Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 4. Teil
Entstehung
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verwandt. Denn Georg I. von Veldenz. Walters Bruder, hatte nach Lehmann ¹4) Agnes. Tochter von Emichs Vetter Friedrich IV. von Leiningen. zur Gemahlin, und nach Görz ¹⁵) waren sie bereits im Okt. 1288 wenigstens verlobt. Bezüglich Emichs sind zwar, von dem Obigen abgesehen,darüber, dass er in einem Treffen im Schwarzwalde gefallen sei, keinerlei Nachrichten zu finden ¹1⁰). Aber fest steht doch auch von ihm, dass er, der zum letzten Male in einer Urkunde vom 9. Juni 1289 ¹) erscheint, am 12 Februar 1290 tot war, an welchem Tage König Rudolf die Reichslehen Emichs ausser Landau anderweitig vergibt ¹s). Gegen die Annahme des Todes Dietrichs von Katzenellenbogen im J. 1289 weiss Wenck ¹³) nichts zu erinnern. Von den Grafen von Rieneck ist wohl hier an Ludwig, den Vater von des genannten Dietrich Schwager Thomas ²⁰), zu denken. Von diesem Grafen Ludwig heisst es nun in der Stammtafel der Grafen zu Dommerichs Geschichte der Grafschaft Hanau ²¹):lebt noch 1283, tot 1291. Nun soll er zwar nach Wieland ²²) den 17. Sept. 1294 gestorben und im Kloster Bronnbach an der Tauber begraben sein, sein Epitaphium aber lauten ²⁸³): Anno MCCLXXXXIIII XVII. Septembr. obiit Ludovicus Comes de Rieneck. Aber Stein behauptet ²⁴):Ludwig starb am 17. Sept. 1289 und erklärt in der Anmerkung 2 dazu. Gropp gebe irrig 1295 als Todesjahr an, so dass in der Jahreszahl des Epitaphs wohl fälschlich müsste XIIII statt VIIII gelesen sein. In einer Urkunde vom 1. Mai 1291 heisst 25) Thomas I. ausdrücklich Sohn desseligen Grafen Ludwig. Unter den Grafen von Vaihingen endlich möchte vielleicht hieher gehören Hartmann, der mit Graf Philipp, Bruder Dietrichs von Katzenellenbogen ²⁶⁸), mit Emich von Leiningen, dem Vater des obengenannten Emich oder diesem selbst, und dem Rheingrafen Friedrich vom Stein im Treffen bei Sprendlingen unweit Kreuznach 1279 in die Gefangenschaft des Erzbischots Werner von Mainz geraten und nach zwei Jahren befreit war ²¹*). Freilich weiss ich über diesen Hartmann weiter nichts, Hopf nennt ihn gar nicht, von den Graten jener Zeit aber, die er nennt, passt keiner hieher. Auch im Kgl. Geh. Haus- und Staatsarchiv zu Stuttgart ist nach einer erbetenen Mitteilung nichts bekannt über Hartmann, dessen Name schon in der gräflich Vaihingischen Familie sonst unbe- kannt sei; man hat aber auch dort keinen Anhaltspunkt für einen anderen Grafen von Vaihingen, auf den sich die Notiz der Wormser Annalen beziehen könnte. So stimmt denn also manches völlig zu dieser Annalen-Notiz, anderes spricht wenigstens nicht dagegen. Nimmt man nun noch dazu, dass am 12. Aug. 1289 Johann von Limburg äurch den Landgrafen Heinrich von Hessen mit dessen Anteil an Limburg belehnt wird ²⁸), so sind wir zu der Annahme genötigt, dass Gerlach I. 1289 aus dem Leben schied wo und wie, mag dahin gestellt bleiben. Von einer Beisetzung in Limburg findet sich keine Nachricht, von einem Grab keine Spur. Als Todes- tag aber gibt der Nekrolog von Clarenthal ²⁹) den Tag translationis S. Antonii confess. an. Dies wäre nach Grotefend ³⁰)% der 15. Februar. Corden verlegt ihn ³¹) in den Januar. Es muss aber ein Tag nach dem 16. Febr. und der 15. Februar kann nicht gemeint sein, weil der Valentinstag(16. Febr.) in dem Nekrolog dem Todestag Gerlach's vorausgeht. Nach dem Clarenthaler Nekrolog starb nun an demselben Tage mit Gerlach auch die Mutter des Königs Adolf von Nassau. Wie die Aufschrift ihres Grabsteins

¹4) Gesch. d. Burgen etc., Bd. III, Tafel I. ¹⁵) IV, S. 358. 1¹⁶) Brinckmeier, Gesch. d. Hauses Leiningen, I, 1890, S. 109 f. ¹⁷) Lehmann l. c., S. 51 u. 55. ¹s) Lehmann, S. 52. 1¹⁹) J, S. 384. 20) Wenck, I, S. 369. 2²¹) Han. Mitt. I u. II, 1860. 2²²) Gesch. der Grafen, Grafschaft etc. Rieneck, im Arch. f. Untfr., XX ½, 1870, S. 73. ²³⁸) nach Gropp, Collect. noviss. I, p. 760 ex Eccles. Monaster. Bronnbacensis. ²⁴) Die Reichslande Rineck und die übrigen Besitzungen ihres Dynastengeschlechts, Arch. f. Untfr., XX, 3. Heft, S. 91. ²⁵) Stein I. c., S. 92. ²⁸) Wenck, I., S. 369 u. 345. 2²7⁷) Schlieph., II., S. 125. Vgl. auch Görz IV. S. 139, 196 f. ²s) Grüsner, II, S. 60 f. ²⁹) Kremer, Or. N., II, S. 413. 3⁰) Chron. S. 104. ³¹) II,§ 80.