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Summe für einen katholischen Geistlichen aus,„damit er alle Sonn- und Feyertäge, so lange sich Jünglinge von dieser Religion auf unsrem Institut befinden, hierherkomme, und den Katholischen Got- tesdienst in einem dazu eingerichteten Zimmer des hiesigen Schloss- gebäudes verrichte.“
Einen bedeutsamen Wendepunkt in Schellenbergs Rektorat bil- det das Jahr 1790, in welchem das Scholarchenamt, das bis dahin mit der Superintendentenstelle verbunden gewesen war, in dem Re- gierungsrat Karl August Petsch zum erstenmal einen nichtgeistlichen Inhaber erhielt. Petsch, der dem neuen Amt verständnisvolles In- teresse entgegenbrachte, stellte, um den öffentlichen Prüfungen im Frühjahr und Herbst den Charakter einer leeren Schaustellung zu benehmen, schon 1791 bei der Landesregierung den Antrag, die Zeitdauer des Examens von einem auf zwei Tage auszudehnen, „dass man sowohl in Hinsicht auf die Schuldigkeit der Lehrer als auch in Betreff der Fortschritte der Eleven in Sprachen und Wissen- schaften sich eine hinlängliche Kenntniss verschaffen möge.“ Dem Antrag wurde Folge gegeben, dagegen die weitere Forderung fallen gelassen, dass nämlich bei dieser Gelegenheit Schülerverzeichnisse mit näheren Angaben„über eines jeden Fleiss, Aufführung und Profektus“ geführt und nachher mit einem Vermerk über den Aus- fall der Prüfung der Regierung eingereicht werden sollten. Petsch war auch darauf bedacht, den alten Sprachen, insbesondere dem Grie- chischen, im Lehrplan oder Typus, wie er damals hiess, erhöhte Be- deutung zu geben. In diesem Sinne erliess er 1782 ein Rundschrei- ben an den Rektor und die wissenschaftlichen Lehrer des Gymna- siums, worin ausgeführt war, dass die Erwartung des Publikums hinsicht- lich der alten Sprachen nicht befriedigt werde, und dass auch in ihm selbst Zweifel an der Zweckmässigkeit des gegenwärtigen Typus ent- standen seien; schliesslich forderte er zu freimütiger Xusserung über die angeregte Frage auf. Schellenberg, der sich überhaupt schwer zu Anderungen entschloss, kam der Aufforderung nur zögernd nach; die von dem Prorektor Hermann in Vorschlag gebrachte Beschränkung der philosophischen Lektionen in Prima zu Gunsten des altsprach- lichen Unterrichts war wenig nach seinem Sinne. Ebensowenig be- hagte ihm die mit der geplanten Anderung verknüpfte Einführung neuer Lehrbücher, weil er durch deren Anschaffung die Eltern zu beschweren und vielleicht eine Herabminderung der Frequenz zu veranlassen fürchtete. Endlich aber gab er nach, und der Lehrplan wurde dahin abgeändert, dass der philosophische Unterricht nur 2


