Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 3. Teil
Entstehung
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berg*¹), auch Friedrichs Brüder kommen mit der Bezeichnung de Glichberga vorla), sowie der Sohn eines dieser Brüder, Hermann, Heinrichs IV. Gegenkönig, einmal ein Franke von Gleiberg heissti¹³). In dessen Zeit kommt auch es ist ja die der Auf- lösung der Gauverfassung zuerst(nach Anm. 58 oben schon 1064) eine Graf- schaft Gleiberg, aus Krafts Mittellahngau4) nach dessen Ansicht entstanden, vors). Wie die Luxemburger zum Besitz von Gleiberg kamen, ist nicht aufgeklärt7e). Aber sowohl Wenck*), dem Stein folgtis), als Schmidt*?²) halten doch einen genealogischen Zusammenhang durch die Tochter eines der Salisch-Konradinischen Familie angehörigen Herzogss) für wanrscheinlich. Dem eben erwähnten Gegenkönig Heinrichs IV. Her- mann nun, der ebenfalls von Gleiberg genannt wird, wird in einer Nachricht, wie schon früher gesagts¹), castrum Lintberg, vor dem er gefallen sei, als suum zuge- schrieben. Und wenn denn auch, wie dort gezeigt, sein Tod vor Limburg sehr zweifel- haft und durch die geringe Glaubwürdigkeit der Hauptnachricht auch die in suum liegende Nebenangabe in Mitleidenschaft gezogen wird, zumal, wie wir auch obens²) sahen, wir seit Konrad Kurzbold von einer Burg als solcher in Limburg bis zur Dy- nastenzeit nichts wissen, so kann es dennoch, die Identität des Lintberg mit unserem Limburg vorausgesetzt, mit dem Luxemburg-Gleibergischen Besitz Limburgs seine Richtigkeit haben. Die Verwandtschaft der Luxemburg-Gleiberger mit den Konradinern nämlich nehmen wir mit Wenck, Schmidt und Stein eben an. Dass die Luxemburger schon von der gedachten Konradinischen Herzogstochter her Allodialgüter in Hessen hatten und die Güter des aufständischen Herzogs Eber- hard( 939) von den sächsischen Kaisern vorzugsweise ihnen gegeben wurdens¹), dass die Familie sich hier weiter ausbreitete und insbesondere, als Otto, der Sohn des Eidams von dem mit der Gerichtsbarkeit in einem grossen Teil des Oberlahngaues ausgestatteten und dort stark begütertens?) Konradiner Herzog Hermann von Alle- mannien. 982 kinderlos gestorben, Hermanns Familie aber damit erloschen war, von Otto III. oder dem ihr verschwägerten Heinrich II. mit jener Gerichtsbarkeit belehnt und wohl auch mit Hermanns Gütern belehnt oder beschenkt wurde denn die Grafen von Gleiberg hatten wenigstens die gemeinte Gerichtsbarkeit in der sogenanten Graf- schaft Rucheslo(Reuschel), der Hälfte ungefähr des Oberlahngaues nach Wenckss), wirklichsé) das alles wird, wie Wenck es dargestellt, von Rommels:) trotz dem von Schmidtss), aber nur bezüglich Niederhessens, erhobenen Widerspruch, wie auch von Kraft im wesentlichen gebilligt. Nun gehörte Cleberg bis etwa 1130 zur Grafschaft Gleiberg, Limburg aber zu den Besitzungenss) der Konradiner, an deren Stelle wir die weiblicherseits ihnen verwandten Luxemburger in Niederhessen, im Ober- und (Krafts) Mittellahngau finden, nachdem die Konradiner in männlicher Linie bereits 1036 ausgestorben waren, und dieses Limburg hat um 1220 ein Heinrich von der Fa- milie der Isenburger, während urkundlich nachweisbar, dass ein Gerlach von Isenburg 11419⁰) in nahen verwandtschaftlichen Beziehungen zu Cleberg steht. Die Pfalzgräfin

71) Kraft S. 73 u. Anm. 10. Ihr Name, bei KraftImiza(Irmgard), heisst irrig bei Schötter, Einige krit. Erörterungen über d. Gesch. d. Grafsch. Luxemburg, 1859, S. 43: Juitha und in dessen genealog. Tafel Judith. S. Wenck III, 8. 202, A. b. Dass Imiza auch⸗ Irmentrude, s. Stark. Kosenamen der Germanen, 1868, S. 63, und dass es Kosenamen für verschiedene Zusammensetzungen mit Irmin als erster Hälfte sein kann, Andresen, D. altdtschen Personennamen, 2. Ausgabe, 1876, S. 7. ⁷²) Kraft S. 73, A. 12.) Kraft S. 74.*¹) Pr. II, S. 4. ²⁸) Kraft S. 75. ²⁶) Kraft S. 72. 7⁷) III, S. 175 f. ²⁸) S. 305. 79) I, S. 312 u. 300. ³0) Eberhards, Bruders von König Konrad I., Wenck und Stein, Hermanns, Vetters von beiden u. Herzogs von Schwaben, Schmidt. Kraft erinnert auch an König Konrads Bruder Otto, der nach ihm(S.61 63) Graf des Mittellahngaues und Erbauer der Burg Gleiberg, seines Grafensitzes, gewesen war. 31) Pr. II, S. 19. ²²) Pr. II, S. 8 u. 18, A. 55. 8s) Wenck III, S. 178. ³⁴⁴) Wenck II, S. 459, III, 8. 6 u. Stein 308. ³s) II, S. 451 ff., III, S. 292 f., nach Vogel S. 164 gleich dem Erdehegau. Vgl. Vogel S. 159, Kraft S. 296 f., 254 ff. 56) S. Wenck III, S. 6 u. 206. ³7) I, S. 134 u. Anm. 8. 105. ⁸s) I, S. 292 f. 8) nach Wenck III, S. 211 vielleicht den dem Hause gemeinschaftlichen. ²⁰) S. oben S. 6.