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weil es zeigt, dass die ganze Anstalt in drei Klassen zerfiel. Wir sehen also das Einteilungsprinzip der auf Melanchthon zurückgehen- den sächsischen Schulordnung ¹) angewandt und dürfen wohl hier- aus den Schluss ziehen, dass auch der Unterrichtsbetrieb dem weit- verbreiteten Lehrplan des Wittenberger Organisators angepasst war. Freilich läge bei dem Schüler Melanchthons die Vermutung auch ohne diesen Anhalt nahe genug. Das Griechische wird demnach in dem ältesten Lehrplan keine Stelle gefunden haben; neben der Muttersprache wurde nur Lateinisch getrieben. In der untersten Klasse sollte das Lesen zunächst nach der Kinder Handbüchlein ein- geübt, sodann im Anschluss an Donat und Cato der Grund zum Lateinischen gelegt werden. In der folgenden Klasse gewann die Grammatik breiteren Raum. Daneben wurde ein Tag in der Woche für christliche Unterweisung angesetzt; hier sollten ausser Kate- chismuslehre leichtere biblische Schriften gelesen und einzelne Psal- men memoriert werden. Die dritte Klasse beendete sodann zunächst das gramatische Pensum, woran sich abschliessend metrische UÜbun- gen reihten. Später sollten die dafür angesetzten Stunden auf Dia- lektik und Rhetorik verwandt werden. Ausserdem wurden Vergil, Ovids Metamorphosen und Cicero gelesen. Auch sollten die Lehrer in der zweiten und dritten Klasse so viel als möglich lateinisch reden und die Schüler ebenso zum Lateinsprechen anhalten. Dabei war der Unterricht wohl in der Weise unter Syringus und seine Mitarbeiter verteilt, dass der Rektor selbst die dritte, Reyn die mitt- lere und Orth die Elementarklasse übernahm.
Die Gesamtzahl der Schüler belief sich 1541 nach dem von Syringus aufgestellten Verzeichnis auf 104, welche sich auf die ein- zelnen Klassen folgendermassen verteilten: Der erste„Hauff“— so lautet die damals gangbare Bezeichnung für Klasse— bestand aus 29, der zweite aus 40 und der dritte aus 35 Schülern. Angefügt war dem Verzeichnis von des Rektors Hand noch der Vermerk: „Ueber das ist er(ihrer) viel mir befolen und in Herberg bestellet, werden balde ankommen.“ Gewiss ein erfreulicher Anfang! Dass aber die Schule gleich einen solchen Aufschwung nahm, hatte sie einzig und allein der Tüchtigkeit ihres Leiters zu danken, da der mehr als fragwürdige Zustand des Schulhauses eher abschreckend wirken musste. Nach Reyns Schilderung mangelte es nämlich„an
¹) 1538 von Luther unter dem Titel„Unterricht der Visitatoren, an die Pfarrherrn im Kurfürstenthum zu Sachsen“ herausgegeben. Vgl. Meyer-Prinz- horn, Luthers Gedanken über Erziehung und Unterricht. S. 33 ff.


