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nen Gönner de la Pottrie, dem Ostertag die Erfüllung dieses wie manches anderen Wunsches zu danken hatte, wusste er nebenher auch für die Errichtung eines neuen Gymnasialgebäudes mit Dienst- wohnungen für den Rektor und einige Lehrer zu gewinnen. Denn ein besonderes Gebäude besass, wie schon früher erwähnt, die Anstalt noch nicht: in dem zur Zeit des älteren Schlosser errichteten Haus in der Schulgasse ¹) war zugleich die Elementarschule untergebracht. Freilich sollte Ostertag während seines Rektorats diesen Plan nicht mehr verwirklicht sehen; erst unter seinem Nachfolger kam der Bau zur Ausführung. Ausserdem erwirkte Ostertag„aus der Fürstlichen Chatoulle“ für den Druck der Programme und für Schulprämien eine jührliche Zuwendung von 70 Gulden; weitere 32 Gulden wur- den für die Schulbibliothek verwilligt.
Aber neben diesen mehr auf die äussere Hebung des Gymna- siums abzielenden Bestrebungen hielt der unablässig thätige Schul- mann sein Augenmerk auch auf die Förderung des Unterrichts und die im Unterricht zu befolgende Methode gerichtet. In dem Pro- gramm von 1773 verbreitet er sich eingehender hierüber, und es ist wohl nicht unangebracht, seine Ausführungen an dieser Stelle in der Hauptsache wiederzugeben.„Jeder Lehrer“— heisst es dort— „ist vor das erste verbunden bey seinem Unterricht mit Rücksicht auf die unterschiedene Fähigkeiten seiner Schüler den Verstand der- selben mehr zu beschäftigen als das Gedächtniss. In dieser Absicht muss bey Erlernung der Sprachen mehr auf die deutliche Erklärung und Anwendung der grammatischen Regeln, der Wortfügung und Zergliederung des Schriftstellers, als auf das Auswendiglernen ge- sehen und nie etwas ohne vorhergegangene deutliche Erklärung zu lernen aufgegeben werden. Bey der biblischen Geschichte erzehlt der Docent zuerst selbst, lüsst einen seiner Scholaren sodann auf- tretten, die Geschichte unter einer genauen Beurtheilung der Aus- sprache, des Tons und der Interpunction vorlesen, und hierauf von einem andern, doch ohne ihn an die Worte zu binden, im Zusam- menhang kurz aus dem Gedächtniss wiederhohlen. Eben diese Me- thode beobachtet man bey andern schönen deutschen und lateinischen Stellen. Die Kunst gut zu lesen ist mit der Kunst gut zu deklami. ren nur zu genau verwandt.—— Ausserdem erfordert man, dass die Flexionen der Wörter in denen zu lernenden Sprachen in ihrer natürlichen Ordnung, sodann ausser derselben auswendig gelernet, und durch fleissiges Fragen und eine beständige Uebung dem Lehr-
¹) Heute Zippers Buchdruckerei.


