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wurde, und dabei hatte Charisius für die Beköstigung am Hofe und das Sommerkleid noch die Erziehung der gräflichen Kinder mit zu übernehmen. Und zu dem stark herabgeminderten Interesse des Stifters kamen in den nächsten Jahren folgenschwere Ereignisse für das ganze protestantische Deutschland, welche den Grafen aufs em- pfindlichste berührten und damit die Existenz der Schule überhaupt in Frage stellten. Bei Mühlberg erlag 1547 der schmalkaldische Bund— ein harter Schlag für Philipp, der treu seiner Bundespflicht eine kleine Reiterabteilung für den Feldzug ausgerüstet und unter den Befehl des Landgrafen von Hessen gestellt hatte. Diese Hilfe- leistung zog ihm die Ungnade des siegreichen Kaisers zu, und als Karl V. schliesslich verzieh, war die Verzeihung doch nur eine be- dingte: Philipp musste versprechen, entweder zum alten Glauben zurückzukehren oder das Interim anzunehmen. Der Graf wühlte das letztere. So blieb die Hoffnung auf bessere Tage erhalten, aber die nächste Zeit war darum für die neue Lehre und für die in ihrem Geiste begründete Schule nicht minder schwer. Möglich sogar, dass sie vorübergehend ganz aufhörte. Und auch als das Interim 1552 wieder beseitigt ward, blieben noch jahrelang die verderblichen Nach- wirkungen. Wohl veranlasste der Religionsfriede vom Jahre 1555 Kur-Trier, seine Anrechte auf das Stift in aller Form an Nassau- Weilburg abzutreten, aber dieser Erwerb hatte für die Schule keine weitere Bedeutung, da die vordem beträchtlichen Gefälle des Stifts während des Interims ausserordentlich zurückgegangen waren.
So gestaltete sich des Charisius Rektorat wenig erfreulich. Im Anfang hatte er augenscheinlich mit Orth allein zu arbeiten, und des letzteren Missvergnügen über seine unzureichende Besoldung, die man ihm überdies noch säumig auszahlte, konnte der Schule auch nicht gerade förderlich sein. In einem Briefe aus dieser Zeit klagt er dem Oberamtmann von Schönborn in beweglichen Worten seine Not. Er nimmt in dem Schreiben auf eine frühere„supplication“ Bezug, worin„ist angezeigt, dass myn Einkommens nit über 18 oder 20 Gulden ist, und begert, dass mir alle quartal 5 Gulden zu einem zusatz möcht gegeben werden, dieweyl mein besoldung so on- nützlich und ongewiss fiele. Und wann mir schon die 5 Gulden fielen, kann ich doch nit bezalen, und ist alles vorgessen brodt.—— Von dem ersten Marktag in der fasten hab ich zu keinem marktag einen heller gehabt, dass ich ein hellerbrot hett können bezalen, soll gleichwol holz fleisch salz schmalz, und was zur Haushaltung von nöten, so woel haben als ein ander mensch. So ist myn Hausfraw


