Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 2. Teil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

Limburg und der Nachbarschaftiz²²) und die Lieferung von Füssern dazu aus Dau- born, ferner von Kraut(aus Allendorf), Schweinen, auch Töpfen und Schüsseln, Wälder, deren zwei(darunter freilich der wohl erst 1059 dem Stift geschenkte Forst bei Neunkirchen:²³)) 1132 nach den Diptycha ecclesiae ²⁴) Hartard I. von Merenberg in Besitz nahm, das Jagd- und Fischereirecht und eine Gülte zu AI- penrod in der Grafschaft Sayn, wofür das Stift die 1487 abgelöste Verpflichtung hatte, jährlich dem Grafen einen Bieberhut, ein Paar Bieberhandschuhe und einen el- fenbeinernen Kamm zu liefern¹²⁴), endlich das Recht auf den Zoll in Limbur g. worüber Mechtel Rechnungen aus d. J. 1352 sah, und auf Zoll und Standgeld desUff der gemein weiden am Fuss des Schafsbergs stattfindenden Skt. Georgen-Marktes, Rechte, die später der Stadt gegen Entschädigung überlassen wurden ¹²⁸).

Zu den Dotationen des Stiftsgründers kam auf dessen Ansuchen und noch vor seinem Tode durch Urkunde König Otto's I. v. 20. April 941 die Schenkung eines Gutes in Nie derzeuzheim, wo nach einem von Corden ¹²⁸) inhaltlich angegebenen Notariatsinstrument von 1605. damals wenigstens zugleich für Hübner von seinen Fi- lialen Thalheim und Oberzeuzhei m zweimal jährlich ein Hubengerich t 129) stattfand.

Konrad Kurzbold starb unvermählt den 30. Juni 948¹3⁰) und wurde in der Basi- lica bestattet. Seine Gebeine ruhen vor dem Hochaltar des jetzigen Domes in einem kleinen Grabe unter dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden Cenotaphium³¹), welches nach Corden¹³²) bei Errichtung eines neuen Hochaltars 1777 in den nördlichen Teil des Querschiffes versetzt, bei der letzten Restauration des Domes von 187277 aber wieder an seine frühere Stelle gebracht wurde.

§. 9. Stiftsverwaltung, Patronat und(altere oder) Ober-Vogtei, Propstei, Stiftsvasallen, Schen- kungen und Verluste, Partikular-(Schutz-) Vogteien, Vogtei der Isenburger.

Nach Konrad's Todegingen Stiftund Stadt Limb urg ihre eigenen von einander getrennten Wege. Die Parochie in Limburg blieb trotz dem Patronat des Stifts über sie und die Laurentiuskirche unter dem Landkapitel Diet- kirchen¹), und die Stadt hatte ihre eigene Behörde. Dagegen gehörten nach Erzb. Adel- bert's I. Urkunde von 1129 ½) wohl so ziemlich ganz dem Stift: Brechen, d. i. Ober- brechen, Bergen, NetzbachundzZeuzheimd. i. Niederzeuzheim und von Eilialorten

N

12²) Nach Mechtel(Prodr. S. 1069) waren nämlich allenthalben um Limburg die Berge, inbesondere der Dietkircher und die auf beiden Seiten der Mainzer Strasse,reichlich mit Weinstöcken besetzt. Ge- nannt sind Weingärtenin der Neustadt über der Lahn undim Hamm am roten Berg in Urkunden v. 1287 u. 1394 bei Wyss, Chronik, S. 140 u 146. ¹²³) Mechtel im Prodr. S. 1067. 1¹24) S. Corden, I,§. 495. Die Diptycha sind Verzeichnisse v. Verstorbenen, für die man betete. ¹25) Corden gibt I,§. 445 447 ein dies enthaltendes Notariatsinstrument von 1442. Vgl. Götze S. 324 f. 126) Vgl. Mechtel im Prodr. S. 1069 u. Götze S. 264. 127) S. Götze S. 243. ¹²s) I,§. 442. ¹23) oder Grundgericht. S. Marx, II. S8. 8 f. Ihr Hauptgeschäft war nach Arnoldi. Nass. Gesch., II, S. 20 die Beitreibung der Gefälle und Zinsen von Höfen und Gütern. 130) S. Stein, S. 325. 131) Vgl. darüber Busch, S. 37, A. 74; Schwartz in den Annalen, IX, 1868, S. 360 ff., Ibach, Dom Z. L., S. 23. 132) I,§. 396 u. III,§. 508.

¹) S. Corden. I.§ 526 f. 14) Nass. Urkdb. I, S. 107.