Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 2. Teil
Entstehung
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dem auch Stein¹s) und Giesebrecht¹⁹) folgen, in seinen Res gestae Saxonicae, II. 24 26. Nach Ekkehard IV. von St. Gallen. demu. a. Ibach²⁰) nach erzählt, tötete Kurzbold selbst mit dem Schwerte Eberhard auf dem Ufer und stürzte den Giselbert mit allen, die in den Kahmn gesprungen waren, in den Rhein. Wenn ihn dafür Ibach von König Otto mit dem Herzogtum Lothringen und 940 mit der Hand seiner Tochter Liutgarde belohnt werden lässt, so beruht das auf einer Verwechselung mit Konrad dem Roten vom Speier- gau, der 944 mit Lothringen belehnt und zum Schwiegersohn ausersehen, aber erst 947 mit Liutgarde vermählt wurdez¹). Konrad Kurzbold nämlich, der nach Ekkehard Weiber und Aepfel nicht leiden konnte, blieb unvermählt²²). Konrad,qui dictus est Rufus²s), worunter wenigstens Steinz²t) hier auch unsereren Kurzbold versteht, wurde neben seinen Vettern, Udo und Hermann, den 18. April, Ostern, 941 von Otto zu Quedlinburg auch zur vertraulichen Beratung von Massregeln gegen den entdeckten Mordanschlag zuge- zogen, wie ihm denn Spätere, jedoch schon nach Liutprand's²²) Antapodosis, IV, 10, den BeinamenSapiens geben?²⁰). Dux im Sinne von Herzog wurde er, sowiel vir wissen, trotzdem nicht das Herzogtum Franken nahm König Otto nach Eberhard's Tode 939 für sich, und die von Kremer(Orig. Nass., I, S. 147, Note 19) aus Mechtel's Chronik citierte Inschrift auf dem hölzernen Deckel seines, übrigens erst aus dem 13. Jahr- hundert stammenden, Epitaphiums im Limburger Dom lautéte nach Corden²?), Schwartz²s) und Ibach selbst(S. 24) jetzt ist sie nicht mehr sichtbar: Clauditur hoc tumulo, per quem nunc servitus isto Fit celebris templo; virtus, laus, gloria Christo!, nicht: Hic jacet in t. dux per quem serv. isto etc.

Nicht nachzuweisen ist ein Besuch der Limburger Domkirche durch Otto I., und der Angabe bei Corden*?) und Busch¹³¹) liegt, wie Schwartzs¹) gezeigt, ein Missverständnis zu Grunde. Die Schenkung, die Otto am Osterdienstage(20. April) 941 dem Stift in Limburg machte²), sowie das Versprechen seines unmittelbaren Schutzes für das Stift(Monasterium) sowohl wie für die Vogtei Konrad's und seiner Erben in der Urkunde vom 2. Juni(941 oder) 942³³) beweisen jedoch seine Erkenntlichkeit gegen Konrad.

Das war also der Gründer des Stifts. Dass Ekkehard von St. Gallen erzählt, Konrad habe einst einen seinem Käfig entsprungenen und auf ihn und König Otto, die allein gewesen wären, eindringenden Löwen mit einem Schwertstreich getötet, dann einmal in einem Kriege gegen die Slaven einen riesigen Slaven auf dessen Herausforderung mit der Lanze durchbohrt34), mag nur erwähnt werden.

Die Kirche, von der Mechtel in seiner Chronik³⁵) sagt, sie sei 909 angefangen und 940 vollendet wor den, war Ende 918 schon soweit aufgeführt, dass für den am 23. De- zember gestorbenen König Konrad, wie das Thietmar von Merseburg in seiner Chronik bemerkt, Exequienin Limburg gehalten werden konnten³t). Was es aber mit der Chor- tafel-Inschrift in Mechtel's Chronik?) nach welcher den 11. Aug. 1058dieses Bet- haus geweiht wurde, und welche Mechtel auf die Vollendung der übrigen Stiftsgebäude und der ganzen Immunität bezieht, für eine Bewandtnis habe, ist nicht mehr zu sagenss). Mechtel's Vermutungs⁹), dass bis 1058 Propst und Stiftsherrn in Bergen ge- wohnt hätten, widerlegt Götze¹o) mit dem Hinweis auf Otto's I. Urkunde vom 2. Juni

¹8) S8. 302 ff. 1¹⁹) Kaisergesch., I. S. 269 d. 4. Ausg, 1873. 2⁰) Dom v. Lbg, S. 2, A. 2. 21) S. Stein, S 283, 317 und Giesebr. I, S. 288 u. 336 d. 4. Ausg. 2²²) St., S. 325. 2²³) Widukind II, 31. 24) S. 325, 311. 2⁵) nicht Liutgard's, wie es bei Ibach S. 25 heisst. ²⁶) Vgl. St., S. 325 u. Schwartz in den Annalen IX, 1868, S. 367. 8*) I,§. 389. ²2s) a. a. O. ²⁹) I,§. 380 f. ³⁰) Einige Bemerkungen über das Alter der Domk. zu L., S. 12. 3³¹) Annalen, IX, S. 364 ff. ³²) 8. Kremer, Orig. N. II, S. 38. ) im Mittelrh. Urkdb., I, S L5 vgl. Görz zum Band II, S. 616, Nr. 208 u. Götze, Annal. XIII, S. 243, A. 3. ³⁴) Vogel. S. 183. 3³⁵) Hontheim's Prodr. hist. Trev., S. 1060. 36) S Busch, der die Stelle aus Thietmar gibt, S. 13 u. 32, A. 45 und Götze, S. 243. ³⁷) Honth. Prodr. I. c. 38) S. Götze, S. 244. 39) Prodr. S. 1060 u. 1061. ⁴⁰) S. 262 f.