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Auch in der Wahl und Begrenzung der einzelnen Lehrgegen- stände trat keine wesentliche Anderung ein; nur das Lateinische trat mehr in den Vordergrund. Nach dem Programm von 1777 wurden im Lateinischen in Prima gelesen: Gesners Chrestomathia Pliniana, Horaz, officia Ciceronis, Livius, Ovids Metamorphosen und Vergil, ausserdem„mit der untersten Ordnung der Primaner und den zwey obersten Ordnungen der Secundaner“ Sallust— in Se- cunda: Cornelius Nepos, Ovids Tristien,„wobey hauptsächlich die Prosodie getrieben wird“, und Röchlings lateinische Chrestomathie für Anfänger. Im Griechischen hatte es immer noch bei Gesners Chrestomathie und dem Neuen Testament sein Bewenden, und auch im Französischen und Deutschen, sowie in den übrigen Fächern hielt sich der Unterricht innerhalb der von Ostertag gesteckten Grenzen. Mehr als auf eine Anderung des Lehrplans nahm Schellenberg darauf Bedacht, durch Beseitigung unzweckmässiger Klassenkombinationen den Unterricht zu fördern; zu dem Ende sorgte er dafür, dass ihm in dem Schulhause noch ein viertes Lehrzimmer eingeräumt wurde. So konnte er ermöglichen,„dass sowohl in Prima als in Secunda täglich nicht mehr als zwey Stunden vorkommen, wo die ganze Classe beysammen sitzt, bey welcher Abtheilung der Lehrer von der beschwerlichen Nothwendigkeit befreyt ist, seinen Unterricht nach allzuverschiedenen Köpfen einzurichten.“
Die wöchentliche Stundenzahl in den einzelnen Fächern wird in dem Bericht vom Jahre 1777 genau angegeben. Die beiden oberen Abteilungen der Prima haben danach,„ihre lateinischen Ausarbei- tungen ausgenommen“, im Lateinischen 7 Stunden wöchentlich. Schellenberg begründet diese im Verhältnis zu den übrigen Abtei- lungen geringe Zahl damit, dass hier die Zeit„schon mehr zur Prä- paration auf Universitäten“ angewendet werden müsse.„Dahingegen“ — fährt er fort—„ist für die untern Primaner und obersten Se- cundaner in diesem Stück weit mehr gesorgt worden. Denn erstere haben wöchentlich 20 lateinische Stunden, und ich glaube immer, dass bey diesen die rechte Zeit ist, wo sie sich in dieser Sprache festsetzen müssen; die letztere haben wöchentlich 14, und die ganz untersten Secundaner nur 10 Stunden. In Prima sind 4 und in Secunda 2 historische, und in jeder Classe 2 geographische Stunden. In der ersten lassen sich diese, ohne den Jüngling mit Stunden zu überhäufen nicht mehr vermehren, und in der zweyten Classe sind meiner Meynung nach zwey von jeder Art übrig genug. Zur Phi- losophie sind wöchentlich 4 und zur dogmatischen Theologie 2 aus-


