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Jurisdiction anerkannt. Und Hontheim bemerkt³), sich auf Brower berufend, im 11. Jahrhundort sei Limburg zur Trierer Diöcese gekommen, vorher habe es der Mainzer angehört. In seiner Darstellung der Diöcesanverfassung des Herz. Nassau im Mittelalter ⁴) behauptet nun auch Vogel, die Mainzer Diöcese habe ursprünglich alles, was zwischen Main, Rhein und Lahn gelegen, die Wetterau und über der Lahn das ganze ehemalige Amt Montabaur mit umfasst, wie durch mehrere Urkun- den, die er weiter nicht bezeichnet, bewiesen werde. Im 12. Jahrhundert aber hätte Mainz alles, was an beiden Ufern der unteren Lahn bis an die nördlichen Grenzen des unteren Rheingaus und des Gaus Kunigessundra gelegen habe, an Trier abgetreten— die Kirche in Limburg alleinseinoch bei Mainzgeblieben bis ins 13. Jahrhundert. Wenck ⁵), v. Arnoldié), Schmidt?) hatten als geistliche Be- hörde für den Niederlahngau nur Trier genannt. Nun schrieb zwar Rommel 1820 in der Hessischen Geschichtes):„Der Erzbischof von Trier regierte von alter Zeit her durch seinen Archidiaconus von Dietkirchen die Kirche des niederen Lahngaus bis nach Wetzlar und Giessen“, Vogel selbst sagt 1836 bei Besprechung der kirchlichen Aufsicht in der Historischen Topographie v. N. 9) und 1843 in der Beschreibung des Herzogtums Nassau ¹⁰) nichts mehr von Mainz; doch Ullrich ¹¹) und Schliephake ¹²) folgten wieder der von Vogel im Archiv gegebenen Darstellung. Und obgleich dann, abgesehen von Stein ¹3), der den unteren Teil des Lahngaus für die Zeit Konrads I. schon als Trierisch bezeichnet, namentlich Menke ¹⁴), wie früher Spruner selbst, den Niederlahngau von An- fang an der Trierer Diöcese zuweist, wiederholt Götze ¹⁵) die Angabe von Vogel's Archiv und führt als Beweise dafür neben dem Umstand, dass auf die Fürbitte des Erzb. Hatto von Mainz die Schenkung des Königshofs Brechen(Oberbrechen) an das Stift in Limburg durch König Ludwig das Kind erfolgte, 2 Urkunden an 1¹), auf welche wohl auch Vogel sich gestützt haben mag. In der einen von 1124 bestätigt Erzb. Adalbert von Mainz die dem Stift in Limburg 1099 von der Pfalzgräfin Adelheid gemachte Schenkung von 6 Mansen in Meudt und Eisen ¹⁷), in der zweiten von 1129 trifft derselbe Adalbert, der persönlich in Limburg erschienen war, gegenüber den zinspflichtigen Bauern zu Ober- brechen, Bergen, Neesbach ¹s) und(Nieder-)Zeuzheim, welche sich geweigert ihren Ver- pflichtungen nachzukommen, eine Verfügung. Auch dass im Anfang des 13. Jahrhunderts der Erzbischof von Mainz das Collationsrecht über die Propstei des Georgenstifts noch besessen und zwar einem Mainzer Domcapitular nach herrschendem Gebrauche sie allemal übertragen habe, betrachtet Götze als letzten Rest seines vormaligen Episcopal- rechts ¹⁸). Böttger, der ²⁰) die spätere Diöcesan- und Archidiaconatseinteilung benutat, um die Gaugrenzen, und ²¹) sogar um die Grenzen der YVölkergebiete zur Zeit des Tacitus daraus zu construieren, glaubt nicht an einen Wechsel der Zugehörigkeit des Niederlahngaus in kirchlicher Beziehung. Aber noch 1877 lässt Ibach ²²) den Nieder- lahngau im 12. Jahrhundert von der Mainzer zu der Trierer Diöcese kommen.
Wo ist hier die Wahrheit oder die grössere Wahrscheinlichkeit? Corden behandelt
3) in d. Hist. Trev., I, S. 258, Note a. ⁴) Archiv der Nass. Kirchen- u. Gelehrtengesch., I, 1818, 8. 37.) Hess. Landesgesch., I, 1783, S. 149. ⁶) Nass. Gesch. I, 1799, S. 12 und III b, 1816, S. 99.*⁷) Gesch. d. Grossh. Hessen, I, 1818, S. 192. 8) I, S. 73. ¹) Einleitung S. 7. 1¹⁰) S§. 418. 11) Landes- und Kirchengesch. des H. Nassau, 1862, S. 52. 12²) Nass. Gesch., 1866, I, S. 70. 13) Gesch. Konrads I., 1872, S. 21 u. 25. 14) in seiner Ausgabe des Spruner'schen Atlasses, Karte 42 v. J. 1873. 15) Beiträge zur Gesch. der Georgenkirche etc., Ann. d. V. f. N. A., XIII, 1874, S. 242 f. 1c) a. a. O., S. 245. 17) Hisena, wozu Götze bemerkt:„nicht Bisena, wie man bisher stets gelesen hat, wobei nur zu bewundern bleibt, wie man trotzdem aus diesem Namen den des Ortes Eisen im Amt Wallmerod heraus interpretiert oder vielmehr geraten hat.“ Er kannte wohl Vogel's Bemerkung nicht in seiner Ausgabe der Limb. Chronik, 1826, Vorrede, S. XIV:„Bisena ist offenbar ein Schreib- oder Lesefehler für Isena, die Eis, wie der bei Meudt vorüberfliessende Bach in einem Manuscript des 11. Jahrhunderts heisst.“ ¹s) nicht Netzbach, wie Götze sagt. 1¹⁰⁶) 8. 298. 20) in den„Diöcesan- und Gaugrenzen Norddeutschlands“, 1875, 21¹) in„Wohnsitze der Deutschen eto.“*, 1877. 2*) Der Dom von Limburg, 8. 3.


