Aufsatz 
Geschichte des Weilburger Gymnasiums 1540-1817 / von Ferdinand Heymach
Entstehung
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schlossen, die Lektionen nur noch einmal jährlich, und zwar Ende Juli, durch fünfwöchentliche Ferien unterbrochen wurden. Das ein- leitende Examen und der Redeakt blieben, letzterer wurde sogar, nach der Zahl der auftretenden Redner zu schliessen, beträchtlich ausgedehnt. Dabei erhob die Anstalt von den Fremden ebensowenig wie von den Einheimischen ein besonderes Schulgeld. Jeder Schüler hatte bei seiner Aufnahme einen Konventionsthaler zu entrichten; die übrigen Abgaben beschränkten sich auf einen Gulden jährlich für Holz, Licht und Tinte im Gymnasium und auf das Neujahrs- geschenk an die ordentlichen Lehrer. Aber trotz dieser günstigen Bedingungen reichte die Frequenz nicht an die zur Zeit der Sy- ringus und Schweicker heran. Das einzige aus Ostertags Rektorat auf uns gekommene Verzeichnis vom Jahre 1769 weist einen Ge- sammtbestand von nur 75 Schülern auf. Das mag vielleicht nicht die höchste unter ihm erreichte Ziffer bedeuten wesentlich höher aber wird sich die Frequenz auch in der günstigsten Zeit nicht be- laufen haben. Gegen Ende seines Rektorats sank die Zahl sogar auf 24 herab. Schuld daran waren vor allem die Begünstigung der Ausländer, bei denen mancher Verstoss gegen die Disciplin geflis- sentlich übersehen wurde, und die daraus erwachsenden schlimmen Folgen für die Schulzucht überhaupt. Recht bezeichnende Streif- lichter in dieser Hinsicht werfen schon einzelne in den Programmen zerstreute Notizen. So heisst es am Schluss der Schulnachrichten von 1772:Da man erfahren hat, dass junge allhier Studierende ihre Eltern zuweilen mit der falschen Nachricht hintergehen, als seyen allhier sieben bis acht Wochen Ferien gewöhnlich, wenigstens werde in den ersten drey Wochen nichts ordentliches tractirt, als widerspricht man hiermit diesem Vorgeben öffentlich und nachdrück- lich. Die Ferien dauern nur fünf Wochen, und wird den Tag nach ihrer Endigung sogleich der Anfang mit dem Unterricht gemacht. Gemeiniglich werden in den ersten acht Tagen nur lateinische Schrift- steller, aber keine Wissenschaften erklärt, und dieses aus keiner andern Ursache, als weil so viele junge Studierende allzulange aus- bleiben, dass man Sachen, die von Anfang an und im Zusammen- hang gefast werden zollen, einige Zeit über, bis sie sich wieder

sammlen, keineswegs aber allen andern Unterricht, aussetzen muss.

Auch die sonstige Organisation der Schule, wie sie sich unter Cramer herausgebildet hatte, liess der Nachfolger nicht unangetastet. Hier waren es in erster Linie die von Cramer stets mit besonderer Sorgfalt gepflegten Paränetikstunden, gegen welche sich Ostertag mit