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zu Mainz, wo sie starb und in der seit den 1790er Jahren zerstörten ³²) Klosterkirche zu St. Clara begraben wurde ³³), ausdrücklich sagt, war deren Todestag der 22. Februar (1288), wie ihn auch Schliephake, II, S. 92 hat. Da dieser Tag somit feststeht, so muss wohl das Fest der translatio S. Antonii confessoris auch der 22. Februar und dies dann zugleich der Todestag Gerlachs sein.
Imagina's, seiner Gemahlin, Todestag ist nach dem Nekrolog der Franziskaner in Limburg ³⁴) der 5. November, nach dem von Clarenthal ³⁵) der 3. Nov. Dieser wird in Wahrheit der Sterbetag, jener der Begräbnistag sein. Aehnlich sind bei Johann I. zwei Sterbetage angegeben.
Im Jahre 1243 werden Heinrich II. von Isenburg und sein Bruder Gerlach von ihrem cellerarius noch nobiles de Is genannt ³⁶) Wenn für das nächste urkundliche Auftreten des letzteren Grüsner S. 5 ff. unter Berufung auf das Chron. S. Udalrici (od Augustense) ad ann. 1247, p. 374 ³⁷¹) wo unter den Zeugen einer Urkunde Gerlach von Limpurch u. a. vorkommen, das Jahr 1247 und Gerlach schon seitdem als Herrn von Limburg annimmt, wie auch Schliephake I, S. 438 und noch Bahl in dem Lim- burger Programm von 1889, S. 7, so liegt dem, wie in meiner Besprechung dieser Programmabhandlung ³⁸) und schon in Schmidt'’s Geschichte von Hessen ³⁵) erinnert ist, eine missverständliche Deutung der Stelle des Chronicon Augustense zu Grunde, das nur sagt, dass 1247 Wilhelm von Holland zum König gewählt und zu dessen Zeit ein Landfriedensbund geschlossen worden sei(auch von Gerlach mit), der faktisch aber erst 1254 abgeschlosssen wurde und dem damals auch Gerlach.„Herr von Lim- burg“, beitrat 40). Zunächst nach 1243 kommt also Gerlach im Juli 1 248 und zwar nun als dominus Gerlacus de Limburg vor. eine Bezeichnung deren auch von mir in der Besprechung von Bahl'’s Beiträgen, I gegebene Deutung auf Territorial- hoheit wohl um so eher wird gebilligt werden können, als auch Heinrich II. 1246 41), sich Henricus, dominus de Isenburg nennt, freilich doch nicht über allen Zweifel erhaben ist. Aehnlich nämlich, wie wir eine solche Landeshoheit noch nicht gleich Fischer ⁴²) und den Herausgebern des Mittelrheinischen Urkundenbuchs ⁴⁸) darin zu finden haben, wenn 1238 ⁴⁴) der Truchsess Wigand und in der schon erwähnten Urkunde von 1243 ⁴⁵) Giselbert, der cellerarius der Brüder Gerlach und Heinrich von Isenburg, diese als ihre Herren bezeichnen— als Stiftsvögte schon konnten sie so heissen, aber dominus meus war auch die übliche Bezeichnung bei Standespersonen überhaupt ⁴⁰)—, sind wir, glaube ich, noch nicht unbedingt berechtigt, das vorgesetzte dominus, wo es so zum ersten Male vorkommt, als„Territorialherr“ zu erklären, mag auch nach Ausbildung der Territorialhoheit seit dem Reichsgesetz vom 1. Mai 1231 ³⁷) der Unter- schied zwischen dem vorgesetzten( Ritter) und dem nachgesetzten dominus ¹⁸) nicht immer streng beachtet worden sein. Sonst müsste man den dominus Gerlacus de Kouerne 4⁹) schon 1192 und den dominus Bruno de Ysenburg ⁵⁰) schon 1189 als mit Landeshoheit ausgestattet ansehen. Und doch finde ich statt der bis dahin bei Edelherren üblichen Bezeichnung N. de... oder N. vir nobilis de.. das N. dominus de... wenigstens in dem Mittelrheinischen Urkundenbuch micht vor dem Jahre 1222 und von da an vor
³²) Nass. Annal. II 2, S. 206. ³³) Hagelgans hat die Grabschrift, Nass. Geschlechtstafel, S. 4, auch Kremer, Or. N., II, S. 457. ³⁴) Wenck, I b, S. 84. 3³⁵) Kremer, Or. N., II, S. 420. 36) Görz, III, S. 80. 37) auch in Honth. Prodr., S. 717. 3³⁸) im Korrespondenzblatt für die höheren Schulen Hessen-Nassaus, I, 1889/90, No. 10 u. 11. ³) II, S. 10, A. k. 4⁰) Weizsäcker, D. rheinische Bund 1254, 1879, bes. S. 140. 4¹) M. U. III, S. 660. 42²) I, S. 118,§ 286. 43) III, S. 1149. 4⁴) M. U. III, S. 447. ⁴45) Die Urkunde bei Fischer, II, S. 87. ⁴6) S. Cardauns, Konrad von Hostaden, S. 30, A. 2. 4¹) Vgl. Richter, Zeittafeln d. deutschen Geschichte im Mittelalter, 1881, S. 149 f. u. Dietsch-Kohl, II, 3, 1881, S. 303. 48) M. U. II, Geschichtl. Uebersicht, S. 89. 4⁹) M. U. II, S. 169. 5⁰) M. U. I, S. 135.


