Virneburg besass und 1266 dem Erzbischof von Köln ³⁰) halb zu Lehen auftrug ³¹), von Arnstein an Isenburg gelangte, wiewohl sich keine geschichtlichen Beweise finden, dass Schaumburg, ehe es Isenburgisch wurde, überhaupt Arnsteinische Besitzung ge- wesen.
Den Besitz der Arnsteinischen Grafen gibt Wenck ²²) und spezieller Schliephake 33), soweit er erweislich, an. Davon erhielt das Haus Isenburg nach Wenck ³⁴) nachweis- bar ³5) die von Trier lehnbaren(was schon für 1284 betreffs der 2 zuerst folgenden die Urkunde bei Wenck Ib S. 50 zeigt) Dörfer Bornich, St. Goarshausen, Patersberg und den Hof Offenthal, ferner Werlau(linksrheinisch bei St. Goar), Walmenach ³⁸) und Reitzenhain, das Patronat von Marienfels, dazu den nachher so genannten vierherrischen Dörferdistrikt im Einrich— es waren das einige dreissig Dörfer, der dritte Teil des Gaus ³⁷),— endlich die Gaugerichtsbarkeit über den ganzen Einrich. Entweder schon Rembold I. bekam das alles oder aber, da er zur Zeit der Umwandlung Arnsteins in ein Kloster hochbetagt, vielleicht schon tot war, seine Söhne.
Von anderem, was Reck S. 38 den damaligen Isenburgern zuschreibt, ist nur das Gericht zu Hoingen(Hönningen jetzt), abgesehen von der Burg Isen- burg selbst mit Zubehör, als Isenburgisch zu erweisen und zwar fast mit völliger Ge- wissheit als Gerlach I. gehörig. Doch davon und von der Isenburg mehr bei Ger- lach II. Dass der 1075 ⁸³) auftretende Graf Reinbald, Vogt der Trierer Kirche, ein Isenburger, wird nur aus dem Namen geschlossen. Auch darüber später mehr. Dass aber Gerlach I. die Vogtei über den Hof des Klosters Laach zu Bendorf besessen und, von Trier belehnt, Herr von Covern gewesen sei, die Annahme beruht auf der bei Reck ³⁰⁵) selbst abgedruckten Urkunde, die aus dem J. 1112 datiert ist, aber nach Dronke ⁴⁹) erst aus dem J. 1192 stammt ¹¹), ist also nicht sicher.
Uebrigens müssen die Brüder Rembold und Gerlach gut kirchlich und in den Streitigkeiten zwischen Kaiser und Papst auf der Seite des letzteren gewesen sein, namentlich aber bei den 3 Rheinischen Erzbischöfen in hohem Ansehen gestanden haben. Denn in mehr als einem Dutzend Urkunden derselben*²), die fast alle im Interesse von Stiftern und Klöstern ausgefertigt sind, erscheinen sie zusammen oder einzeln als Zeugen, beide auch in der undatierten, bei Simon I. c. nicht angeführten Urkunde, durch welche Erzbischof Adelbert in dem Kampf mit Kaiser Heinrich V. 1120, um die Bürger von Mainz zu gewinnen, der Stadt ihr erstes Privileg erteilt, ausschliesslichen Gerichtsstand innerhalb der Ringmauern ⁴⁹).
Bezüglich der Nachkommenschaft Rembolds I. bis gegen Ende des 13. J ahrhunderts hin verweisen wir nun auf die im ganzen an die Simon'schen sich anschliessende, aber diese mannigfach vervollständigende und verichtigende Stammtafel mit den beigefügten Bemerkungen. Wir werden von jetzt an nur die direkten Vorfahren der Dynasten von Limburg verfolgen.
30) nicht Trier, wie bei Simon II, S. 132 steht. ³¹) Schlieph. I S. 267 u. II. S. 149, Vogel S. 265 u. die Urkde im M. iII. III, S. 368. ³²) I, S. 245. ³³) I, S. 214 f. ³¹) I, S. 245. ³⁵) In der Ehebe- redung von 1276 oder 1277 bei Wenck I b, S. 44 ff. wird wenigstens ausdrücklich gesagt, dass bereits Heinrich I. von Isenburg-Grensau Bornich, St. Goarshausen, Patersberg, Offenthal und Werlau besessen. 36) wohl Niederwalmenach. denn Oberwalmenach ist in dem schon um 1159 an Nassau und Katzen- ellenbogen verkauften sog. Vierherrischen einbegriffen. Vogel S. 224, Schlieph. I, S. 241. ³⁷) Schlieph. I, S. 240 ff, Vogel S. 224 u. 227. ³⁸) M. U. I, S. 433. ³⁸) 8. 303. ⁴⁰) Die Matthiaskapelle bei Covern, 1837, S. 40. 4¹) Vgl. auch Wegeler Laach I, S. 119 u. M. U. II, S. 750, Nr. 855, Görz II, S. 192. 4²) S. Simon II, S. 74. ⁴⁸) Guden C. D. I, 119. Vgl. Arnold I, S. 202, Giesebrecht, Kaisergeschichte III, S. 903 der 4. Ausg. v. 1876.


