Aufsatz 
Geschichte des Weilburger Gymnasiums 1540-1817 / von Ferdinand Heymach
Entstehung
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aller Entschiedenheit erklärte. 1766 nahm er sie in den Lektions plan, den er dem vorgesetzten Scholarchen einzureichen hatte, nicht mit auf. Cramer, der sie nicht missen wollte, trat daraufhin bei der Landesregierung warm für die Beibehaltung dieser Stunden ein. Bei denen typis berichtete er,vermisse die Paraenetic-Stunde, um so mehr, als dieselbe schon ehemals in denen von mir, als ich noch rector war, verfertigten Plans Platz gefunden. Es ist mir Er- bau- und Erweckungsstund zum thätigen Christenthum, so gegen- wärtig um desto weniger vor unnöthig oder überflüssig mag ange- sehen werden, je weniger die Schuhljugend wegen der zur Zeit der Betstund nach denen Typis zu tractirenden Schuhllectionen zur Kirch kommen kann. Ich habe sie nun in die 15 Jahr, theils mit meinem seel. Vorfahr Herrn Superintendenten Wüstenfeld theils allein aus dringender Lieb zum Bessten der Jugend und in zuver- sichtlicher Hoffnung eines unausbleiblichen Segens versehen, bin auch, so lang mir Gott Kräfte gibt, sie fortzusetzen erbötig und zwar alternative mit dem Herrn rector, welches dann alle Samstag von 2 biss 4, weil die Stunden von 1 biss 3 schon besetzt sind, etwa geschehen könnte. Ostertag, deshalb zum Bericht aufgefordert, führte dagegen aus:Diese gantze Institution hat einen nur der Einbildung nach möglichen Nutzen. Junge Leute, die ohnehin schon mit ihren ordentlichen Stunden beinahe überhäuft sind, wer- den nur gar zu leicht verdrüsslich, wenn man sie ausser denen be- stimmten Stunden der Andacht, und denen schon ohnehin im Typo festgesetzten der Religion gewidmeten Lectionen, mit denen Spene- rianischen und Franckianischen Erbauungsstunden plagen will. Die Erfahrung und eine nicht obenhin angestellte Beobachtung mensch- licher zumalen jugendlicher Gemüther unterstützen gewiss meine Meinung. Zudem wird sich jeder redliche Lehrer bemühen, bei allen Gelegenheiten Grundsätze der Tugend und Gottesfurcht in die Gemüther zu pflanzen. Ich müsste mich sehr irren, wenn nicht eine solche klüglich eingerichtete Verbindung der Religion mit dem ordentlichen Unterricht mehr nützen solte, als aller methodischer Zwang ascetischer Stunden. Und Ostertag behielt recht: die Parä- netik unterblieb. Ebenso hatte er schon 1765 bei der Regierung die Aufhebung der kirchlichen Obliegenheiten für Rektor und Prorektor, sowie die Beteiligung der Anstalt bei den Leichenbegängnissen durchgesetzt,da der Gesang bei den Leichen durch die deutsche Schule allein besorgt werden kann, und das Fürstliche Gymnasium ein von jener Schule gänzlich unterschiedenes Institutum ist. Sei-