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Zum erstenmal begegnen uns hier die Anfangsgründe der Philoso- phie„nach des Ernesti Initüs doctrinae solidioris“, ferner die ange- wandte Mathematik„nach dem Wolff“, und im lateinischen Horaz und Sallust. Auffallend zurück tritt das Griechische, in dem man sich, von dem Neuen Testament abgesehen, immer noch auf Gesners Chrestomathie beschränkte. Überhaupt fielen, der ganzen Richtung Ostertags entsprechend, die Realien stärker ins Gewicht.
So war Ostertag nach jeder Richtung bemüht, dem von ihm geleiteten Gymnasium Ansehen und Geltung nah und fern zu ver- schaffen. Aber der Erfolg entsprach der Mühewaltung nicht, und nach dem Tode de la Pottries, der seinen Wünschen für das Ge- deihen der Anstalt noch durch ein Legat von 500 Gulden Ausdruck lich, scheint auch die Anerkennung von seiten der Regierung nicht mehr die gleiche geblieben zu sein. Der Ausfall der öffentlichen Prüfungen entsprach nicht den gehegten Erwartungen, dazu mochte die Wahrnehmung, dass die Disciplin sich bedenklich lockerte und die Frequeuz zurückging, auf den Rektor ebenso wie auf die Re- gierungskreise verstimmend wirken.„So viel ist“— heisst es in einer diesbezüglichen Ausserung der Landesverwaltung—„von aussen her zu vernehmen gewesen, dass Jünglinge, welche nach ausgestandener Lehrzeit von dem Gymnasium zurückgekommen, an Wissenschaften und Sitten dasjenige nicht mitgebracht haben, was Eltern und Vormünder mit Fug und Recht von ihnen erwarten zu können geglaubt hatten; und andrerseits, dass ihnen die Beiträge, denen sie sich zu feierlichen Aufzügen, Abschiedsgelagen, öffentlichen Bällen und dergleichen nicht entziehen dürfen, höchst lüstig und be- schwerlich gefallen.“— Unter diesen Umständen konnte Ostertag, der vorher verschiedene vorteilhafte Anerbietungen ausgeschlagen hatte, 1776 der Ruf nach Regensburg als Rektor und Professor an das evangelische Gymnasium nur willkommen sein. Er ging, und Johann Anton Philipp Schellenberg trat an seine Stelle.
Schellenberg wurde am 23. Januar 1740 in Altweilnau ge- boren. Sein Vater war dort Prediger, ging aber schon im folgen- den Jahre auf die Pfarrei Heftrich über, wo der Knabe mit sechs älteren Geschwistern in ländlicher Abgeschiedenheit aufwuchs. Den ersten Unterricht erhielt er im Elternhause von seinem Vater und den älteren Brüdern, welche in dem nahen Idstein das Gymnasium besuchten. Als der älteste Bruder 1752 dorten als Kollaborator Anstellung fand, wurde der jüngste Spross der Familie unter dessen besondere Obhut gestellt und gehörte von da ab bis Ostern 1760


