilich in keiner Quelle dabei genannten ⁵⁵) Gerlach II. von Covern meint, da ihm unser Gerlach zu jung dafür mag geschienen haben wie ja auch Grüsnern(S. 6 f. A. b). Brower nämlich berichtet ⁵⁰) zum J. 1218, Gerlach, der Herr von Limburg(„Limburgi dominus“), sei mit Georg von Wied bei der Belagerung von Damiette in Aegypten gewesen, und S. 121 zum J. 1223, Gerlach habe einen Gefährten(„ex contubernio“) des hl. Franziskus und einen socius desselben,(einen„Laienbruder“ übersetzt Marx IV, S. 365) nach Limburg mitgebracht, und durch die Munificenz des Dynasten sei noch zu Lebzeiten des hl. Franziskus(+ 1226) dort mit dem Bau einer Kirche für die Franziskaner begonnen worden. Aehnlich Mechtel, nach dem das Kloster zu Limburg bei den Franziskanern als das erste und älteste der Niederrheinischen Provinz galt, der aber erklärt, über den Anfang des Klosters nur Tradition und Sage berichten zu können 87). Beides, Teilnahme am Kreuzzuge 1218, sowie Einführung der Franziskaner c. 1223 in Limburg und Beginn des Kirchenbaus für sie ist freilich für diese frühe Zeit nicht wahr-. scheinlich. Für den Kreuzzug erscheint Gerlach, der bis 1289 lebte, in der That damals noch zu jung. Herr von Limburg war er auch noch nicht, auch nicht vermählt. Hueber lässt auch ⁸s) Gerlach, und zwar erst„um 1230“, einfach mit einer„gott- seligen Gesellschaft“ nach Palästina„reisen“, die Franziskaner dann als „etwas seltzames“ seiner Gemahlin mitbringen und ihr Kloster bauen. Bis 1225 hatte aber Jordanus von Giano, der Darsteller der ersten Ordenszeit und selbst Provinzial von Deutschland 1223— 27, überhaupt noch kein Kloster im Orden gesehen 89), Wenn andererseits, wie Koch(S. 34) es wahrscheinlich findet, erst um die Mitte des 13. Jahrhunderts den Minoriten Kirche und Kloster in Limburg geschaffen wurde— die älteste urkundliche Nachricht hiefür ist das Auftreten des Br. Theodericus, Guar- dians von Limburg, als Zeuge 1 254 ⁰⁰)—, so hat, falls überhaupt die Beteiligung Gerlachs I. an einem Kreuzzuge nach dem Orient aufrecht erhalten werden soll. die Annahme Recks und der Stammtafel des Standesherrnvereins, dass er mit Ludwig IX. von Frankreich gezogen, zwar einigen Schein für sich. Allein es hinderte der seit 1242 gegen die Hohenstaufen geführte Krieg, wie die Deutschen überhaupt, so wohl auch Gerlach an dem Auszug aus der Heimat, diesen insbesondere noch die oben erwähnte Belagerung Limburgs, falls sie geschichtlich ist und in diese Zeit fiel, man müsste denn annehmen, dass gerade seine Abwesenheit dazu benutzt worden sei Ich finde aber auch bei Wilken keinen Deutschen als an diesem Kreuzzuge Ludwigs IX. be- teiligt angeführt. Im Juli 1248 wenigstens war Gerlach noch zu Hause— Ludwig IX.
83)„Volksaufstand“ übersetzt Vogel, S. 786. ³⁴) Vogel, S. 780. s5) Nur Burggraf Heinrich von Isenburg kommt als Krcuzfahrer 1218 vor Görz II, S. 373. 8⁶) II, S. 119. Vgl. auch meine erwähnte Besprechung von Bahls Progr. I, S. 69. 87) Honth. Prodr., S. 1067. 88) Dreyf. Cron., S. 42 u. 58. 89) S. dessen Denkwürdigkeiten, herausgeg. von G. Voigt, 1870, S. 115 f. Vgl. auch Müller, Anfänge des Minoritenerdens etc., 1885, S. 96 f. ⁹⁰) Grüsner, Beitr. III, S. 179.


