Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 4. Teil
Entstehung
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gegen Ende der 40 er Jahre des 13. Jahrhunderts schon heimisch in Limburg ⁶⁷), endlich stand von den wenigstens 1289 als Lehnsherrn der Limburger Dynasten erscheinenden 6s) Reichsfürsten neben Mainz auch die Landgräfin Sophie von Hessen, die Schwester Heinrich Raspe's ⁶⁵), und standen die Limburg benachbarten Grafen Gerhard von Diez, Walram und Otto von Nassau. Heinrich von Weilnau, sowie Siegfried, Herr von Runkel ¹⁶), gegen die Hohenstaufen. Unter diesen Verhältnissen ist sicherlich anzunehmen, dass auch Gerlach. obschon er eine Anzahl Reichslehen hatte, zu den Gegnern Friedrichs II. und Konrads IV. gehörte und auf die Seite der Gegenkönige Heinrich Raspe und Wilhelm von Holland trat. wenn sie ihm nur den Weiterbesitz der Reichslehen zusicherten. Da aber die Bürger der Stadt wohl zum guten Teil den Hohenstaufen anhingen, wie die meisten Städte auch nach Heinrich Raspe's und Wilhelms von Holland Wahl), und Gerlach mögen bedrängt haben, wie die Wormser den Bischof Landolf in Worms ⁷²) und später Richard ⁷³), so dürfte Heinrich Raspe, unter dem 1246 Heinrich II. sich schon dominus de Isenburg nennt ⁷⁴), oder Wilhelm von Holland Ger- lach ähnlich in seiner Anhänglichkeit durch weitere Begabungen bestärkt haben, wie Wilhelm es am 13. März 1249 bei Graf Diether III. von Katzenellenbogen ⁷⁵), 1249 auch bei Friedrich III., Burggrafen von Nürnberg ⁷⁶), und sonst that; denn besonders die weltlichen Grossen wahrten der Mehrzahl nach in dem Streit lange eine Mittel- stellung 7). Ob und inwieweit mit dem Kampf gegen die Hohenstaufen auch die erfolglose Belagerung Limburgs durch 18 Hauptleute, die nach einer Ueberlieferung aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts 7) 1248 d. h. wohl von 1248 an 3 ½ Jahre lang stattfand, zusammenhing, ob Gerlach, der dort nicht genannt ist, mitbelagert wurde oder gar selbst mitbelagerte, ob etwa ein Zusammenhang oder Aehnlichkeit anzunehmen sein sollte mit dem Streit zwischen Gerlachs Bruder Heinrich, Vogt von Villmar, und Graf Gebhard von Diez, der sich durch die Befestigung Villmars in seinen gräflichen Rechten beeinträchtigt glaubte der Streit wurde 1251 durch Schiedsrichter beige- legt ⁷³), ist nach den vorliegenden Nachrichten wohl nicht mit einiger Sicherheit zu entscheiden. Uebrigens berichtet dieselbe Quelle weiter, nach dem Abzug der Belagerer Limburgs seiendie von Limburg(nach dem Zusammenhang wohl die Bürger von Limburg) ausgezogen und hätten Ardenberg zerstört 8). Auch zwei Burgen bei Linteri) seien in grosse Not gekommen und hätten sich kaum gehalten. Und Diez sei in diesen Zeiten zweimalgewonnen worden(von den Limburgern, scheint gemeint). Mechtel aber setzt, und so auch Vogel), die Belagerung Limburgs und die Angriffe auf die zwei Burgen zu Linter, sowie auf Ardenberg ins Jahr 1242, also in den An- fang des Kriegs gegen die Hohenstaufen und sagt(I. c. S. 87): Castrum Linter in furia

67) 1252 lässt Hueber S. 43 den Bischof von Samland Johann(von Diest, Hintze, S. 68 u. 138) in ihrer Kirche zu Limburg die Kreuzbulle(gegen die Staufer wohl. Friedrich II. hatte die Franziskaner im November 1240 aus seinem Königreich beider Sicilien sogar ganz ausgewiesen. S. Böhmer, Regesten Friedrichs II. Vgl. auch Cardauns, Konr. v. Hostaden, S. 22 f.) und einen Ablass verkünden. Brower erwähnt II, S. 121 ein Schreiben(publicae litterae) vom J. 1250, wodurch dedicationis eius templi (der Franziskanerkirche) anniversariam memoxiam pie recolentibus largae peccatorum condonationes auctoritate Pontificia indulgentur. ⁶s) Pr. II, S. 25; III, S. 8 ff. 6⁹) Hintze, S. 71. 7⁰) die Nassauer wenigstens seit 1250, die übrigen finden sich so 1250(Hintze, S. 39 u. 30), kommen aber schon 1247 bei Beilegung eines Streites zwischen Mainz und dem staufischen Rheinpfalzgrafen u. Baiernherzog Otto, Konrads IV. Schwiegervater, als Zeugen, wie es scheint, für d. Erzb. Siegfried vor(Baur, III, S. 592), gehörten also wohl da schon zu dessen Parteigenossen.) Reuss, Wahl H. Raspe's, S. 9 f., Hintze, S. 7, Dietsch-Kohl, II 3, S. 323.) Arnold, II, S. 50.) Hintze, S. 77. 7⁴) Görz, III, S. 115. ⁷⁵) Wenck, Ib, S. 17. Hintze, S. 80, auch Böhmer. 7⁶) Hintze, S. 73. 77) Cardauns, Konr. v. Hostaden, S. 11 u. S. 23, Hintze, S. 6 f. 1⁸) S. d. 1. Anhang zur Limb. Chron. bei Wyss, S. 98. 7⁹) S. Hennes, Gesch. d. Grafen v. Nassau, I, S. 213. Vgl. auch Görz, III, S. 199 u. Pr. III, S. 10. 80⁰) nach Vogel, S. 768 die 1130 durch Walter von Diez erheiratete Burg, statt deren 1395 Adolf v. Nassau-Dillenburg-Diez Ardeck dort erbaute. ³¹) im Diezer Gericht Flacht. Arnoldi II, S. 10. 82) im Pagus Logenahe, S. 39. der Wiesb. Abschrift.