Aufsatz 
Geschichte des Weilburger Gymnasiums 1540-1817 / von Ferdinand Heymach
Entstehung
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Vollendung der üblichen Kurse nach Hause, sodass sich der Bestand nicht unbetrüchtlich verringerte. In den Jahren 1796 1798 scheint die Anstalt unter den Wechselfällen des Krieges besonders gelitten zu haben. Die Schulberichte aus dieser Zeit weisen eine erheblich höhere Abgangsziffer wie sonst auf. Aber der regelmässige Gang des Unterrichts erlitt darum keine weitere Störung, und kaum waren die schlimmsten Tage der Not und Bedrängnis vorüber, kaum war der Fürst in seine Residenz zurückgekehrt, als er auch schon einen neuen Beweis unverminderten Wohlwollens dadurch gab, dass er dem Gymnasium eine wertvolle Sammlung antiker Münzen und Na- turalien, welche aus dem Nachlass des Kanzleidirektors Weinrich für 1000 Gulden angekauft wurde, zum Geschenk machte.¹)) Auch die Schulbibliothek, deren bescheidene Anfänge in das Rektorat des älteren Schlosser zurückreichen, wurde auf Veranlassung der Scho- larchen Petsch und Langsdorf, und nicht zum wenigsten infolge der Bemühungen des Freiherrn von Gagern von 1804 ab durch eine jährliche Zuwendung von 100 Thalern gefördert.

1807 bat Schellenberg, der nun schon im einundvierzigsten Jahre an der Anstalt wirkte, wegen vorgerückten Alters um Ent- lastung in seinem Amte, die ihm auch bereitwillig gewährt ward. Die sechs dadurch freiwerdenden Wochenstunden des Rektors über- nahmen Prorektor Eichhoff und Konrektor Krebs im Umtausch ge- gen sechs andere, die sie bisher erteilt hatten; die Versehung dieser Lektionen wurde dem Kandidaten Johann Philipp Sandberger über- tragen. Die nächsten Jahre brachten keine nennenswerte Anderung; erwähnt sei nur der auf Anregung Gagerns 1811 gemachte Ver- such, dem griechischen Unterricht eine weitere Stärkung angedeihen zu lassen. Bald aber stellte sich heraus, dass die vorhandenen Lehr- kräfte hierfür nicht ausreichten, und so trat der alte Plan wieder in Kraft. Seiner ganzen Richtung nach konnte Schellenberg diese Wen- dung nicht unlieb sein. Er hatte von Anfang an die Hebung der Schule in ruhigem, zielbewusstem Schaffen, nicht aber auf dem Weg umgestaltender Neuerungen gesucht, und der Erfolg sprach für ihn. Trotz der andauernden Ungunst der Zeiten war die Schülerzahl stetig gewachsen ein deutlicher Beweis dafür, dass man der Anstalt und ihrem Leiter das grösste Vertrauen entgegenbrachte.

Mit Befriedigung konnte Schellenberg so auf das Werk seines

¹) Ein beschreibendes Verzeichnis der Münzen hat Prof. Krebs in dem Progr. von 1832 geliefert u. d. T.: Numorum veterum qui sunt gymnasii Weil- burgensis enumeratorum et descriptorum specimen.