Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 1. Teil
Entstehung
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zu Wetzlar bei Winkler) einen geachteten Namen bei den Geschichtsforschern erworben- Auch 2 ungedruckte Deductionen von ihm, eine über die Trierischen Lehen-Gerechtsame in dem Lahngau und eine über das Eigentum des Selterser Brunnens führt v. Stramberg6] an. Wie aber Kremer, der Verfasser der Origines Nassoicae, bereits vor dem Abschluss der Historia Limburgensis, i. J. 1779 7)die sichersten und vollständigsten Nachrichten über das Limburgische Dynastenhaus und die dortige Kirche von dem Werke desge- lehrten Canonicus erwartet und Wenck in seiner hessischen Landesgeschichte 8)der grossmütigen nterstützung Corden's, eines eifrigen Freundes und Beförderers historischer Wahrheit? für die Bearbeitung des Kapitels über die Limburger Dynasten dankbarst ge- denkt, so erteilt der kundige Decan Vogel 1843*) der Historia Limburgensis das Loh, dass es ein gründliches Werk sei, und spricht sein Bedauern aus, dass es bis dahin noch des Drucks und der Publicität entbehre. Corden war es auch nach v. Stramberg ¹⁰), der beauftragt wurdedas reichhaltige Archiv seines Stifts aus Schutt und Moder Rervorzu- ziehen und zu ordnen, worauf dann der Magistrat und das Stift Dietkirchen ihn ersuchten, auch ihrer Urkunden sich zu erbarmen. SWoher v. Stramberg das weiss, der hier, wie so vielfach, keine Quelle angibt, und ob die Sichtung des Limburger Stadtarchivs, sowie die Anfertigung des Repertoriums durch Corden odér unter seiner Leitung wirklich ge- schehen ist, lässt sich freilich nicht sagen. Hat er sie vorgenommen, so erfolgte sie, nach der oben angegebenen Abfassungszeit des Repertoriums zu schliessen, wohl erst nach Vollendung der Historia Limb., wie denn nach einer Bemerkung in Bd. I,§ 246 auch das Dietkircher Stiftsarchiv zur Zeit der Abfassung nicht oder noch nicht georduet ge- wesen zu sein scheint. Ubrigens ist doch Bd. I,§ 536 ein(älteres?) Repertorium senatus Limburg. und II,§ 77 ein Catalogus documentorum archivi senatus Limb.(wohl dasselbe) erwähnt.

Es ist auch bis jetzt nicht zum Druck der Arbeit Corden's gekommen 1¹¹). Und auch in Zukunft wird es, glaube ich, nicht leicht zur Herausgabe mehr kommen, schon wegen der verhältnismässig zu hohen Druckkosten, und weil das aus mancherlei Gründen nun veraltete Werk eine Neubearbeitung des Gegenstandes ja doch nicht überflüssig machen würde. Aber warum sollten deswegen die wertvollen Resultate von Corden's Forschungen nur den des Lateinischen Kundigen und denjenigen zngänglich sein, die so glücklich sind, eines der wenigen Manuscripte¹²) benutzen zu können? v. Stramberg hat vieles aus Corden in den Rhein. Antiquarius(Mittelrh. II, 3, S. 492 ff.) aufgenommen, aber wiederum meist ohne Quellenangabe und eben nur in seiner Sammlerweise.

Jedenfalls kann, wenn auch nicht gerade in Bezug auf die ältesten Zeiten, für die Wanderung durch die Vergangenheit Limburgs Corden sehr wohl als Führer dienen, und er soll es auch für uns im allgemeinen sein, freilich nur in der Weise, dass wir da- bei sowohl die von ihm benutzten früheren, wie die späteren unten jedesmal einzeln zu nennenden Publikationen zur selbständigen Prüfung und Ergänzung seiner Re- sultate heranziehen.

6) im Rhein. Ant. 1. c.) Origg. S. 340, A. 7. s) I, 1783, S. 402, A. b. ¹) in der Beschreibung des Herz. Nassau, S. 262, Anm. 1. 1⁰) Rhein. Antiqu I. c. 11) Warum zu Corden's Zeit nicht, darüber bemerkt v. Stramberg im Rh. Ant., Mitt. I, 2, S. 57:Sie lag zum Drucke fertig und sollte dem Kur- fürsten zugeeignet werden; ehe das aber geschehe, wollte der Verfasser eine beruhigende Zusage um die für seine Dedication zu erwartende Gratification haben. Der Kurfürst verhiess ein Fuder Wein, den Lohn fand aber der ehrgeizige Autor nicht allerdings angemessen seinen Verdiensten, er mäkelte um einen Zu- satz, und sind darüber die Franzosen ins Land gekommen. 12) v. Stramberg kannte(Rhein. Ant. M. II, 3, S. 533) nur 2 IIandschriften, eine im Besitze des Dr. Busch in Limburg und die in seinem eigenen Be- sitze befindliche. Ausserdem aber gab es damals eine solchc in Karlsruhe die spüter für das Nassauischre Staatsarchiv soll gewonnen worden sein und noch dort ist(S. Götze, Nass. Ann. XIII, S. 253, A.) Von der letzteren hat sich auch Herr Justizrat Hilf in Limburg, ein Verwandter Corden's, eine Abschrift anfertigen lassen. Mit seiner gewohnten Freundlichkeit hat er sie dem Schreiber dieser Zeilen zur Benuf- zung überlassen, wofür ihm derselbe auch hier den gebührenden Dank ausspricht.