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c. 1036 mit Otto von Hammerstein, dem Urenkel Gebhard's, des Bruders von Kurzbold's Vater Eberhard, erlosch, so dürfte anzunehmen sein, dass 966 Burg und Stiftsvogtei ein Konradiner vom Mannsstamm als Eigentum geerbt und zuletzt etwa Otto von Hammer- stein selbst, Gaugraf der Wetterau und im Engersgauz?), sie besessen habe. Nach dessen Tode nun mussten beide an die weibliche Descendena fallen und zwar nicht notwendig an den Zweig, dem etwa die Gaugrafschaft zuerkannt worden war, sondern doch wohl dem nach dem Erbrecht Nächstberechtigten. Es liegt nun freilich ein gleiches Dunkel über den Gaugrafen, wie über den Erbberechtigten. Denn von den jetzt in unserer Lahngegend auftretenden Grafen verwaltet Hug o²s), 978 genannt, den Ein- richgau, und dass er zugleich den Niederlahngau inne gehabt, was Wenck ²²⁹²) wahrschein- lich nennt, ist eben nur eine Vermutung, der Vogel²o) kein Gewicht beilegt. Ungefähr gleichzeitig, 975, erscheint Hildelin als Lahngaugraf, in dessen Verwaltungsgebiet, Reiskirchensl), dann Gerlach 993—1008²²) in der Gegend von Weilburg, also im östlichen Niederlahngau, Kraft’s Mittellahngau, ein anderer, vielleicht auch derselbe Gerlach aber noch weiter östlich im Lahngau, in der Gegend von Göns 1017³³) Nach Gerlach finden wir als Grafen des Teils vom Lahngau, worin Weilburg lag, 1062 Werner.²⁴) Der Graf Werner, welcher 1102 Vogt einer bei Breidenbach gebildeten Pfarrei Eisenhausen wird und zugleich Vogt des Stifts Weilburg zu sein scheint, kann noch derselbe gewesen seinss).
In dem westlichen Niederlahngau und zwar in dem Teil, der die Orte Seck, Westernohe, Hersbach und Hellenhahn enthielt, stösst uns 1059 und 1062 der schon 1044 als Zeuge erscheinende Graf Embricho, derselbe wahrscheinlich, dessen Bruder 1073 Graf von Diez heisst*⁶), auf, mit dem die Orte Villmar, Selbach, Schupbach, Aumenau, Hultebachs?), Arfurt, Vierfurt, Treisfurt, Weyer, Oberbrechen und Velden’s) begreifenden aber 1053 Graf Godebol d*⁸⁹), nach Vogel's Vermutung ⁴⁰) eben jener 1073 als Graf von Diez bezeichnete Bruder Embricho's. Es ist also nun, beiläufig gesagt, nach
dem gleichzeitigen Auftreten beider zu schliessen— ein Schluss, der durch das frühe Vorhandenseint¹) des 2. Landgerichts bei Winden oder Winnen unweit Westerburg (neben dem alten im Reckenforst bei Dietkirchen) gestützt wird*²)— der westliche
Niederlahngau wohl in 2 Grafschaften zerfallen und die angeführte Benennung des einen „von Diez“ beweist unzweideutig das Aufhören des Gaugrafentums. Für eine Verwandtschaft der 2 Letztgenannten mit einem Zweig der Konradiner fehlen, mag sie auch wahrscheinlich sein, alle sicheren Nachweisets). Vogel¹4) und Schliephakes) finden es aber wahrscheinlich, dass sie aus dem Lipporn-Laurenburger Hause, und dass Embricho mit dem als Bruder Drutwin's III., Grafen in der Königessundra, öfter vorkommenden Embricho zu identificieren sei. Schliephake möchte¹é) in Drutwin, der im Königsgau folgte, den älteren Bruder aus früherer Ehe, in Embricho und(Gode- bold) dem Grafen von Diez, sowie Richilde, der Gemahlin Wigger's, Grafen im Einrich, und Schwägerin vom Erbauer Arnstein’s¹?) Arnold*s) dagegen Kinder einer zweiten Ehe mit einer Erbtochter des Niederlahngaus erblicken. Dass diese Lipporn-Laurenburger ihrerseits wahrscheinlich von den älteren, den Konradinern nahe stehenden Hattonen¹²) abstammten, darüber s. Schliephake, I, S. 89 ff. u. 105.
27) S. Stein, S. 321. ²⁸) Vgl. Wenck, I, S. 187, Stein S. 328. 2²⁹) I, S. 187. ³⁰) Beschr., S. 184 f. 3¹1) im Hüttenberg oder bei Buseck in Hessen, S. Kraft, Gesch. v. Giessen, S. 69. ³²) Vgl. Kremer, Or. Nass., I, S. 242 f. ³³) Vgl. Kraft, S. 69 u. Simon, Isenburg. Gesch., II, S. 72. ³⁴) Vgl. Kremer, Or. N. I, S. 270. ³⁵) Vgl. Kraft, S. 70, Vog. S. 305: 36) Vog. S. 204, v. Arnoldi N. Gesch. II, S. 53 f., W9enck, I, S. 537 ff., Kremer Or. N. I, 268 f. 31) Wohl Zultebach, j. Falkenbach n. Vogel, S. 796. ³⁸) Vog. S. 784. ³9) Kremer, I, S. 261, Vog. l. c. ⁴⁰) S. 204. ¹¹) im 13. Jahrh., Arnoldi II, S. 21. 4²) Vog. S. 204 f, 736. 4³) Vog.§S. 203, Schlieph. I, S. 76. ¹⁴⁴) S. 291. 45) I, S. 129 ff. 46) I, S. 132. ⁴⁷) Vog. S. 199, 292. ⁴4s) 1052 Arnold von Arenstein genannt bei Beyer, Mittelrh. Urkdb. I. S. 394. ⁴⁵) S. oben§. 7 am Schlusse.
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