Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 3. Teil
Entstehung
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II, S. 131 die Herrschaft über Limburg herleitet, steht sonach selbst auf schwachen Füssen(die Wahrscheinlichkeit haben hier die Diezer für sich), und wir werden es wenigstens als ein dauerndes, das bei Auflösung der Gauverfassung leicht zur erblichen Landeshoheit hätte führen können, nicht anerkennen. Die Isenburger in Limburg und die meisten Isenburger überhaupt, zumal des 12. Jahrhunderts, heissen auch nicht Grafen, wie das Verzeichnis bei Simon II, S. 74 f. zeigtss).

Nach Vogelst) und Kraft5³) rührt der Isenburgische Besitz Limburgs von den Luxemburg-Gleiberg-Clebergern her. Und zwar nimmt Kraft, weil von 1141 an Rembold und sein Bruder Gerlach in Urkunden, die das Kloster Schiffenberg betreffen, als zustimmende Zeugen der Stifterin Clementia, geborenen Graäfin v. Gleiberg, vorkommen, gestützt freilich mit auf die unrichtige ZeugenangabeGerlach von Lim- burg(Stattvon Isenburg) in der oben besprochenen Günther'schen Urkunde von 1138 (1137), eine Verbindung der Isenburger mit dem genannten Hause durch eine Tochter der Adele an, welche aus der Ehe der Erbtochter von Cleberg, Gräfin Gertrud, mit dem Pfalzgrafen Siegfried von Orlamünde oder aus einer früheren Ehe Gertrudensé) ent- sprossen war Adele selbst ward Gemahlin eines Grafen Adelbert?). Auf ver- wandtschaftlichen Zusammenhang des Hauses Isenburg mit Gleiberg weist auch der Umstand hin, dass von den Vogteien über die Güter der Abtei Siegburg in Bendorf und in Güls an der Mosel, welche 1064 der tapfre Grafss) Hermann von Glizberg hattess), die erstere bereits 1173 im Besitz der Isenburger zu sein scheintée) und 1261 sicher isté¹). Schon Vogel hatte für die Zeit Adelens, also c. 1141, Verwandtschaft der Cle- berger und Isenburger vermuteté²), wiewohl erst 1220 urkundlich nachweisbar ist, dass Heinrich von Isenburg, Stifter der älteren Linie Isenburg-Grensau und wahr- scheinlich vermählt mit der Clebergischen Erbtochter Irmengard oder Isengardés), zu kaiserlichen Vergabungen von Rechten, die Cleberg gehörten, seine Einwilligung gibtés), also ein Besitzrecht auf Cleberg hat.(Seine Söhne Gerlach von Limburg und Heinrich hatten 1258 bei der Teilung die Hälfte der Grafschaft Cleberg, und Gerlach erhielt sie damals allein, die andere Hälfte wurde ihrem Schwestermann Gottfried von Epstein überlassenés)). Dass aber von der angenommenen Verbindung einer Tochter jener Adele mit einem Isenburger gerade der Limburger Besitz der Isenburger stammte, nicht, wie Simon will, aus dem Niederlahngauer Gau- grafenamt, schliessen Vogeléé) und Krafté?) aus der Zugehörigkeit Clebergs zur Grafschaft Gleiberg oder Glizberg, von der es durch Gertrudens Tochter Adeleés) oder, wie Simoné²) wahrscheinlicher findet, unter einem jüngeren Sohn des Glei- bergischen Hauses als besondere Herrschaft getrennt wurde. Burg Gleiberg mit den dazu gehörigen Besitzungen gehörte bereits 1019 Friedrich, einem Sohne des Grafen Siegfried von Luxemburg und Bruder von Kaiser Heinrichs II. Gemahlin Kunigunde o). Eine Tochter Friedrichs heisst auchaus Salischem Geschlecht von der Burg Gliz-

53) Vgl. auch Eltester im M. U. II, Hist. Ueb. S. 76 f. Nach ihm S. 53 dort liessen sie im 12. Jahr- hundert gerade den Grafentitel wieder fallen. Das geschah freilich nach Wenck I, S. 242 nicht selten damals. 54) S. 262. 55) S. 96, Anm. 25. 56) Wenck III, S. 232. 57) von Peilstein(in der Oberpfalz) nach dergewagten Konjektur(Simon II, S. 120, A. 2) Wenck's III, S. 333 f. 58) So heisst er schon hier die betreffenden Urkunden, Gründungsurkunden der Abtei Siegburg(gestiftet 1064.8. Podlech, Gesch. der Erzdiözese Köln, 1879, S. 107), sind zwar nicht datiert, während nach Kraft S. 75 Hermann erst- seit 1075 als Graf bezeichnet sein soll. Vgl. über Hermann übrigens Wenck III, S. 217 ff., auch Kraft S. 75 f. 56) S. Görz I, S. 395. 60) Bei der kaiserlichen Bestätigung der Abteigüter und-freiheiten von 1173 ist ein Gerlach von Isen- burg mit unterschrieben. S. Fischer II, S. 44.) Heinr. v. Isenb.-Covern nämlich bezeichnet 1261 diese Vogtei als von ihm geführt. S. Görz III, S. 380. ⁴²) S. 263, A. 5. 63) Wenck III, S. 339 f., Siman II, 8. 8 u. 120. 3⁴) S. Kraft, S. 95 f. 65) Wenck III, S.,343 f. 66) dem Schlieph. folgt I, S. 81 u. 226 A. 67) S. 91. 68) nach Wenck III, S. 233, 330 u. Kraft S. 90 f. ⁴⁹) I, S. 232 f. 1⁰) Kraft S. 71.