Aufsatz 
Geschichte des Weilburger Gymnasiums 1540-1817 / von Ferdinand Heymach
Entstehung
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Eine Neuerung anderer Art vollzog sich ebenfalls unter Schwei- ckers Rektorat. DieFreischule büsste ihren ursprünglichen Cha- rakter ein: von jedem Zögling wurde fortan ein Gulden Schulgeld erhoben. Der Ertrag war für den Rektor und seine Mitarbeiter be- stimmt. Mit dieser Neuerung verfolgte man offenbar den Zweck, bei Schweicker, welcher ebensowenig wie Hesperger und Frensius seiner Mühewaltung entsprechend gestellt war, nicht ein allzustarkes Unbehagen aufkommen zu lassen, und damit die Sehnsucht nach lohnenderer Bethätigung seines Könnens in ihm wachzurufen. Denn dass man sein segensreiches Walten im Dienste der Schule wohl zu schätzen wusste, erfahren wir aus einem Bericht des Superinten- denten Stephani, der am 24. Mai 1592 die Anstalt einer eingehen- den Revision unterzog. Die Schülerzahl hatte sich allerdings nicht auf der Höhe vom Jahre 1589 halten können: sie war von 121 auf 102 herabgegangen. Auffallend ist dabei in dem Verzeichnis von 1592 der geringe Bestand der ersten und zweiten Klasse, welche zusammen nur 35 Schüler stark sind, während die dritte allein 67 aufweist. Uber das Verhältnis der Einheimischen zu den Auswär- tigen gewinnt man aus der Tabelle keinen sicheren Anhalt es scheint indessen, als ob erstere erheblich zugenommen hätten, wäh- rend der Zuzug Fremder, insbesondere des Adels, bedeutend nach- liess. Dass dem so war, lag wohl zumeist in der dürftigen Be- schaffenheit der Schulräume und der Wohnhäuser in dem damaligen Weilburg begründet. Ob der numerische Rückgang doch auch auf Schweicker verstimmend einwirkte, ob andere Umstände ihn 1593 zum Verzicht bewogen, ist nicht zu ermitteln, wir wissen auch nicht, wohin er sich gewandt und wo er ferner gewirkt hat. Jedenfalls bedeutete sein Ausscheiden für die Schule einen schweren Verlust. Ein Glück war es immerhin noch, dass Hesperger und Prensius nicht seinem Beispiel foigten, und dass diesmal die erledigte Stelle zudem bald wieder besetzt ward. Aber auch der neue Rektor, Eras- mus Ortletius aus Butzbach, von dem es heisst,er habe der Schul in Weilburg wohl gethinet, blieb nicht lange. 1595 wurde er Pfarrer in Kirchgöns, und nun folgte noch in dem gleichen Jahre Magister Konrad Flick aus Michelstadt in der Grafschaft Erbach. Als er 1600 als Rektor und Pfarrer nach Oberursel im Taunus ging, trat an seine Stelle Erasmus Reinhardi, der schon seit 1597 an der Schule thätig war; er hatte an ihr Frensius ersetzt, als dieser die benachbarte Pfarrei Cubach übernahm. Jetzt wurde Reinhardi Flicks Nachfolger; Hesperger blieb zweiter Lehrer noch bis zum Jahre