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lässt, so scheint sich das auf die Nachricht von der angeblichen Weihnachtsfeier Kon- rads II. 1026 in civitate Lindburg²t) beziehen zu sollen, worin aber, wie Schwartz nach- gewiesenzt), Limburg a. d. Hardt gemeint ist.— Stadtmauern Limburg's finden wir zuerst erwähnt 1233²8) in einer Urkunde des Erzb. Theodorich von Trier²?²). An den Stadtmauern, wie sie Corden sah— jetzt ist nur noch ein kleiner Teil erhalten—. wollte derselbe²¹) dreierlei Bestandteile wahrnehmen, die schon nach den Bausteinen sich unterschieden. Er nimmt daher an, dass daran(also an der Mauer, welche von dem noch stehenden Katzenturm an der Untermühle zu dem erst 1872 abgebrochenen Diezer Thor und zu dem noch vorhandenen Teil auf der Südseite des bischöflichen Gartens ging) zu 3 verschiedenen Zeiten gebaut worden sei. Die älteste Mauer sei der untere Teil. auf diesem aber sei bei der zweiten Ummauerungs¹), etwa im 12. Jahrhundert, bis zur späteren Höhe aufgebaut, auch die Türme seien hinzugefügt worden, deren Steine für ihr jüngeres Alter sprächen. Die erste niedrige Mauer war nach ihm turmlos und soll aus fast viereckig behauenen roten Steinen bestanden haben¹²). Er betrachtet ihre Errichtung als veranlasst durch die immer häufigeren Einfälle der Sachsen und die Kriege der Franken gegen sie, namentlich unter Karl d. Grossen. Dass die Mauer im Namen des Königs von den Gaugrafen errichtet worden sei, will Corden daraus schliessen. dass die Dynasten von Limburg als in die Rechte der Grafen eintretend Mauern. Thore und Türme für ihnen gehörig angesehen, Gerlach II. sie sogar den Limburgern ver- pfändet habe, was allerdings 1328 geschahsz). Der sachverständige Prof. Lotz dagegen bemerkt über die Stadtmauern kurz⁴), sie seien aus dem 13. Jahrhundert.
II. Periode.
Von c. 909 bis 1258 Oder: Von der Grundung des Stifts vis zur Teilung der Bruder Heinrich und Gerlach aus der Isenburgischen Familie der Stiftsvögte und Abscheidung Limburg's als Herrschaft fur sich.
§. 8. Gründung des Stifts, Gründer, Kirche und Stiftsgebäude, Immunität, Dotation. Schon vor 841¹) war das Collegiatstift Dietkirchen gegründet worden.²) 879 hatte Graf Gebhard, der wahrscheinliche Grossvater von Konrad Senior, mit seinen Söhnen das Stift Gemündens) gegründet. An die Namen Gebhard's, Bruders von Konrad Senior. und seiner Söhne Udo und Hermann knüpft sich die Gründung resp. Vollendung von Kirche und Stift zu Wetzlarl). In Weilburg gründete um 912 König Konrad I.,
26) Corden, I,§. 458. ²⁷) Annal. d. V. f. Nass. Altert, IX, S. 366. 28) nicht 1235, wie v. Stramberg a. a. 0. hat. 2⁰) Corden, I.§. 522. Vgl. Götze, S. 300. ³⁰) nach I,§. 112. 3³¹) Vgl. Corden I,§ 556. ³²) I,§ 112. ³³) S. Corden, II,§. 146. 3³4) Baudenkmäler des Reg.-B. Wiesbaden, S. 298.
¹) S. Teil I,§. 4, Anm. 14. ²) Corden führt I,§. 248— 252 nicht unwahrscheinlich diese Grün- dung auf die Grösse der uralten Parochie Dietkirchen zurück, zu der einst auch Dehrn, Steeten, Runkel, Schue (vorschwunden. S. Vogel, Beschr., S. 795), Ennerich, Lindenholzhausen, Eschhofen, Mühlen, Elz, Nieder- erbach. Nentershausen, Grossholbach, Niederhadamar, Offheim, Faulbach, Ober- und Niederweyer, Ober- und Niedertiefenbach und Hofen gehört hätten, wo Propst, Kapitel und Stiftsvasallen zu seiner Zeit noch den Zehnten besässen. Da hier eine grössere Anzahl Geistliche unter einem praepositus, Propst, d. h. Oberpfarrer, zusammen hätten wirken müssen, für solche Fälle aber Vereinigungen nach Chrodegang'’s— s. über ihn Rettbergs, Kirchengeschichte Dtschlds., 1846, I, S. 493 ff. Er starb 765 oder 766— Regel wiederholt insbesondere von König Pipin 759 und von Karl d. Gr. 789 empfohlen worden seien(vgl. auch Rettberg, II, S. 662 ff), so scheine auch hier eine solche stattgefunden zu haben und dics der Anfang des Stifts gewesen zu sein. ³) Vgl. Teil I,§. 6, S. 15 u. oben§. 7, auch Stein, S. 42 f. ⁴) S. v. Ulmen- stein, Gesch. v. Wetzlar, I. Hadamar 1802, S. 14— 19, wo übrigens die Richtigkeit der im 1. Teil,§. 6. S. 15 erwähnten Angabe Brower's über die Einweihung der Wetzlarer Stiftskirche durch Bischof Rudolf von Würzburg 897 etwas bezweifelt und als Gründungsjahr das Todesjahr Gebhard'’s 910 für„nicht sehr unwahrscheinliche“ erklärt wird. Bischof Rudolf lebte aber damals nicht mehr.


