Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 1. Teil
Entstehung
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II. Von c. 909 1258 oder: Von der Gründung des Stifts bis zur Teilung der Brüder Heinrich und Gerlach aus der Isenburgischen Familie der Stiftsvögte und Ab- scheidung Limburgs als Herrschaft für sich.

III. V. 1258 1414*) oder: Die Zeit der Isenburgischen Dynasten von Limburg bis zum Verkauf der Herrschaft an Trier dureh den Letzten vom Mannsstamm der Linie, Gerlach IV., Domdechanten zu Trier.

IV. V. 1414 1624 oder: Die Zeit der kurzen uugeteilten Trierischen Herrschaft und der Messischen Pfandschaft(seit 1436) bis zur völligen Wiedereinlösung durch Trier.

V. V. 1624 1803: Limburg wieder Teil des Kurfürstentums Trier bis zu dessen Säcularisation im Reichsdeputationshauptschluss.

VI. 1803 1866: Limburg Nassauisch.

VII. Von 1866 an: Limburg Preussisch.

I. Periode. Von den ältesten Zeiten bis zur Gründung des Collegiatstifts(c. 909). §. 3 S-. Bewohner des mittleren Nassau in den Zeiten der Römer. Fin Römercastell zu Limburg?

Die ältesten Nachrichten über unsere Gegenden gibt bekanntlich Caesar. Als dieser 53 v. Chr. zum zweiten Male zwischen Bonn und Coblenz ¹), und zwar etwa bei Neuwied oder Engers, über den Rhein kam, fand er diesseits Ubier und Sueven. Der letztere Name wird als ein zusammenfassender für verschiedene Völkerschaften oder einen Völkerbund angeschen. Die Ubier aber wohnten damals nach der herrschenden Ansicht, auch der Menke's im Atlas antiquus v. 1865, auf beiden Seiten der unteren Lahn, oder noch wahrscheinlicher²) nur nördlich von derselben. Im Süden derselben nämlich hatten bis c. 56 v. Chr. Usipeten(in der Us- und Wispergegend und Tenk- terer gesessen, und wiewohl ein Schwarm von ihnen ausgewandert und zuletzt grossen- teils auf dem linken Ufer des Niederrheins von Cäsar vernichtet worden war(55), der Rest aber auf der rechten Rheinseite, die Usipeten an der unteren Lippe, die Tenkterer südlich von ihnen, Wohnsitze gefunden hatte, so ist doch entweder mit Böttger 4), der hierin F. H. Müller ³) folgt, anzunehmen, dass ein Teil derselben in der alten Heimat, wo sie im folgenden Jahrhundert wieder vorkommenZurückgeblieben, oder mit Zeuss) und Seyberth?), dass jene Reste von der Lippe und Wupper unterdessen wieder in diese Gegenden zurückgewandert sind. Es konnten ja freilich, als 38 v. Chr. Agrippa die von den Sueven bedrängten Ubier auf ihr Bitten nach dem linken Rheinufer verpflanzt hatte s), ihre seitherigen Nachbarn, die Tenkterer, von Norden, wie von Osten her die Sueven, in die verlassenen Wohnsitze der Ubier einrücken. Und so sollen denn auch um die Zeit v. Christi Geburt einerseits nach Strabo*²) Gelbst c. 24 p. Chr.) Sueven vom Rhein bis zur Elbe gewohnt, andererseits zu Tacitus' Zeiten 10)(ums Ende des ersten Jahrhunderts nach Chr.), wie schon oben gesagt, am mittleren Rhein

*) nach Corden bis zum Tod Johanns II., 1406. S. unten.

¹) wie nach der gewöhnlichen Annahme auch das 1. Mal, während v. Cohausen(Cäsars Rheinbrü- cken S. 6 ff.), dem auch J. Becker(Rheinübergünge der Römer bei Mainz, in den Nass. Ann. X, 1870, S. 168 f.) folgt, mit grösserer Wahrscheinlichkeit sich für die Gegend von Xanten entscheidet. ²) S. Bött- ger, Wohnsitze der Deutschen in dem von Tacitus beschriebenen Lande, 1877, S. 9. ³) S. Schliephake, Gesch. v. Nassau I, S. 14 fg.) l. c. S. 17, A. 29. 5⁵) Die deutschen Stämme, 1840, I, S. 127 ff. 6) Die Deutschen und ihre Nachbarstämme, 1837.) Uber die Abstammung der Bewohner des südl. Nassau, Ann. d. V. f. Nass. A. IV, 1850, S. 443. s) Appian 881, 18; Dio 48, 49; Strabo IV, 3; Tac. Ann. 12, 27.) VII, 1, 3 u. IV, 3, 4. ¹⁰) nach dessen(ierm. c. 32.