Aufsatz 
Geschichte des Weilburger Gymnasiums 1540-1817 / von Ferdinand Heymach
Entstehung
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die drei Klassen vorgeschriebenen Pensen ermöglichte. Denn die alte Dreiteilung der Schule blieb bestehen, der Lehrplan dagegen erfuhr eine tiefergreifende Umgestaltung schon dadurch, dass jetzt auch das Griechische in den Unterricht aufgenommen wurde. Auch war die Lehraufgabe des Einzelnen nicht wie früher an eine Klasse ausschliesslich gebunden, vielmehr waren Schweicker, Hesperger und Frensius in den verschiedenen Abteilungen nebeneinander thätig. Die Herkunft und Vorbildung Schweickers brachte es dabei schon mit sich, dass der neue Lehrplan die Einwirkung der württember- gischen Schulordnung von 1559 deutlich verriet. So sollte mit der untersten Abteilung ausser dem deutschen und lateinischen Lesen und Schreiben auch das Rechnenregula de tri sambt den fractio- nibus fleissig geübt werden, und ebenso sind für dis erste Klasse 2 Stundenarithmetica wöchentlich angesetzt. Für das Lateinische bildeten Donat und Cato noch immer die Grundlage. Daran schloss sich für die Bewältigung des grammatischen Pensums in der zweiten und ersten Klasse Melanchthons grammatica latina. Ausserdem lasen die Schüler in II: Castellios lateinische UÜbersetzung der Bibel und Terentium christianum, in I: Castellio,Terentios, christianum et prophanum, Vergils Eklogen und Ciceros Briefe. Dialektik und Rhetorik wurden im Anschluss an Lossii erotemata ¹) getrieben. Nebenher gingen regelmässige schriftliche Ubungen. Das Griechische nahm in der zweiten Klasse seinen Anfang. Die grammatischen Unterweisungen hierin lehnten sich an Golii grammatica graeca an. Gelesen wurden Asops Fabeln, Isocrates ad Demonicum und Pho- cylides. Daneben sollten, ebenso wie im Lateinischen, ausgewählte Abschnitte aus der heiligen Schrift den Lesestoff vervollständigen, zugleich auch dem Religionsunterricht zur Ergünzung dienen. Für den Gesang waren in der ersten und zweiten Klasse sechs Wochen- stunden angesetzt, und zwar täglich die Zeit von 12 1 Uhr. Der Unterrichtsplan war in der Weise eingeteilt, dass in II und III morgens und nachmittags je drei, in I nachmittags viermal in der Woche je vier Stunden gehalten wurden; insgesamt belief sich die wöchentliche Zahl in I auf 38, in II auf 33 und in III auf 34 Stunden. Der Unterricht begann im Sommer morgens um sechs und dauerte bis neun Uhr; nach dreistündiger Pause wurde er um zwölf Uhr wieder aufgenommen. Eine gemeinsame viertelstündige Andacht leitete morgens und nachmittags den Unterricht ein. ffent- liche Prüfungen und Versetzungen sollten halbjährlich stattfinden.

¹) Vgl. hierüber Eckstein, Lat. u. griech. Unterricht S. 186, Anmerkg. 1.