Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 4. Teil
Entstehung
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1240 nur wenige Male), wo allerdings der Besitz landeshoheitlicher Rechte ⁵²) aus- gesprochen zu sein scheint Isenburgische Münzen sind nach Grote) auch erst von Rosemann von Kempenich(1228 63) bekannt 54). Mögen wir nun auch etwa annehmen, dass Gerlach nach der in der Hauptsache vollendeten Abteilung mit seinem Bruder 1248 sichvon Limburg benannte, weil er dort jetzt seine bedeutendsten Besitzungen und Rechte und die wohl schon in eine Burg umgebaute, von dem Stift ihm überlassene Propstwohnung ⁵⁵) hatte: die Annahme des Titels dominus de Limburg seinerseits setzt wohl voraus, was auch Brower ³⁶) bestätigt mit den Worten: Advocatorum celebrari nomen coepit, qui tutelae tum collegii tum accolarum.... e vicinia accersiti, inde Cae- sarum beneficio se pro dominis gessere Limburgensis oppidi, dass Gerlach in dem Kampf zwischen der hohenstaufischen Partei und ihren Gegnern weitere Reichslehen in Limburg ⁵⁷) oder Rechte, insbesondere Regalien erhalten habe. Von einer voll- ständigen Landeshoheit kann allerdings nicht die Rede sein. Das zeigt schon der Umstand, dass 1288 die Stadt Limburg mit Graf Gerhard IV. von Diez selbständig einen Vertrag schliesst 5s), Allein auf Erhöhung seiner Stellung gegen früher weist andererseits das hin, dass Gerlach das Recht auf Besetzung der Propstei des Limburger Stifts vor dem 26. Juli 1259 an diesem Tage und wieder am 14. Juli 1260 verzichtet er zu Gunsten des Erzbischofs von Mainz darauf ⁵⁵) glaubte beanspruchen zu dürfen, während doch er und sein Bruder Heinrich 1232, damals freilich als Vögte in einem das Ernennungsrecht betreffenden Streit zwischen Stiftskapitel und Erzbischof von Mainz, sich verpflichtet haben, den letzteren in Ausübung dieses Rechts nie hindern zu wollen 60). Von wem aber, fragen wir, erhielt Gerlach wohl die hoheit- lichen Rechte, die er eben hatte, oder wenigstens, falls er sie sich anmasste, nach- träglich die Anerkennung? Von den noch 1238 und 1243 als nobiles de Isenburch bezeichneten Brüdern Heinrich und Gerlach wird jener, der 1236 noch Zeuge bei Friedrich II. gewesen ist ⁶¹), von Konrad IV. mit dem Grafen von Nassau(Heinrich II.) 1241 zu den Reichsfeinden gerechnet ⁶²), der Schwager Heinrichs von Isenburg, Konrad von Hostaden, Erzbischof von Köln 1238 61, und der Bruder ihres Schwagers Gott- fried III. von Eppstein, Erzbischof Siegfried von Mainz(1230 1249), standen an der Spitze des 1242 in Deutschland beginnenden Krieges gegen die Hohenstaufen 63), in welchem beide Kircheufürsten mitdem Herrn von Isenburg(wohl Heinrich II.) 1243 und 1244 nach den Ann. Wormatienses Worms plünderten und brandschatzten ²⁴⁵⁴). Nach einer bei Will abgedruckten Stelle aus Höfler, Albert von Beham(1847)archi- episcopus Moguntinus cum comitibus de Isenburg regnum Alemanniae ferro flamma- que subvertit et suos- Der Erzbischof Arnold von Trier(124258), Vetter Gerlachs und Heinrichs, wird als Mitwähler von Heinrich Raspe 1246 genannt 65), er that sich auch als streitbarer Gegner Konrads IV. in dem Treffen bei Höchst d. 5 Aug. 1246 hervor ⁶⁶); die den Hohenstaufen feindlichen Minoriten, die ja Gerlach der Sage nach sogar viel früher nach Limburg gebracht haben soll(wovon unten), waren jedenfalls

51) bei Herren von Meisenburch zuerst 1222 III, S. 157, von Malberg 1224 III, S. 196, v. Wirebach 1225 in einer Copie III, S. 207, v. Bruch 1229 III, S. 303, v. Neumagen 1230 III, S. 321, v. Mander- scheid 1232 III, S. 355, v. Schönberg bei Prüm 1239 III, S. 501 und v. Leyen 1239 III, S. 584. ²²) Eine kurze Zusammenstellung derselben s. bei Marx, II, S. 12. Vgl. auch z. B. Aschbach, Gesch. d. Grafen v. Wertheim, I, S. 391 ff.) Die Münzen u. Medaillen des Hauses Isenburg, 1868, S. 18 ff. 5⁴) 1274 86 kommt mehrmals(Rossel, Eb. Urk., II, S. 212, 248 u. 312) ein Limburger Schöffe Lude- wicus dictus monetarius vor, wonach wohl die Stadt münzte. 55) S. Progr. II, S. 8, III, S. 10. 56) II, S. 121. 5⁷) Vgl. Pr. III, S. 13. 58) Bahl, Lbger Pr. I, S. 21 f. 5⁹) S. Nass. Urkdb., I 2, S. 417 f. u. 423 f. 60) Nass. Urkdb., I 1, S. 298. Vgl. auch Pr. III, S. 11 A. 160. 61¹) Görz, II, S. 582.) D. Ur- kunde bei Hennes, Gesch. der Grafen v. Nassau, I, 1842, S. 232. 63, Böhmer, Regesten Konrads IV. zu 1242 u. Arnold, II, S. 50 ff. 6⁴) S. Will, Regesten zur Gesch. der Mainzer Erzbischöfe, II, 1883/4, S. 276, Nr. 461. 6⁵) Reuss, Wahl H. Raspe's, S. 5. 66) Reuss, Kg. Konr., S. 10, Rübesamen, Heinr. Raspe, 1885, S. 47.