Aufsatz 
Geschichte des Weilburger Gymnasiums 1540-1817 / von Ferdinand Heymach
Entstehung
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Wochenstunden behielt. Die dadurch freiwerdende Zeit wurde dem Lateinischen und Griechischen eingeräumt; jetzt zum erstenmal fand auch Homer neben Gesners Chrestomathie in den Typus Aufnahme. Zunächst freilich musste er sich noch mit einer Wochenstunde be- gnügen; erst 1796 wurde die wöchentliche Stundenzahl auf zwei erhöht.

Einen weiteren Aufschwung nahm der altsprachliche Unterricht am Gymnasium noch dadurch, dass 1795 in Johann Philipp Krebs ein junger, für die klassischen Studien hochbegeisterter Philologe aus Friedrich August Wolfs Schule als Kollaborator nach Weilburg be- rufen wurde. ¹1) Zusammen mit dem Konrektor Eichhoftf vertrat er die UÜberzeugung,dass die klassische Litteratur der Grundstein und die Quelle aller wahren und ächten Geistesbildung und Humanität sei. Beide mühten sich demgemäss nach Kräften, in dem durch den Lehrplan gebotenen Unterricht sowohl, als in unentgeltlich er- teilten Privatstunden auf ihre Schüler ein Teil der eignen Lust und Hingabe an die klassischen Studien zu übertragen. Krebs diente daneben durch ausgebreitete schriftstellerische Thätigkeit der von ihm so warm vertretenen Sache des Neuhumanismus und gewann durch treffliche Schulbücher weit über die Grenzen seines engeren Wirkungs- kreises hinaus Ansehen und Geltung.

Inzwischen war auch das Lahnthal von den Stürmen der fran- zösichen Revolution nicht unberührt geblieben; der Schauplatz des ersten Koalitionskriegs dehnte sich auch hierhin aus. Schon im November 1792 war der französische General Custine auf einem Streifzug nach Weilburg gekommen und hatte dem Fürsten Friedrich Wilhelm, weil er Truppen zur Besatzung von Mainz hergegeben, eine schwere Kontribution auferlegt. Dann blieb das Gebiet drei Jahre lang un- behelligt; erst Ende 1795 brachen neue Drangsale herein, welche den Fürsten und seine Familie zur Flucht, zunächst nach Hanau, später nach Bayreuth veranlassten. Im Juni und Juli 1796 kam es zwischen den streichern und Franzosen sogar in nächster Nähe von Weilburg zum Zusammenstoss; am 6. Juli wurde die von den streichern besetzte Stadt durch die Franzosen beschossen, bei welcher Gelegenheit auch in das Gymnasialgebäude mehrere Kugeln ein- schlugen. Natürlich blieben diese Verhältnisse nicht ohne Einwir- kung auf die Schule; die auswärtigen Zöglinge gingen noch vor

¹) Näheres über ihn bei Bernhardt:Nachrichten über das Leben des Joh. Phil. Krebs und seines Sohnes Rudolf Krebs im Progr. des Weilb. Gymn. von 1882.