— 8—
Adelheid schenkt auch 1097⁰¹) zum Seelenheil ihres Gatten Hermann, wahrscheinlich eines Luxemburgers²), Güter zu Meud, wohl aus dessen Besitz stammendos), dem Stift zu Limburg, datiert sogar die Urkunde von Limburg*). Da darf es doch wohl für wahrscheinlich gelten(trotzdem dass die Nachricht über den Tod Hermanns von Luxemburg vor Limburg wohl unrichtig ist und dass kein Isenburger Gerlach 1138 schon„von Limburg“ heisst, während Wenck und Vogel auf die Annahme der Richtig keit jener Notiz, Kraft ausserdem auf Günthers Urkunde von 1138*) ihre hierher ge- hörigen genealogischen Vermutungen mit stützen), dass Limburg im Besitz der Cle- berger gewesen und eine im 12. Jahrhundert geschlossene eheliche Verbindung zwischen den Häusern Isenburg und Cleberg dem ersteren Limburg verschafft habe. Ja diese Herleitung könnte sogar den Hessischen und Mainzischen Mitbesitz des Reichslehens(1289) vielleicht erklären. Wenck hält ihn für zweifellos auf kaiserlicher Ver- leihung beruhend⁴). Diese knüpfte nun aber in der Regel doch an Geschlechts- oder Lehensverwandtschaft oder ein ähnliches schon bestehendes Verhältnis an.
Die Landgrafschaft Hessen bestand grösstenteils aus altkonradinischem Gebiete, und der Besitz desselben war auf erbberechtigter Verwandtschaft begründet. Aus den Besitzungen des Herzogs Eberhard hauptsächlich war nach dem Aussterben der Familie des zunächst damit bedachten schwäbischen Herzogs Hermann(982.S. 7) die Grafschaft Rucheslo entstanden und, wie oben gesagt(S. 7), dieser Teil des früheren Oberlahngaues an die verwandten Luxemburger gekommen, ein anderer Teil des Oberlahngaues(das Wittgenstein-Battenbergische) und Niederhessen oder die spätere Grafschaft Maden an Gisoꝛ*) und Wernerés) mit ihren Familien, 2 Brüders) oder wenigstens Verwandte¹⁰⁰) von Konrad dem Weisen oder Roten aus dem Worms- gau, † 955¹⁰½jy. Die Werner'sche Familie¹⁰²) hatte von Kaiser Heinrich V. auch die Gleibergschen Güter in Niederhessen erhalten¹⁰²). Was sie gehabt, war dann nach ihrem Erlöschen(1121 ¹⁰⁴)) auf die Gisonen¹⁰³⁸) übergegangen, die auch von dem Niederhessischen Gudensberg den Titel annahmen¹ ⁰). Die Hand der Schwester des letzten Giso(f† 1137¹⁰⁷)) hatte Hessen 1137 dem Landgrafen Ludwig I. von Thüringen verschafft. Nun war zwar dann Cleberg als besondere Herrschaft von Gleiberg getrennt worden ¹⁰⁸), die Grafschaft Gleiberg hatten ferner durch Heiraten mit den Er töchtern zweier Brüder teils geteilt teils gemeinschaftlich erhalten Pfalzgraf Ru- dolf von Tübingen(† 1219) und Hartrad III. von Merenberg(† um 1216) 109). Aber als 1265 Landgraf Heinrich I., Sohn von einer Nichte Heiurich Raspe's von Thüringen, nach dem thüringisch-hessischen Erbfolgestreit Hessen erhalten und 1265 den Anteil des Pfalzgrafen Ulrich von Tübingen an der Grafschaft Gleiberg, der auch Grafschaft Giessen genannt wurde, wahrscheinlich durch Kauf an sich gebracht¹¹⁰), behauptete des Landgraf nicht nur über die ihm mit Merenberg gemeinschaftlichen Distrikte ausschliess- lich die Landeshoheit¹¹¹), sondern nahm, wie übrigens schon die Landgrafen von
²¹) Wenck III, S. 209, Görz II, S. 608. ⁹²) S. Eltester im M. U. II, Hist. Ueb. S. 16 mit den Zu- sätzen S. 787 u. Pr. II, S. 22, A. 126. 9³½) nach Wenck III, S. 211. 9⁴) S. Wenck III, S. 209 Anm. r. Ge- storben ist sie 1100 u. begraben in Echternach im Luxemburgischen. S. Wegeler, Laach, S. 6. Tolner schliesst(Historia Palatina, 1700, S. 22) aus dem oben Gesagten, Limburg habe zu der rheinischen Pfalzgrafschaft gehört, wogegen sich schon Reinhard, Jur. u. hist. Ausführ. I, 1745, 8 293 erklärt. 9⁵) Vgl. aber S.4 ⁶³) I, S 401 Anm. a ⁹⁷) Wenck III, S. 23.*s) Wenck III, S. 9 u. 71. ⁹⁸⁹) nach Wenck III S. 17. 100) nach Rommel I Anm. S. 89, Nr. 49. Ihm ist es wahrscheinlich, dass Giso aus dem Elsass und Tochtermann Herzog Eberhards gewesen sei. 1¹0⁰¹) Rommel I, Anm. S. 87. 1¹⁰²) 8. die Stammtafel bei Rommel I, Anm. S§. 142. ¹1⁰3) nach Wenck III, S. 67 u. Rommel I, S. 57. ¹⁰⁴) Wenck III, S. 69. ¹106) Ueber- sicht und Stammtafel s. bei Rommel I. Ann. S. 146— 149. ¹⁰⁶) Wenck III, S. 77 f. 1¹⁰7) Wenck III, S. 81, Rommel I, S. 205 108)§. 6. 1⁰⁰) Kraft S. 109, Weack III, S. 246 ff. u. 285. Auch den Nas- sauischen Besitz der Herborner Mark und des Westerwaldes möchten Vogel u. Schlieph. von Verwandt- schaft mit Gleiberg herleiten. S. Schlieph. I, S. 347 f. Vgl. aber Kraft§. 301 f. u.§. 112, A. 15. 1¹⁰) Kraft S. 132 f., Wenck III, S. 259 f., Rommel II, S. 59. 11¹) Wenck III, S. 262.


