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dem Idsteiner Gymnasium als Schüler an. Hierauf bezog er nach dem Vorgang seiner vier älteren Brüder die Universität Halle, um theologische, philosophische und mathematische Vorlesungen zu hören und sich nebenbei durch Unterrichtsstunden, die er im Waisenhaus erteilte, auf seinen künftigen Beruf auch praktisch vorzubereiten. Nach drei Jahren kehrte Schellenberg von der Universität zurück, und da auf Anstellung so bald nicht zu rechnen war, nahm er in Frankfurt bei einem Herrn von Bienenthal und Lilienstern eine Hauslehrerstelle an. Aber schneller als er hoffen durfte, sollte er zum erwünschten Ziel gelangen. Noch vor Ablauf eines Jahres schied er aus seiner Frankfurter Stellung, um dem Antrag Ostertags entsprechend als Kollaborator am Weilburger Gymnasium einzu- treten. Am 27. August 1765 begann Schellenberg hier seine Thä- tigkeit, rückte am 27. Mai 1769 nach des Konrektors Greiffenberg Weggang in dessen Stelle ein und wurde am 20. Oktober 1773, als der bisherige Prorektor Köster eine Professur in Giessen über- nahm, zum Prorektor befördert. Als drei Jahre später Ostertag das Rektorat niederlegte, berief in dieser misslichen Lage das Vertrauen der Regierung Schellenberg zu seinem Nachfolger. Gleichzeitig wurde ihm aufgetragen, einen neuen Schulplan zu entwerfen; auf diese Weise glaubte man am besten, dem gänzlichen Verfall des Gymnasiums vorzubeugen. Aber der neue Rektor erkannte mit klarem Blick, dass nicht sowohl die Verfassung der Schule als vielmehr das Streben Ostertags, ihr alle möglichen zweifelhaften Elemente aus dem Auslande zuzuführen, für den Niedergang verantwortlich war. Schellenberg hielt deshalb auch an den von seinem Vorgänger ge- schaffenen Einrichtungen in der Hauptsache fest. Die seitherige Ein- teilung der Anstalt in zwei Klassen von je vier Ordnungen blieb bestehen, sodass also das Ganze acht Jahreskurse umfasste. Jedem der ordentlichen Lehrer mit Einschluss des Rektors fielen zwei dieser Ordnungen zu. Die zwei oberen Abteilungen der Prima machten die eigentliche Schule des Rektors aus, wührend die beiden unteren dem Prorektor zufielen. Ebenso teilten sich Konrektor und Kolla- borator in die vier Ordnungen der Secunda dergestalt, dass ersterem die beiden oberen, letzterem die zwei unteren zugewiesen wurden; doch hatten Konrektor und Kollaborator ausserdem auch einige Stunden wöchentlich in Prima zu unterrichten. Neben diesen vier ordentlichen Lehrern gaben, wie schon unter Ostertag, die fünf ausserordentlichen im Französischen, in Rechnen und Buchführung, Scbreiben, Vokal- und Instrumentalmusik und im Tanzen unentgeltlichen Unterricht.


