Aufsatz 
Ramond de Carbonnières : ein Beitrag zur Geschichte der Sturm- und Drangperiode / Ferdinand Heymach
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lieber zwingt er den Gefangenen zur Flucht, um ihn ſo wenigſtens dem Ziel ſeiner Sehnſucht fernzuhalten. Aber Adalbert läßt ſich von ſeinem Entſchluß ſo leicht nicht abbringen. Für die Welt iſt er tot tot für den Biſchof, für ſeine Freunde tot auch für ſeinen alten Vater. Nur in dem Gedanken an Ottilien lebt er; ſie wiederzuſehn iſt ſein höchſter, ſein einziger Wunſch, und um dieſen Preis ſchreckt er vor keinem Wagnis, vor keiner Gefahr zurück. Da der erſte Ver⸗ ſuch erfolglos geblieben iſt, macht er einen neuen Anſchlag, und diesmal gelingt es ihm auch wirklich, in Bauerntracht ſich in Egisheim einzuſchleichen.

Unterdeſſen hat der Biſchof von Straßburg, an dem Glück der Waffen verzweifelnd, Adalberts Vater an Hugo abgeſchickt, um mit ihm über den Frieden zu verhandeln. Hugo aber erklärt die Vorſchläge des Biſchofs für nicht annehmbar, und Gontran muß unverrichteter Sache nach Straß⸗ burg zurückkehren. Als er gegen Sonnenuntergang Egisheim verläßt, trifft er unterwegs auf Adalbert, der als Bauer verkleidet gerade in Begleitung eines Bauern den Burgweg hinan⸗ ſteigt. Der Alte, der ſeinen Sohn im letzten Treffen gefallen wähnt, unterredet ſich mit ihm, ohne den Vermummten zu erkennen. Adalbert hört das erſchütternde Weh des Vaterherzens über des Sohnes Verluſt doch auch dieſe Begegnung kann ſeinen Entſchluß nicht wankend machen.

Nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen beſchließt Hugo, den Kampf unverzüglich wieder aufzunehmen, um die Macht ſeines Gegners völlig zu vernichten und dieſen zum Frieden unter jeder Bedingung zu zwingen. Seine Hoffnung auf die gänzliche Niederlage des Biſchofs in kürzeſter Friſt wird noch dadurch erhöht, daß eben jetzt ſein Oheim Gerhard ihm durch einen Boten baldigſt beträchtliche Verſtärkung aus Schwaben in Ausſicht ſtellt. Hugo verläßt darum Egisheim wieder, um das angrenzende biſchöfliche Gebiet zu verheeren und Daxrburg, das er an den Feind verloren, zurückzugewinnen. Sein Unſtern verleitet ihn, während ſeiner Abweſenheit Waldemar und Bertolf mit der Bewachung des Schloſſes zu betrauen. Beide fühlen ſich ja ſchon längſt gegen die

Schimpf Vergeltung zu üben. Waldemar treibt nicht nur ſein durch Hugos Undank verwundetes Herz, ſondern auch Ottiliens Gleichgültigkeit zu doppelter Rache. Während der Graf nun draußen

und Geſundheit zurück. Waldemars Verſuch, den Weckmund nächtlicher Weile zu erſtürmen, ſcheitert an der Wachſamkeit der Beſatzung; er ſelbſt wird dabei verwundet.

Immer ungünſtiger geſtaltet ſich die Lage für die Empörer. Ihre Mannſchaft geht zum Teil zur Beſatzung des Weckmund über, und Gerhards Leute rücken immer näher zum Entſatz des Schloſſes heran, von deſſen Bedrängnis ſie durch einen Boten Berthas unterrichtet ſind. Bertolf geht deshalb nach Straßburg, um ſich mit dem Biſchof zu verbünden und ihn um kräftige Unter⸗ ſtützung anzugehen. Aber der Biſchof hat inzwiſchen nach dem Verluſt von Daxburg und nach