Aufsatz 
Geschichte des Weilburger Gymnasiums 1540-1817 / von Ferdinand Heymach
Entstehung
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1614. Die Inhaber der dritten Stelle dagegen lösten einander in der Folge rasch ab, wohl hauptsächlich aus dem Grunde, weil das schlecht dotierte Amt nur als Notbehelf, als Ubergang zu einer freiwerdenden Pfarre diente.

Auch die Rektoren verraten in dieser Zeit wenig Beständig- keit. Reinhardi schied bereits 1604 aus seinem Amte, und Flick, durch den Sieg der Gegenreformation in der Herrschaft Königstein aus Oberursel verdrängt, kehrte noch einmal in seine frühere Stel- lung zurück. Aber auch diesmal blieb er nicht lange. Kränklich- keit und der zunehmende Verfall der Schule, über den er klagt, ohne ihm wehren zu können, mögen den Wunsch nach einer weniger aufreibenden Thätigkeit in ihm wachgerufen haben. So verliess er 1608 die Schule zum zweitenmal und ging als Pfarrer nach Rod an der Weil, das er 1617 mit Usingen vertauschte. Der folgende Rektor, Heinrich Nollius aus Ziegenhain, trat am 25. Juni 1608 sein Amt an. Er hatte in Giessen studiert und war auf Empfehlung seiner dortigen Lehrer durch den Superintendenten Stephani nach Weilburg berufen worden. Was ihn vor seinen Vorgängern und Nachfolgern noch besonders auszeichnet, ist der Umstand, dass er nebenbei auch als Arzt thätig war. In dem ehrenden Zeugnis, das Stephani ihm beim Weggang von der Schule am 17. August 1610 ausstellte, wird dieser Seite seines Wirkens noch besonders gedacht. Auch Nollius klagt über den trostlosen Zustand der Schule:liberos ex ea indoctos abire, inhonestis moribus incedere, atque ad omnem drœεν prolabi. Aber er beschränkt sich nicht auf blosse Klagen, er macht auch Besserungsvorschläge. Die ganze Anstalt sollte in fünf Klassen geteilt und in der ersten Metaphysik, in der zweiten Logik und Rhetorik, in der dritten Grammatik, in der vierten Donat und in der fünften der Leseunterricht traktiert werden. Diese Vor- schläge scheiterten indessen wohl schon an der Rücksicht auf den grösseren Kostenaufwand, den die Ausführung verursacht haben würde. So ging auch Nollius bald wieder von dannen; ob er ein anderes Schulamt übernommen, oder sich hinfort ganz dem ürztlichen Berufe gewidmet, steht dahin. Der nächste Rektor war Philipp Stappius von Panrod, der aber auch nur bis 1614 blieb. Da eine geeignete Persönlichkeit vermutlich nicht gleich zur Hand war, an- drerseits die Erfahrung lehrte, dass es nicht geraten sei, das Rek- torat längere Zeit ganz erledigt zu lassen, so verfiel man auf den Ausweg, Hesperger die Leitung der Schule interimistisch zu über- tragen. Neben ihm wirkten Johann Faber, ein früherer Schüler

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