Urkunden aus dem Stifts- und Stadtarchiv zu Limburg hat der Verfasser seinem Werke in grosser Zahl dem Wortlaute nach eingefügt; ausserdem sind von Hand- schriftlichem benützt:
Einzelne Manuscripte des Dietkircher Stifts, sowie des(Dietkircher) Archidiaco- nalarchivs; Diptycha ecclesiae Limburgensis; Chori Limb. directorium antiquissimum; Antiquissimi libri salici Collegiatae Limburgensis; Necrologium fratrum minorum Limb., wovon Wenck im Katzenellenbogener Urkundenbuch zur hess. Landesgesch. I, S. 83 f. einen die Katzenellenbogener betreffenden Auszug gibt, Corden selbst Band II, § 16 ½— 28 einen weit reichhaltigeren ¹3);
2 Anniversarien- und Memorienbücher, deren Anfänge aus dem 14. und 15. Jahrhundert stammen, wovon in Bd. II,§ 29— 49 ebenfalls Auszüge;
Collectanea Mechteliana(„asservantur in domo et bibliotheca S. Antonii Co- loniac“, tom. I,§ 291), die Corden auszugsweise, wie er sagt(l. c.), mitgeteilt waren, und mit denen wohl die wiederholt angeführten Manuscripta relicta Mechtelii identisch sind;
Introductio in pagum Logenahe una cum descriptione Basilicae oppidi S. Georgii in Lintburgk—ex Collectaneis multis Joannis Mechtelii ctc., 1630(jetzt in der Stadtbibliothek in Cöln nach Rossel's Vorrede zur Ausgabe der Limburger Chronik, 1860, S. V.);
Des Decans zu Limburg(seit 1617) und nächsten Nachfolgers von Mechtel P. Noll(† 1635) Protocollum decanale;
v. Hontheim's handschriftliche Additiones ad Annales Trevirenses Browerianos;
Schriftliche Mitteilungen des Inspectors G. Phil. Kraus in Idstein(† 1792) 14);
Manusecripta des Canonicus Huberti,„viri fastorum vieiniae periti“(tom. I, § 356) und Verfassers einer dissertatio de Conrado— fundatore ecclesiae Limb., mser. ¹⁵)
Das Kurfürstliche Archiy allerdings blieb nach v. Stramberg(Rh. Ant., Mitt. II, 3, S. 533) Corden verschlossen, und er erwähnt es in der That nicht als benutzt.
Die hauptsächlich von ihm benutzten gedruckten Werke sind die bekannten von Brower und Masen, sowie von Hontheim über Trierische(S. Vogel, Beschreib. d. H. N., S. 276), diejenigen von J. J. Reinhard, J. Grüsner und Fischer über Isen- burgische und Limburgische Geschichte(Vogel I. c. S. 261), J. A Kremer's Origines Nassoicae, von Wenck's Hessischer Landesgeschichte der erste, 1783 erschienene Band, Gudeni Codex diplomaticus u. a.
Während Corden übrigens vieles auf die ganze Lahngegend Bezügliche bietet, was, so verdienstlich damals die auch darauf verwendete Mühe gewesen sein mag, jetzt fast alles vollständiger und richtiger in den bekannten Werken von Wenck, v. Arnoldi, Vogel, Schliephake-Menzel, Simon u a. vorliegt, werden wir uns möglichst auf die Stadt mit ihrer näheren Umgebung und die frühere Herrschaft Limburg beschränken, auch die neuerdings in besonderen Darstellungen behandelte Geschichte des Doms und Stifts 16) mehr in den Hintergrund treten lassen.
§. 2. Einteilung.
Die Geschichte Limburgs zerlegen wir unter Zugrundlegung der Cordenschen Ein- teilung in folgende Perioden:
I. Von den ältesten Zeiten bis zur Gründung des Collegiatstifts(c. 909).
¹) Ums Ende des 15. Jahrhunderts geschrieben(nach Corden, II,§ 162), ist es jetzt verschwunden, und es liegen nach Dr. W. M. Becker(Nass. Ann. XIV) über seinen Verbleib nur gegründete Vermutungen vor. ¹⁴) Vgl. über ihn Luja in d. Nass. Ann. I, 1. S. 123; auch Vogel, Beschreib. des Herz. N., S. 129. ¹5) S. Vogel, Archiv der Nass. Kirchen- und Gelehrtengeschichte, I, 1818, S. 37, Anm. ¹16) Vgl. insbeson- dere Götze, Beiträge zur Geschichte der Georgenkirche und des Georgenstifts zu Limburg in den Ann. d. V. f. N. A. 1874, XIII, S. 241 ff. und Ibach, der Dom zu Limburg, Festschrift, 1877.


