Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 4. Teil
Entstehung
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1. Simon ¹) kennt Gerlach blos bis 1287 und hat über seinen Tod nichts. Die Angabe der Tafel des Standesherrnvereins über Gerlach's Vorkommen:, 1228 1. Juli 1292, vor April 1298stützt sich offenbar Nachweise gibt sie nicht bezüglich der letzten Zeitbestimmung auf Wenck ²) und bei der vorhergehenden auf das Regest bei Böhmer zu König Adolf v. Nassau vom 1. Juli 1292, wonach u. a. die Herren Gerlach v. Limburg und Gerlach v. Isenburg(Isenburg-Arenfels wohl) dem König in Aachen Zeugenschaft leisteten ³). Allein ein Regest bei Böhmer vom 30. Juni bezeugt auch die Anwesenheit Johanns von Limburg Simon hat ⁴¹) dafür irrig wieder Gerlach in Aachen, und der genannte Gerlach v. L. kann zwar nicht wohl Johanns Bruder Gerlach, der damals tot gewesen zu sein scheint, aber doch sein Sohn dieses Namens sein, da Johanns Schwester Agnes schon 1267 als verheiratet vorkommt, wir also seinen Sohn Gerlach 1292 als einigermassen herangewachsen uns zu denken haben. Auch Bahl versteht) unter dem Gerlach v. L. des Regests v. 1. Juli 1292 den gleichnamigen Enkel Gerlachs I. Der Dynast selbst erlebte die Wahl Adolfs von Nassau zum König nicht; denn zufolge einer Notiz in den Annales Wormatienses breves), welchen nach einer brieflichen Mitteilung des Herrn Archivars Wyss die Angabe Tritheims im Chronicon Sponh. und im Chron. Hirsaug. ad a. 1289 7) entnommen ist,mortui sunt im J. 1289dominus Gerlacus senior de Limburch, dominus Emicho comes de Liningen, item comes de Vehingen(Vaihingen an der Enz), comes de Rinecke senior(Rieneck, Grafschaft am mittleren Main, nicht Burggraf von Reineck, wie Reck hat), Dietericus filius comitis de Katzenellenbogen, Walterus de Geroldsecken apud nigram silvam pariter interierunt, und zwar in conflictu quodam, wie Tritheim hinzusetzt. Es be- teiligten sich damals in patriotischem Eifer sehr viele(100 000 Mann zu Fuss und 6000 Reiter im Sommer 1289) an einem 1288 und 1289 geführten Kampfe König Rudolfs, welchem Gerlach zu besonderem Danke verpflichtet war,(da nach Böhmers Regesten Rudolf d. 2. April 1285 ihm, seinem Sohne Johann und dessen Kindern die weibliche Erbfolge in den Reichslehen bewilligt und am 5 Mai 1287 ihn zum Burgmann von Kalsmunt bei Wetzlar angenommen, 300 Mark Silber ihm dafür versprochen und bis zur Zahlung die Juden in Limburg verpfändet hatte) gegen die aufrührerischen Grafen von Mömpelgard, Otto v. Burgund u. den Erzbischof von Besançon). Dass aber dieser Kampf gerade gemeint sei Wenck), Reck ¹⁰) und Schliephake ¹¹) nehmen ihn an, ist nicht ausgemacht. Aus der Stelle der Wormser Annalen ergibt sich noch nicht einmal mit Sicherheit, dass der alte Gerlach und Emicho im Kampfe gefallen sind. Dagegen spricht der einfache Ausdruck mortui sunt. Gewiss ist. dass noch am 16. Nov. 1288 Gerlacus dominus de Limpurg Zeuge eines Vergleichs zwischen dem Albanskloster zu Mainz und Rittern von Larheim und Neisen, also noch in der Heimat- gegend ist. Ruppert gibt ¹2) über den Tod Walters von Geroldseck von einander abweichende Berichte. Immerhin fällt danach sein Tod in das Jahr 1289 oder den- Januar 1290. Dieser Walter nach Maurer war er ein Sohn Heinrichs von Gerolds- eck, Grafen von Veldenz(durch seine Verheiratung mit Agnes von Veldenz) und Stamm- vaters der Geroldseck-Sulzer Linie, war auch mit Gerlach von Limburg verwandt, viel- leicht sogar Schwager Johanns von Limburg oder Vetter von dessen erster Gemahlin, die ja eine, genealogisch freilich nicht wohl einzureihende, Elisabeth von Geroldseck ¹³) war. Aus der Verwandtschaft aber könnte sich das Zusammengehen Gerlachs und Walters auch in jenem Kampfe erklären. Auch Emich von Leiningen war mit Walter

¹) II, S. 132 u. 136. ²) I, Urkdb. S. 67, Urkunde aus dem April 1298. ³) Vgl. Schlieph. II, 379. 4) II, 152.) Pr. I, S. 14. 6) Monum. Germ. Histor. XVII, p. 78.) bei Wenck, I, 348 A. v.) S. Heller, S§. 108 ff.) I, 348. ¹⁰) S. 90.) II, 100 u. 151. ¹²) Geschichte der Mortenau, I, 1883, S. 121. 13) Reinhard(Pragm. Gesch. etc.), Maurer l. c., Ruppert l. c. und Lehr in La Seigneurie de Hohen- geroldseck, 1869, nennen sie ebenso wenig, wie derselbe Lehr in Les Dynastes de Geroldseck-eès-Vosges, 1870.