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der Anstalt, und Justus Geilfuss. Hesperger war nun schon ein volles Menschenalter an der Schule thätig. In eine Zeit des Nieder- gangs fielen die Anfänge seines Wirkens; dann hatte er den Auf- schwung unter Schweicker miterlebt, um nur zu bald den neuen un- aufhaltsamen Verfall sich vollziehen zu sehen. Seine beste Kraft war verbraucht, als Stephani ihm die Leitung der Schule übertrug. Unmöglich stand von ihm zu erwarten, dass er sich mit besonderer Freudigkeit der veränderten Aufgabe unterziehen werde. Unzu- träglichkeiten mit seinen Amtsgenossen, Reibereien, die sich aus dem provisorischen Charakter seiner Stellung herleiteten, traten hinzu, ihm das neue Amt noch weniger erquicklich zu gestalten. Musste er nicht an der Rettung überhaupt verzweifeln, wenn er sah, wie unter der Einwirkung dieser Disharmonie, die in den Zielen und Anordnungen der einzelnen Lehrer nur zu deutlich hervortrat, auch unter den Schülern die Bande der Zucht und Ordnung sich immer bedenklicher lockerten?
Die Kunde von der wachsenden Not der Weilburger Schule drang denn auch schliesslich zu den Ohren des Grafen Ludwig, der gerade in Ottweiler residierte. Infolgedessen liess er den Stellver- treter des bei ihm weilenden Superintendenten Stephani, den Stadt- pfarrer Beutler in Weilburg, und ebenso die Lehrer der Schule ins- gesamt zum Bericht auffordern, und zwar sollten sie„erstlich an- zeigen die defectus, welche bei gedachter Schull verfallen, zum an- dern wie denselbigen Mengelln zu remediren.“ Die hierauf einge- reichten Berichte entrollen ein trauriges Bild der herrschenden Zu- stände. Ubereinstimmend betonen sie den Mangel einer festbegrenzten und streng durchgeführten Schulordnung, das widerstreitende Ver- halten der Lehrer unter einander und den kirchlichen Behörden gegenüber, deren Aufsichtsrecht entschiedener Abneigung begegnete, und das unzureichende Gehalt, welches überdies höchst unregel- müssig zur Auszahlung kam. Insbesondere wird eine Einigung über die zu benutzenden Lehrbücher, die Wiedereinführung der öffent- lichen Prüfungen und— von Faber und Geilfuss wenigstens— die definitive Besetzung der Rektorstelle dringend befürwortet. Doch die gute Absicht des Grafen gedieh über das Wollen nicht hinaus, die wohlgemeinten Ratschläge waren umsonst gegeben. In der all- gemeinen Not der Zeit mit ihrem Waffengetöse, im wilden Wetter- sturm des grossen Krieges war für die kleinen Leiden der Schule kein Raum.
Hesperger führte das Rektorat bis zu seinem Tode im Jahre


