Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 2. Teil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

24

viele, damit sie an diesen recht viele Vasallen das wurden sie nämlich und Stützen hätten, oft einen besonderen für eine oder eine halbe Hube Landes, selbst über eine Mühle, ein Haus oder eine Familie¹⁴¹). So geschah es auch beim Stift Limburg.

Da bei dem Aufstand der Stiftshübner in der Urkunde Erzbischof Adelberts von 1129 noch keine Schutzvögte erwähnt werden, die doch, wenn solche vorhanden ge- wesen wären, zunächst für das Stift hätten eintreten müssen, so darf man mit Cor- den(I,§. 506) wohl annehmen, dass die ersten Partikularvögte des Stifts erst nach 1129 gewählt wurden und zwar wohl vom Stift selbst¹⁴²), wie ja auch dem neuen Kloster Arnstein 1142 und 1144 von dem Propst und Kaiser Konrad III. ausdrücklich gestattet wurde, sich einen Vogt(hier wohl zunächst einen Obervogt) zu wählen¹4³). Mechtel sagt darüber in seiner Chronik¹⁴⁴):Ob die Vogte der Zeit(zur Zeit Adelbert's I. von Mainz) angesetzt oder vorlängst gewesen, haben ich nit be- funden; will mutmasen, die Nohtturfft habs darnach erst erfunden. Er lässt es auch dahin gestellti⁴⁵³), ob sie dem Stitt gegeben oder von ihm selbst angenommen worden seien. Dieersten und obersten Schutzvögte des Stifts wurden die Isenburger, in deren Besitz bei ihrem ersten Auf- treten als Vögte auch die Stadt Limburg istu4). Urkundlich finden sich aber zum ersten Mal als Vögte bezeichnet die Brüder Gerlach und Hein- rich von Isenburg im J. 123 2¹1). Dem Vogt wurde, da das gemeinsame Leben gegen Ende des 12. Jahrhunderts aufhörte, sofort oder nicht lange nachher das Haus des Propstes, der bald seinen Wohnsitz nicht mehr in Limburg hatte, wohl mit dem Refectorium und Dormitorium der Brüder und dem ganzen Immunitätsbezirk über- lassen, der wieder in ein Castrum verwandelt und Vogtsresidenz wurdeuss). Die Kanoniker bezogen nun eigens gebaute oder gemietete Häuser ausserhalb der Im- munitätsmauern. Wenigstens hatte nach Mechtel's Manuskripten, sagt Corden¹⁴⁹), Propst und Kapitel um 1500 nicht eines Nagels Breite mehr ausserhalb des(den Dom um- gebenden) Kirchhofs an Besitz auf dem Domberg, auf dem die Burgmänner(mi- lites castrenses) ihre Burgställe erhalten hatten. Es hing aber wohl mit der Hebung des Ansehens und der Macht der Kirche um 1200 zusammen, wenn, wie die Nassauer die allgemeine Vogtei über das Stift dem Bistum Worms, so die Isenburger nach Gorden's Meinung ihre Partikularvogtei Trier als Lehen anboten. Und dies müsste bald geschehen sein, nach dem Lehenbrief zu schliessen von 1332 ¹30), wodurch der Erzbischof Balduin von Trier erklärt, dass Gerlach II. von Limburg die villas, advocatias, bona, iura, iurisdictiones, reditus ad instar suorum Progenitorum von ihm erblich zu Lehen erhalten habe. Dass die Lehen aber feuda oblata waren, folgert Corden¹⁵¹) daraus, dass vor Balduin, der 1319 Bal- duinstein erbaute, die Trierer Kirche an der Lahn kein Eigentum besessen habe, wohl aber die Isenburger, die auch für Villmar und dessen Filial war das stiftische Oberbrechen nach Vogel(S. 782) Vögte der Trierer Eucharius- oder Mathias-Abtei wurden, nachdem Wied die Vogtei 1154 war entzogen worden¹⁵²).(Lehnsherr war übrigens Trier schon seit 1159 von Burg und Hofgut Nassau nach Qorden selbst I.§. 138, Vog. S. 301, 658. Schl. I, S. 190 94 Seit c. 1197 von dem Allod des Gr. Friedr. v. Leiningen zu Hadamar s. v. Arn. I, S. 76 Anm., Görz, Mittelrh. Reg. II, S. 220 u. seit 1273 von Molsberg s. Vog. S. 259, Görz I. c. III, S. 646).

14¹) Sug. II, S. 628. 1¹4²) So Corden, I,§. 504. ¹4⁸) Vgl. v. Arnoldi, Nass. Gesch., IIIa, S. 212 und Becker in den Annal. XVI, 1881, S. 225. ¹44) Honth. Prodr., S. 1052. ¹45) Prodr., S. 1067. 146) Davon später. ¹47) Vgl. das Nass. Urkdb., I, S. 298, auch Simon, Isenburg. Gesch., II, S. 148. ¹48) Vgl.§. 8, S. 8. 149) I,§. 508. 1¹⁵⁰) bei Grüsner, Erweiterte Nachrichten u. s. w. der Herren von Limburg a/Lahn. Diplom. Beitr., II, 1775, S. 67; auch Kremer, Or. N., II, S. 317. 1¹51) I,§. 511. ¹⁵²) Schlieph., I, S. 431; Vog. S. 799.