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Heinrich beide als Vögte des Limburger Stifts bezeichnet werden, dessen Propst auch 1232 Eberhard von Isenburg(N. Urkdb. I, S. 297)— man hält ihn mit Fischer (S. 130 u. 141) auch Corden I,§ 571 für ihren Bruder— wurde. Deren Vater Hein- rich nämlich, welcher 1179— 1220 vorkommt(Simon II, S. 118), wird auch nicht, wie Ibach(Dom zu Limburg, S. 5) sagt, urkundlich als Herr von Limburg(überhaupt
kein Isenburger vor 1254), dieser Heinrich nicht einmal als Vogt des Stifts bezeichnet.
Ein Isenburger, Gerlach(II. bei Simon II, S. 78 und des 1138 genannten Rem- bold Sohn) oder*³) eher sein Vater Rembold, war vermählt mit einer der 7 Schwestern des vorleizten²*) reichen Grafen von Arnstein, Ludwig II.(† 1112*⁵)). Als nun Ludwigs II. Sohn Ludwig III. seine Burg 1139 in ein Kloster verwandeltes)— er selbst starb als Mönch 1185³⁷)—, erhielt das Haus der Herren von Isenburg jedenfalls einen Zuwachs an Besitzungen¹s), wiewohl Kremer in den Origines Nass. und Fischer ihn viel zu gross angesetzt haben?²). Schliephake findet einigermassen wahrscheinlich den An- fall von Schaumburg, das 1194, wo es zum ersten Mal genannt wird⁰²), Isenburgisch ist und im 13. Jahrhundert zum Teil der Limburger Linie gehört. Von Limburg dagegen, welches Kremer und Fischer— und Corden folgt ihnen I.§ 463— auch zum früheren Besitz der Arnsteiner rechneten, ist es ziemlich sicher, dass es nicht von Arnstein, wie eben Kremer, Fischer und Corden meinen, welcher letztere gleich- falls nicht nur¹¹) die Nassauische Hauptvogtei des Limburger Stifts, sondern auch die Isenburgische Partikularvogtei Oberbrechen u. s. w. neben Limburg selbst von Arnstein herkommen lässt¹²), an Isenburg gekommen ist s).
Urkundlich bezeugt ist ferner4⁴), dass Rembold II. von Isenburg 1159⁴⁵) die Grafschaft besass, in welcher die Burg Nassau lag. Das wäre nun freilich nach Spruner-Menke der westliche Niederlahngau, und Simon bezeichnet ihn auch ohne weiteres als Grafen des Niederlahngaus und bringt⁶) ihn in verwandtschaftliche Verbindung mit dem von uns früher¹*) erwähnten Gerlach, dessen Isenburgische Her- kunft ganz problematisch, der noch dazu, wie wir gezeigt, im östlichen Nieder- oder dem etwaigen Mittellahngau Graf war(um das J. 1000). Allein nach Vogel und Schliephake“s) lag die Burg Nassau in der Grafschaft Einrich— das nördliche Lahnufer zwischen Rhein und Diofbach(Hirschberger Bach) gehörte nach Vogel zum Engersgau— und war Rembold, was durch die Verschwägerung mit den Arnsteinern, den seitherigen¹²) Gaugrafen des Einrich, auch schon wahrscheinlich gemacht wird, Graf des Einrich, den er allerdings sehr bald an Nassau und Katzenellenbogen ver- kaufte5o), v. Arnoldi meint⁰¹), vielleicht gegen die Herrschaft Limburg-*). Der Besitz von Limburg seitens der Isenburger ist also auf diesem Wege, aus dem Gaugrafentum nämlich, mit irgend welcher Wahrscheinlichkeit nicht zu erklären. Das von Simon an- genommene Gaugrafentum der Isenburger im(westlichen) Niederlahngau, woraus er
38) nach Vogel S. 260 u. Schliephake I, S. 226. ³⁴) Es war nach der vita Ludovici comitis in Arnstein nicht, wie Simon l. c. Anm. 2 sagt, der letzte. Vgl. Vogel S. 201 u. Schlieph. I S. 159 u. 226 ff. 3⁵) nach Schlieph. I, S. 159. ²⁸) Schlieph. I, S. 213 f. ³⁷) Schlieph. I, S. 222. ³⁸) Länger behauptete Reste davon s. bei Schlieph. I, S. 245 f. ³⁹) Vgl. darüber Schlieph. I, S. 224 ff. Anm. 1⁰) Vogel 8. 773. 41¹) nach Pr. II, 8. 20, A. 84. ⁴²) I,§ 468. 4³) Sehlieph. I, S. 226 Anm. 4¹⁴) 8. Sehlieph. I. S. 227 u. Simon II, S. 75, 77. 4⁵) So nach Görz II, S. 46 f.; nach Schlieph. u. Simon 1158. ⁴⁶) II, S. 72. 47) Pr. II, S. 17 f. ⁴8) Vog. S. 160 u. 260, Schlieph. I, S. 227 u. 57. 4⁴) seit ea. 1050 unterbrochen. Schlieph. I, S. 238. 5⁰) Vogel S. 260, 224, Wenck, I, S. 244 f., Schlieph. I, S. 240, 243 f. Die Vita Ludovici bei Kremer Or. II, S. 370 sagt selbst:(Ludov. III.) comiciam suam dominis de Ysenburg resignavit, quam ipsi dominis de Nassau- wen et Catzenellenbogen postea vendiderunt. 5¹) I, S. 141. 52) wofür er aber keine Beweisgründe angibt. Herren von Limburg nannten sich wenigstens die Isenburger erst lange nachher, wie oben gesagt. Als Erben der Burg, soweit wir für damals davon noch sprechen können, und der dazu gehörigen Güter und Rechte haben wir allerdings Pr. II, S. 19 die Grafen von Nassau ja anerkannt.


